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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Cod. Pal. germ. 60, Bl. 100av/101r: „Diß ist Samuel der Jud von dem diß bůch sett“. Mit diesen Worten wird die Darstellung des Briefautors Rabbi Samuel angekündigt.

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Irmhart Öser ist nicht der Autor der „Epistel des Rabbi Samuel an Rabbi Isaak“, sondern lediglich deren Übersetzer ins Deutsche. Zugrunde liegt dem „Brief“ der lateinische Text „Epistula rabbi Samuel de Fez de adventu messiae, missa rabbi Isaac“ des Alphonsus Bonihominis. Quelle soll angeblich ein in arabischer Sprache verfasster Brief eines zur Konversion entschlossenen Rabbi Samuel gewesen sein.

Der Dominikaner Alphonsus Bonihominis war seit 1344 Bischof von Marokko. Die Übersetzung des Briefes fertigte er bereits 1339 im Pariser Kloster St. Jacques an. In der Widmung schreibt er, dass ihm der arabische Text, der bislang von den Juden geheim gehalten wurde, zufällig bekannt geworden sei. Nicht zuletzt die Tatsache, dass erst diese Behauptung der Autorschaft durch einen Juden dem Text besondere Autorität verschafft hat, bewegt die Forschung bis heute zur Vermutung, dass Alphonsus den Text selbst geschrieben hat und Rabbi Samuel eine fingierte Person ist.

Von der lateinischen Version des Textes sind bis heute zirka 300 Exemplare bekannt, die deutsche Übersetzung liegt in 55 Handschriften vor. Der um 1310-1315/20 vermutlich in Augsburg geborene Irmhart Öser war u. a. als Pfarrer von Straßgang bei Graz tätig und wurde 1358 Archidiakon der Untersteiermark. Daneben führte er den Grad eines Lizentiaten des kanonischen Rechts. Ösers Absicht war es, die Christen mit seinem Text in ihrem Glauben zu bestärken. Dass er hierzu die Übersetzung der „Epistel“ wählte, lässt ahnen, dass es auch in seinen Gemeinden immer wieder zu Begegnungen und Gesprächen mit Juden kam, in denen es nicht zuletzt darum ging, die christliche Schriftauslegung zu rechtfertigen.

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