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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Virtuelle Klosterbibliothek Schuttern (im Aufbau)

Einblattdruck aus einem Druck von 1510 aus Kloster Schuttern (UB Heidelberg, EBD 8)
London, British Library, Additional 47673, Evangeliar
Benediktinerkloster Schuttern, um 820

Das Kloster Schuttern gehört mit Murbach, Reichenau oder Weißenburg zur Reihe der alten und berühmten Klostergründungen im deutschsprachigen Südwesten. Seine frühe Bedeutung und sein früher Reichtum ist daran abzulesen, dass es Anfang des 9. Jahrhunderts in einer Aufstellung zum Heeresaufgebot unter die vermögendsten fränkischen Abteien gezählt wurde und in dieser Hinsicht auf einer Stufe mit dem Königskloster Lorsch stand. Leider konnten die mittelalterlichen Buchschätze des Klosters nicht bewahrt werden. Schuttern wurde mehr als einmal und mehr als andere von Fehden, Plünderungen und Entfremdungen in Mitleidenschaft gezogen, weshalb die Handschriften des Skriptoriums und der mittelalterlichen Bibliothek zu einem großen Teil verloren sind. Die erhaltenen Reste sind angesichts des Substanzverlustes außerordentlich wertvoll und bilden mit den Architekturrelikten der Klosteranlage das wichtigste Reservoir zur Dokumentation der Kulturgeschichte der Abtei.

Die Pergamenthandschriften

Den vielfältigsten Restbestand bilden die Schutterner Fragmente. Die Abtei verfügte in der Frühen Neuzeit über eine eigene Buchbinderwerkstatt, in der vor allem liturgische Handschriften als Einbandmaterial für Bücher 'zweitverwendet' worden sind. Aus den Buchdeckeln der Schutterner Inkunabeln und Frühdrucke konnten in jüngster Zeit Pergamentfragmente ausgelöst werden, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus Handschriften der Klosterbibliothek stammen. Sie werden heute in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt. Vollständig erhaltene Pergamenthandschriften gibt es nur noch zwei: Ein Evangeliar in London, British Library, Add. 47673, das um 820 von Abt Beretrich in Auftrag gegeben worden ist; es handelt sich um das einzige gut erhaltene Artefakt des Klosters Schuttern aus karolingischer Zeit. Außerdem hat sich ein 'liturgisches Regiebuch', der Liber ordinarius Hirsaugiensis, erhalten, der 1276 von einem Schuttener Schreiber namens Engelhart kopiert wurde; er findet sich heute in Colmar, Bibliothèque Municipale, Cod.331.

Das Projekt

Besitzeintrag aus einem Druck des Jahres 1510
(Q 1040 A Folio RES)

In einer Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Schuttern, der Universitätsbibliothek Heidelberg und dem an der Universität angesiedelten Heidelberg Centre of Cultural Heritage (HCCH) wird mit diesem Internetauftritt ein Portal bereitgestellt, in dem in einem ersten Schritt die Schutterner Pergamenthandschriften und -fragmente online verfügbar gemacht werden. Danach sollen die erhaltenen Papierhandschriften sowie die Druckschriften, die einst im Besitz des Klosters waren, digitalisiert werden. Ziel des Projektes ist es, die Reste der ehemaligen Klosterbibliothek zusammenzuführen, Forschung und Fahndung nach Schutterner Überlieferung zu fördern und der interessierten Öffentlichkeit die ältesten Handschriften des Klosters zugänglich zu machen.

Literatur

Weitere Informationen

Die Digitalisierung der in der UB Heidelberg sowie der BLB Karlsruhe aufbewarten Bände erfolgt im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanzierten Projekts "Vom Tresor in die Welt – Digitalisierung wertvoller Bestände baden-württembergischer Bibliotheken".

Kontakt

Dr. Maria Effinger
UB Heidelberg
Brief E-Mail

Dr. Karin Zimmermann
UB Heidelberg
Brief E-Mail

PD Dr. Tino Licht
Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
Brief E-Mail: tlicht@ix.urz.uni-heidelberg.de

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