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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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IV. Was vom Leben übrig bleibt: Wege, Irrwege und Neuanfang



Schauprozess über die „Hölzerlips-Bande“ auf dem Heidelberger Marktplatz am 31. Juli 1812 (Photo: Kurpfälzisches Museum Heidelberg)

Körper von Mördern und Mörderinnen für die Anatomische Lehrsammlung

Die vier Räuber der „Hölzerlips-Bande“ wurden am 31. Juli 1812 in einem Schauprozess auf dem Heidelberger Marktplatz zum Tode verurteilt. Ihnen wurde unter anderem der Raubmord an dem Schweizer Kaufmann Jakob Rieder bei einem Kutschenüberfall zwischen Hemsbach und Laudenbach zur Last gelegt.

Georg Philipp Lang („Hölzerlips“), dem man insgesamt 15 Fälle von Straßenraub sowie 21 Einbruchs- und Diebstahlsdelikte vorwarf, Philipp Friederich Schütz („Manne Friederich“), Veit Krähmer und Mathaeus Oesterlein („Krämer-Mathes“) aus Sindelfingen wurden auf dem Richtplatz vor der Stadt durch das Schwert getötet. Nach der Hinrichtung wurde der Leichnam des Hölzerlips wahrscheinlich in der Heidelberger Anatomie seziert und, wie damals üblich, anonym auf dem Armenfriedhof der Spitalskirche St. Anna bestattet.

Bis vor kurzem hielt man die im Eingangsbereich der Ausstellung gezeigte Skelettmontage (Exponat IV.11b) für die Überreste des „Hölzerlips“. Die erhaltenen Sammlungskataloge und eine in schwarzer Tinte in die linke Beckenschaufel geschriebene alte Inventarnummer belegen jedoch eindeutig, dass es sich um das Skelett des „Schwarzen Jonas“ handelt. In den Inventaren aus der Zeit Friedrich Tiedemanns (Exponat IV.1a) und Jakob Henles (Exponat IV.2) findet sich unter der Nr. 315 der entsprechende Eintrag.


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