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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

I. Die Anfänge der Universität – Facultas artium



Olympia Fulvia Morata

Die Humanistin, Gräzistin und Dichterin Olympia Fulvia Morata, Tochter des dem Calvinismus zugewandten Humanisten Fulvius Peregrinus Moratus, wurde 1526 in Ferrara geboren. 1540 wurde sie Studiengefährtin der fünf Jahre jüngeren Prinzessin Anna d'Este und erlernte sämtliche sieben Disziplinen der artes liberales: Grammatik, Rhetorik, Logik, Astronomie, Musik, Arithmetik und Geometrie. Hochbegabt erstellte sie bald nicht nur Übersetzungen lateinischer und griechischer Texte, sondern verfasste erste eigene Briefe und Gedichte.

Nach dem Tod des Vaters heiratete sie 1549/50 den deutschen Gelehrten Andreas Grundler und zog mit diesem über einige Zwischenstationen in dessen Heimatstadt Schweinfurt. 1554 fiel Schweinfurt anlässlich des Konflikts zwischen dem Markgrafen von Brandenburg und den Bischöfen von Würzburg und Bamberg Plünderungen und Brandschatzungen zum Opfer und das Paar flüchtete nach Heidelberg, wo Grundler auf den dritten medizinischen Lehrstuhl berufen wurde. Olympia genoss zu diesem Zeitpunkt schon einen ausgezeichneten Ruf als Gelehrte und begann – auch auf Bitte des Heidelberger Gräzisten Jakob Micyllus (1503-1558) – in ihrer Heidelberger Wohnung griechischen Privatunterricht zu erteilen.

Doch schon im nächsten Jahr starb die Humanistin, deren Gesundheit schon länger angegriffen gewesen war, – erst 28jährig – am 26. Oktober 1555 an einer tuberkulösen Infektion. Sie wurde auf dem Friedhof der Peterskirche beigesetzt, wo das Epitaph noch heute in der Universitätskapelle besichtigt werden kann.

Die Heidelberger Universität stellt heute im Rahmen des „Olympia-Morata-Programms” zur Förderung des Hochschullehrerinnennachwuchses Stellen für Frauen in Form eines Qualifizierungsstipendiums zur Verfügung.


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