1.7.2026 DigiKat neu erschlossen: Künstliche Intelligenz erleichtert die Recherche im historischen Zettelkatalog

Die Universitätsbibliothek Heidelberg hat ihren digitalisierten Zettelkatalog (DigiKat) umfassend weiterentwickelt. Durch den Einsatz moderner Verfahren der künstlichen Intelligenz wurde die Texterkennung der rund 1,8 Millionen digitalisierten Katalogkarten deutlich verbessert. Dies eröffnet bei den älteren maschinen- und handschriftlichen Einträgen neue Möglichkeiten für die Recherche im historischen Bestand der Universitätsbibliothek.

Der DigiKat bewahrt die historischen Zettelkataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg, die über viele Jahrzehnte hinweg das zentrale Nachweisinstrument des Bibliotheksbestandes waren. Er umfasst drei Teilkataloge: 461.793 Katalogkarten  für Monographien und Zeitschriften bis 1935, 360.413 Karten für Dissertationen und Broschüren bis 1935 sowie 988.120 Karten für alle eigenständigen Publikationen von 1936 bis 1985.

Ein Großteil der älteren Literatur wurde inzwischen in den Bibliothekskatalog übernommen. Zudem sind sämtliche Titel ab dem Erscheinungsjahr 1962 dort vollständig nachgewiesen. Für die Recherche empfiehlt es sich daher, zunächst im Bibliothekskatalog der Universität Heidelberg zu suchen. Bleibt die Suche bei älteren Beständen ohne Ergebnis, führt der DigiKat häufig dennoch zum gewünschten Titel. Mit rund einer Million Büchern vor 1934 zählt der historische Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg zu den bedeutendsten Altbeständen von Universitätsbibliotheken weltweit.

KI ergänzt die bisherige Texterkennung

Bislang basierte die Recherche im DigiKat auf einer konventionellen Zeichenerkennung (Optical Character Recognition - OCR). Diese bleibt weiterhin verfügbar. Zusätzlich wurden sämtliche Katalogkärtchen nun mit einem modernen, multimodalen KI-Modell (Qwen2.5-VL-7B) neu ausgewertet. Die KI kann nicht nur gedruckte Texte erkennen, sondern auch schwierige Layouts und teilweise handschriftliche Einträge deutlich besser erfassen.

Gerade historische Katalogkarten stellen hohe Anforderungen an die automatische Texterkennung: Unterschiedliche Schreibmaschinen, handschriftliche Ergänzungen und ältere Schriften erschweren eine zuverlässige Erfassung. Hinzu kommt ein komplexes, sich wandelndes System von Signaturen. Moderne KI-Modelle können diese Herausforderungen wesentlich besser bewältigen als klassische OCR-Verfahren und verbessern dadurch die Durchsuchbarkeit des DigiKats spürbar.

Eine Weiterentwicklung ist dabei nicht abgeschlossen. Künftig sollen neuere KI-Modelle insb. für die Erkennung historischer Kurrentschriften erprobt werden. Das Ziel besteht darin, die Recherchequalität weiter zu verbessern.

Direkter Weg von der Recherche zur Bestellung

Auf den DigiKat wird aus dem neuen Bibliothekskatalog der Universität Heidelberg heraus verlinkt. Zudem ist er über das A–Z- auf der Homepage der UB aufrufbar. Relevante Treffer lassen sich zu einer Merkliste zusammenfassen. Jeder Katalogkarte ist ein Signaturfeld beigefügt. Die Signatur (immer oben rechts auf der Karte) wird in das Bestellformular übertragen und von den Nutzer:innen durch weitere bibliographische Angaben (Autor, Titel, Jahr) für die Bestellung angereichert.

Bei Fragen zur Recherche und zur Signatureingabe nutzen Sie bitte die DigiKat-Hilfe oder fragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Informationstheke im Informationszentrum der Hauptbibliothek.

Beispiele