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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Wolfram oder Albrecht?



Heid. Hs. 1332

Wolfram oder Albrecht?

„Der Jüngere Titurel“ galt lange als ein Werk Wolframs von Eschenbach. Doch stammen von ihm nur Textfragmente im Umfang von 170 Strophen, die ein jüngerer Dichter um 1270 als Vorlage für sein 6.300 Strophen umfassendes Werk benutzte.

Die fälschliche Zuschreibung an Wolfram entstand, weil der jüngere Dichter den Ich-Erzähler namens Wolfram beibehält. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es August Wilhelm von Schlegel, das gesamte Werk einem Dichter namens Albrecht zuzuweisen. Denn in einem Zweig der Textüberlieferung nennt sich der Autor am Ende der Erzählung als solcher. Bemerkenswert ist vor allem das sogenannte Verfasser-Fragment der Universitätsbibliothek Heidelberg. In diesem rechtfertigt Albrecht, warum er die von einem anderen Dichter begonnene Erzählung vollendet hat, mit dem Hinweis, es komme auf das Werk an und nicht auf den Künstler.

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