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Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik – digital

Von 1887 bis 1914 erschien im Verlag von Wilhelm Knapp in Halle (Saale) das Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik. Die Zeitschrift berichtete in 28 Nummern über historische und aktuelle Strömungen und Entwicklungen in den Bereichen Fotografie, Reproduktionstechniken und Kinematographie als auch in verwandten Technologien. Sie enthielt zahlreiche Abbildungen und Kunstbeilagen, teilweise auch in Farbe. Diese zeigten fototechnische Apparaturen, naturwissenschaftliche Versuchsanordnungen und -ergebnisse im fotochemischen und medizinischen Bereich sowie Werke bekannter und unbekannter Fotografen. In der Ankündigung zur ersten Ausgabe wurde die Zielsetzung wie folgt formuliert: „den Fortschritt auf dem gesamten Gebiet der wissenschaftlichen und praktischen Photographie übersichtlich darzustellen […]“

Im Vordergrund standen weniger künstlerische, als fotochemische und technische Fragestellungen. Ein weiteres Augenmerk der Zeitschrift galt didaktischen Belangen, die an auffällig prominenter Stelle behandelt wurden.

Die betont technisch-wissenschaftliche und pädagogische Ausrichtung entsprach der Sichtweise des Herausgebers, des Österreichers Josef Maria Eders (1855-1944), mit dessen Person die Zeitschrift untrennbar verbunden war. Eder hatte schon im Studium sein Interesse an fotografischen Techniken entdeckt und zunächst Chemie und Physik an der Staats-Oberrealschule in Troppau unterrichtet. Im Jahr 1888 gründete er die k.k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren in Wien und wurde zu einem der führenden Fotochemiker und -pädagogen im deutschsprachigen Raum. Eder entwickelte mehrere fotochemische Prozesse u.a. gemeinsam mit Giuseppe Pizzighelli 1881 das Chlorsilbergelatine- und Chlorbromsilbergelatine-Verfahren. In den 1890er Jahren gelangen ihm und seinem Kollegen Eduard Valenta, wichtige Durchbrüche im Bereich der Röntgenfotografie und der Spektralfotografie, die ihnen bedeutende Auszeichnungen bescherten. Dank Eders bahnbrechender Forschung wurde 1892 ein Lehrstuhl für Photochemie und wissenschaftliche Photographie an der Technischen Hochschule Wien eingerichtet, dem er bis 1925 vorstand.

Eder baute auf die Infrastruktur und das Renommee seines Institutes auf, als er 1887 das Jahrbuch ins Leben rief. Er nutzte seine guten Kontakte zu anderen Wissenschaftlern, Erfindern und Fotografen im In- und Ausland, von denen viele Beiträge zum Jahrbuch lieferten. Zudem wurden der Redaktion Bildproben fotografischer Neuerungen zugesandt, die dann in der Zeitschrift reproduziert wurden. Wichtige Aufsätze aus ausländischen Fachzeitschriften wurden ins Deutsche übersetzt und abgedruckt, umgekehrt wurden Schriften aus dem Jahrbuch von ausländischen Blättern übernommen. Das Periodikum war in Fachkreisen hoch angesehen und trug weiter zum Ansehen Josef Maria Eders bei.

Von 1915 bis 1920 wurde die Zeitschrift unter dem abweichenden Titel Jahrbuch für Photographie und Reproduktionsverfahren von Eduard Kuchinka mitherausgegeben und von 1921 bis 1931 als Jahrbuch für Photographie, Kinematographie und Reproduktionsverfahren fortgeführt.

Alle in diesen Zeitschriften enthaltenen Aufsätze sind im lokalen Online-Katalog HEIDI erfasst und können somit auch über den SWB und
arthistoricum.net recherchiert werden.

Weiterführende Literatur

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