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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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I. Die Anfänge der Universität – Facultas theologiae



Cod. Pal. germ. 155, Bl. 188r

Schrift gegen die Predigten des Caspar Olevian

Kernfrage der konfessionellen Auseinandersetzung war die Bedeutung und Interpretation des Abendmahls. Olevian hatte sich in Predigten zu dieser Frage für das Abendmahl als Gedenkfeier ausgesprochen, was in dem vorliegenden Schriftstück heftig kritisiert wird.

Während die Abendmahlslehre nach Luther von der Realpräsenz Christi in Leib und Brot ausgeht, betrachten die reformierten Bekenntnisse entweder die Aufnahme des Leibes als eine durch den Glauben, oder sie sehen im Abendmahl eine reine Gedenkfeier. Olevian wird in der vorliegenden Schrift mit der Aussage zitiert: „… das die worten, Das ist mein leib und bluet, nicht schlecht und eigentlich, oder wie sie natürlich lauten zuverstehn sein, sondern gleich so viel gelten als hette Christus gesagt das brodt is ain gedechnus meines leibes, den das seind seine wordt.”

Der unbekannte Autor, der Olevians Predigten hier zunächst referiert, verurteilt diese am Ende, Bl. 196v, mit einer Anrufung Gottes: „Der almechtige Ewige Gott wolle diesen verführer und seine gesellen, auch andere verfelscher … vmb seines lieben Suhns willen und zu seiner glori, auch viler Sehlen ewigen heil gewaltiglich und bald steuren und wehren. Amen. Es sprechen alle fromme Christen von gantzen Hertzen Amen.”

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