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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Vitrinenausstellung: Beziehungen und Verwicklungen: Asien und Deutschland in den Weltkriegen

Vitrinenausstellung des Centre for Asian and Transcultural Studies im EG der Universitätsbibliothek ab dem 15. Mai

Ende 2018 wird das Centre for Asian and Transcultural Studies (CATS) auf dem Campus Bergheim einziehen. Zum CATS gehören das Südasien-Institut, das Zentrum für Ostasienwissenschaften, das Institut für Ethnologie sowie das Heidelberg Centre for Transcultural Studies. Schon jetzt zeigen Institute und Bibliotheken des CATS in einer gemeinsamen Ausstellung von Mitte Mai bis Ende Oktober 2017 in vier Vitrinen im Foyer der UB unter anderem eine Auswahl aus ihren Beständen zu Asien und Deutschland in den Weltkriegen: Dokumente zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Ostasien von 1931 bis 1945, zu Indien in den beiden Weltkriegen, sowie ein Portrait des Heidelberger Begründers der Ostasiatischen Kunstgeschichte im deutschsprachigen Raum, Dietrich Seckel (1910–2007), aus der Zeit seines Japanaufenthalts zwischen 1936 und 1942.

Südasien

Aus Britisch-Indien kamen für beide Weltkriege Soldaten und weiteres Personal, wie Sappeure, Handwerker, Träger und Sanitäter. Rund 1,5 Millionen Südasiaten nahmen am Ersten Weltkrieg teil; bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatten sich 2,5 Millionen Männer aus Südasien meist freiwillig gemeldet.

Unter dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ verbündete sich der bengalische Freiheitskämpfer Subhas Chandra Bose (1897–1945 vermisst) ab 1941 sowohl mit Deutschland als auch Japan. Die Indische Legion und die Indian National Army, zu der auch ein Frauenregiment (The Rani of Jhansi Regiment) gehörte, kämpften in Europa und Asien gegen die Alliierten.

Deutschland und Ostasien im Zweiten Weltkrieg

Der Beginn japanischer Kriegshandlungen in China 1931 erfolgte fast zeitgleich mit der Machtergreifung Hitlers in Deutschland. Obwohl Japaner und Chinesen in Hitlers Rassetheorien gleichermaßen als „Nicht-Arier“ einen minderwertigen Platz einnahmen, führten realpolitische Erwägungen dazu, dass Deutschland und Japan sich im Laufe der 1930er Jahre aneinander annäherten, bis sie 1936, zusammen mit Italien, einen formalen Pakt schlossen, der sich nicht zuletzt implizit gegen China richtete. Die Kooperation zwischen Deutschland und Japan blieb aber, sowohl auf militärisch-technischer wie auf kultureller Ebene, bis 1945 verhalten. Die Ausstellung zeigt einige Aspekte dieser ungewöhnlichen Beziehung anhand von Dokumenten sowohl von deutscher als auch von japanischer und chinesischer Seite.

Dietrich Seckel – Ein deutscher Wissenschaftler in Japan zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

Aus Anlass seines 10. Todesjahres präsentierte das Institut für Kunstgeschichte Ostasiens vor Kurzem das Online-Archiv des fotografischen Nachlasses seines Gründers Dietrich Seckel (1910–2007). Die Aufnahmen entstanden während seines Japanaufenthalts als Sprachlektor in den Jahren zwischen 1936 und 1942. Das intensive Erleben sowie die frühe Berührung mit einer so reichhaltigen Kultur Ostasiens prägten Seckel nachhaltig, weckten in ihm die Begeisterung, die Vielfalt der japanischen Kunst zu studieren, und legten somit den Grundstein für seine spätere Karriere als Professor in Heidelberg. Die Ausstellung nimmt Seckels Leben als Wissenschaftler und Kulturenvermittler in den Fokus, in dessen Alltag sich auch die Folgen des Kriegs wiederfanden.

Idee und Konzept der Ausstellung

Dr. Eleonore Schmitt (Südasien-Institut) und Hanno Lecher (Bereichsbibliothek Ostasien)

Gestaltung und Begleittexte

Südasien: Dr. Eleonore Schmitt und Dr. Sonja Stark-Wild
Ostasien: studentische TeilnehmerInnen eines Seminars am Institut für Japanologie unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Martin Krämer
Dietrich Seckel: Susann Henker und Glenn Tenko Bauer

Kontakt

Südasien-Institut Heidelberg
Dr. Eleonore Schmitt
Tel. 06221-54-8902
Brief E-Mail

Bereichsbibliothek Ostasien
Hanno Lecher, M. A.
Tel. 06221-54-54 7674 bzw. 2993
Brief E-Mail

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