26.08.2026 Handgemalte Kopien von Miniaturen des Codex Manesse
Übergabe an die Historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek
Am 18. August 2026 erhielt die Universitätsbibliothek Heidelberg ein besonderes Geschenk. Birgit und Lucie Voß übergaben den Historischen Sammlungen 51 Handkopien des Codex Manesse, die ihre Mutter und Großmutter, Frau Dr. Marianne Voß, in jahrelanger akribischer Arbeit angefertigt hatte. Marianne Voß war schon in ihrer Jugend von den Miniaturen der Manessischen Liederhandschrift fasziniert. Am Ende ihres Berufslebens als Ärztin ergriff sie die Gelegenheit, sich diesem Thema intensiver zu widmen. Nach genauen Recherchen, unter anderem zu mittelalterlicher Buchmalerei, Kostümkunde und Farbherstellung, begann sie mit dem Nachmalen der Miniaturen auf Pergament. Sie konnte zu allen 137 Bildern die Vorzeichnungen anfertigen. Komplett kopiert hat sie insgesamt 51 Blätter, die sowohl in der Größe als auch in der Malerei dem Original genau entsprechen. 700 Jahre nach Entstehung der Handschrift, die im Mai 2023 in das internationale UNESCO-Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen wurde, ermöglichen diese Faksimileblätter nun einen Eindruck davon, wie die Bilder des Codex Manesse ursprünglich ausgesehen haben.
Bereits vor 16 Jahren wurde eine der Miniaturen als Beispiel für manuelle Reproduktionen des Codex in der Ausstellung „Der Codex Manesse und die Entdeckung der Liebe“ vom 26. Oktober 2010 bis zum 20. Februar 2011 in den Ausstellungsräumen der Universitätsbibliothek gezeigt. Nach dem Tod von Frau Voß im Mai 2026 finden alle von ihr fertiggestellten Manesse-Kopien ein neues Zuhause in den Historischen Sammlungen.
Die Bilder werden in die Graphische Sammlung der Abteilung aufgenommen. Nach Abschluss der Einarbeitung in diesen Bestand können sie nach vorheriger Anmeldung im Handschriftenlesesaal eingesehen werden.
In der nachfolgenden Bildergalerie haben wir zwei Beispiele ausgewählt und diesen jeweils ein Digitalisat des Originals beigefügt.



