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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Karl Hampe (1869-1936; Historiker, Professor in Heidelberg, 1924/25 Rektor der Universität Heidelberg)

Portrait Karl Hampe, © Universitätsarchiv Heidelberg, UAH Pos I 01206, Foto: Robert Herbst, HeidelbergDer aus Bremen stammende Karl (Ludwig) Hampe war in den 1920 und 1930er Jahren der Historiker des deutschen Hochmittelalters und der Staufer schlechthin, seine mehrfach aufgelegten Darstellungen dieser Epoche erzielten ihre Wirkungen nicht nur innerhalb der Gelehrtenwelt, sondern prägten nachhaltig das Geschichtsbild bildungsbürgerlicher Leser.

Der Nachlass Karl Hampes wird in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt (Signatur: Heid. Hs. 4067). Der Hauptteil wurde 1991 erworben, weitere Teile aus dem Besitz der Familie gelangten 2003 und 2009 als Ergänzung zu dem Bestand.

In einem von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg für zwei Jahre finanzierten Projekt, wurde sein in der Universitätsbibliothek Heidelberg verwahrter Nachlass zwischen 2015 und 2017 vollständig und systematisch erschlossen.

Im Nachlass Hampes erscheinen insbesondere drei Komplexe von übergeordneter Bedeutung. Zum einen handelt es sich um die zahlreichen Unterlagen und Korrespondenzen, die im Zusammenhang mit Hampes publizistischen Aktivitäten in der sogenannten „Belgien-Frage“ während des Ersten Weltkrieges entstanden sind. Sowohl wissenschaftlicher wie auch politischer Natur war hingegen die von Hampe und zahlreichen prominenten Historikern 1935 veröffentliche Streitschrift „Charlemagne oder Karl der Große? Acht Antworten deutscher Geschichtsforscher“, die sich explizit gegen die NS-Ideologie wandte. Hierzu enthält der Nachlass neben zahlreichen Unterlagen auch Briefwechsel mit Beteiligten. Schließlich ist generell auf die weitere Korrespondenz zu verweisen, in der zahlreiche Historiker der Zeit und praktisch alle wichtigen Mediävisten vertreten sind. Des weiteren wurden an größeren relevanten Einheiten 26 Konvolute zur Kriegspublizistik, 40 Konvolute mit Manuskripten bzw. Manuskriptresten und 110 Konvolute mit Arbeitsunterlagen erschlossen.

Eine Trouvaille unter den Arbeitsunterlagen sind die von Hampe umfänglich kommentierten Druckfahnen von Ernst Kantorowicz‘ aufsehenerregendem „Kaiser Friedrich II.“ (1927), zu dessen wissenschaftlicher Anerkennung Hampe maßgeblich beitrug. Mit Einverständnis der Kantorowicz-Erben konnte dieses Arbeitsexemplar digitalisiert werden und steht im Netz zur Recherche zur Verfügung.

Die Erschließungsdaten sind im nationalen Nachweisinstrument für Nachlässe, Autographen und Verlagsarchive „Kalliope“ recherchierbar.

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