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Münchener Punsch: humoristisches Originalblatt – digital

Der Münchener Punsch wurde im Revolutionsjahr 1848 gegründet. Der Name des verantwortlichen Redakteurs der Zeitung wurde mit M. E. Bertram angegeben. Hinter diesem Pseudonym verbarg sich der Dramatiker und humoristische Schriftsteller Martin Eduard Schleich (1827-1881), der die Zeitschrift gründete und bis zu ihrem letzten Erscheinen 1871 leitete. Neben seiner Tätigkeit für den Münchener Punsch schrieb Schleich auch Texte für andere humoristische Zeitschriften wie die Leuchtkugeln, Fliegende Blätter und den Nürnberger Trichter

Am 30. Januar 1848 erschien das erste Heft des Münchener Punsch mit dem Untertitel Ein Carnevals-Blatt. Doch schon im 8. Heft des ersten Jahrganges wurde dieser Titel zu Ein satyrisches Original-Blatt geändert. Dies sollte jedoch nicht die einzige Änderung des Untertitels bleiben: Ab 1856 lautete er Ein humoristisches Originalblatt und 1869 wurde er ein weiteres Mal zu Ein humoristisches Wochenblatt geändert.
Die Hefte der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift bestanden in den ersten Jahren aus vier Seiten, ab Januar 1851 hatte jedes Heft 8 Seiten. Ebenfalls 1851 erschien das Beiblatt des Münchener Punschs mit dem Titel Theater-Pfeile.

Am 31. Dezember 1871 verabschiedete sich das Blatt von seinen Lesern mit folgenden Worten:

An die Abonnenten.
Mit dem Schlusse des vier und zwanzigsten Bandes wird das Erscheinen dieses humoristischen Originalblattes eingestellt.
Der Verfasser und Herausgeber fühlt sich verpflichtet, für die während dieses ganzen Zeitraumes gefundene Theilnahme seinen Dank auszusprechen und hofft auf gleiches Wohlwollen, wenn er der Lesewelt auf anderen Gebieten oder unter einer neuen Publikationsform wieder vor die Augen tritt.“

Im Jahr 1875 versuchte Schleich die Zeitung erneut zu etablieren, was jedoch noch im selben Jahr scheiterte. Die Ausgaben von 1875 erschienen mit dem Titelzusatz Glossirte Wochen-Chronik der Gegenwart.

Der Münchner Punsch war in weiten Teilen ein Einmannbetrieb. M. E. Schleich war Herausgeber, Redakteur und lieferte die Texte. Obwohl die Zeitung aus heutiger Sicht als „nicht sonderlich virtuos aggressiv, sondern häufig biedermännisch-beschaulich“ (Alfred Estermann) eingeschätzt wird, wurden dennoch in der Anfangszeit mehrere Hefte konfisziert. Die Zeitschrift bietet Einblicke in das aktuelle Politikgeschehen sowie in gesellschaftliche Themen aus süddeutscher Perspektive.

Weiterführende Literatur

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