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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

I. Die Anfänge der Universität – Facultas theologiae


Frühe Bibeldichtung in althochdeutscher Sprache

Der Mönch Otfrid von Weißenburg (um 790-875) ist der erste namentlich bekannte Autor eines althochdeutschen Textes. Er verfasste den liber evangeliorum, ein Bibelepos, in dem das Wirken Jesu anhand der Zusammenschau der vier Evangelien dargestellt wird. Kapitelweise werden die Stationen seines Lebens, von der Geburt bis zu Auferstehung und Jüngstem Gericht, in Reimpaarversen nacherzählt.

Otfrid war früh dazu bestimmt, Mönch zu werden, und wurde so bereits als Kind dem Kloster Weißenburg (heute Wissembourg im Elsass) übergeben. Hier war er in späteren Jahren auch als Schreiber, Lehrer und Bibliothekar tätig. In mehreren, dem „Evangelienbuch” vorangestellten Widmungen, in denen er sich jeweils demonstrativ als Autor zu erkennen gibt, rechtfertigt Otfrid die Verwendung der Volkssprache in seinem Werk gegenüber dem damals üblichen Latein.

Die Dichtung hat sich lediglich in vier Handschriften und drei zusammengehörigen Fragmenten überliefert. Dennoch ist das Bibelepos für den Beginn der Literaturfähigkeit und die Verschriftlichung des Deutschen von größter Bedeutung.

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