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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Rebellen gegen Karl: Malagis und Reinolt



Cod. Pal. germ. 340, Bl. 1r: Beginn des Prologs zum Malagis mit einer Zierinitiale ausgezeichnet "O Vater, sone, heiliger geist …"

Rebellen gegen Karl: Malagis und Reinolt

Als eine Sonderform der „Chanson de geste“, der altfranzösischen Heldenepik rund um die Gestalt des mächtigen Königs Karl, haben sich verschiedene als „Rebellen-“oder „Empörerepen“ bezeichnete Erzählstoffe entwickelt. Sie thematisieren Konflikte, Intrigen und gewaltvolle Auseinandersetzungen zwischen dem König und seinen Vasallen. Eine zentrale Figur ist Reinolt von Montelban, einer von vier Söhnen des Fürsten Heyme. Die Brüder, nach ihrem Vater auch „Haimonskinder“ genannt, werden von ihrem Onkel, dem Zauberer Malagis, und dem Wunderross Beyart unterstützt.

Die ausgestellte Handschrift enthält zwei der sogenannten Empörerepen, den „Reinolt von Montelban“ und den „Malagis“, der als eine Art Vorgeschichte zu betrachten ist. Beide Texte sind zwischen 1450/60 und 1480 am Heidelberger Hof von einer mittelniederländischen Vorlage in die deutsche Sprache übertragen worden. Damals entstand auch der Codex mit dem „Ogier von Dänemark“ (Exponat Nr. 21).

Cod. Pal. germ. 340 stammt aus dem Besitz Eberhards V. im Bart, Graf und seit 1495 Herzog von Württemberg. Auf Blatt 1av befindet sich seine Devise ATTEMPTO mit der Jahreszahl 1474.

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