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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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HandSchrift – Bewährt mit Pinsel und Feder



Links: Evangelist Lukas und Wappen von Vorfahren Eberhards im Bart
Rechts: unvollendete Seite

Ein unvollendetes Werk

Das unvollendet gebliebene Stundenbuch wurde für den ganz persönlichen Gebrauch des Herzogs Eberhard im Bart (1446–1496) in dessen letztem Lebensjahr eingerichtet. Sein Wappen, Emblem und Devise „Attempto“, erscheinen in der Handschrift in unterschiedlichen Ausprägungen.

Der unfertige Zustand besteht nicht nur darin, dass der Platz für vorgesehene Initialen, Drôlerien oder Miniaturen freiblieb, sondern dass auch die Zierseiten unterschiedliche Stadien der Ausführung bieten. Einige dieser Seiten sind inklusive Bordüren vollständig ausgemalt, auf einigen fehlt die Bordüre, andere sind nur bis zur Vorzeichnung gediehen. In weiteren Zwischenstufen fehlt die Ausmalung bestimmter Bildteile wie Gesichter oder Kleidung, oder es ist nur eine erste Farbschicht aufgetragen. In einigen Miniaturen und Bordüren sind nur die Blattgoldpartien, meist Nimben oder Dornblätter, angelegt.

Besonderes Merkmal des Kodex ist seine stilistische Uneinheitlichkeit, die auf unterschiedliche Malerhände und die Übernahme von Vorbildern unterschiedlicher Herkunft zurückgehen. Diese Zusammenstellung findet ihre Erklärung in dem Musterbuch des Stephan Schriber (um 1430 – um 1500), ansässig in Urach, der aus einem Stundenbuch des Bedford-Meisters, Stichen von Martin Schongauer und von Meister E. S. schöpfte.

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