Wilhelm Furtwängler zum 50. Todestag
Der Dirigent und Komponist Wilhelm Furtwängler erhielt 1927 die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg. Er starb am 30. November 1954 in Baden-Baden und wurde in Heidelberg, wo seine Schwester Märit lebte, bestattet. Sein Grab, in dem auch seine Mutter und seine Schwester beigesetzt sind, befindet sich auf dem Heidelberger Bergfriedhof.|
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Biographie
Quelle: Reclams Opern CD-ROM / von Rolf Fath, 1997Furtwängler, Wilhelm, dt. Dirigent, * 25.1.1886 Berlin, + 30.11.1954 Baden-Baden. Sohn des Archäologen Adolf Furtwängler, erhielt in München eine kunsthistorische Ausbildung, u. a. bei dem Bildhauer Adolf Hildebrand, und studierte Musik bei Joseph Rheinberger und von Schillings. Um 1903 wurden erste Kompositionen von ihm aufgeführt. 1905 begann er als Repetitor in Breslau, es folgten als weitere Stationen Zürich (1906/07), die von Felix Mottl geleitete Münchner Hofoper (1907-09) und die von Hans Pfitzner geführte Straßburger Oper (1910/11). Bereits mit 25 Jahren wurde er Operndirektor in Lübeck (1911-15) und anschließend Nachfolger von Bodanzky in Mannheim (1915-20). Ab 1920 übernahm er die Sinfoniekonzerte der Berliner Staatsoper, der Frankfurter Museumsgesellschaft (als Nachfolger von Strauss und Willem Mengelberg) und des Leipziger Gewandhauses, wo er Nikisch ersetzte (1922-28), 1922 auch der Berliner Philharmoniker. 1928 wurde er zum Berliner Generalmusikdirektor ernannt, 1933 Direktor der Staatsoper; trat jedoch 1934 von allen Ämtern zurück, als man ihm nicht erlaubte, Hindemiths Mathis der Maler aufzuführen. Er trat ab 1935 wieder öffentlich auf, was ihn später, vor allem im Ausland, in Mißkredit brachte. 1935-1938 erschien er am Londoner Covent Garden (Tristan und Isolde, Ring des Nibelungen), 1937 in Paris. Nach dem 2. Weltkrieg stieß er immer wieder auf Widerstände, sei es bei der Entnazifizierung oder durch die rückgängig gemachte Ernennung zum Leiter des Chicago Symphony Orchestra. Erfolge hatte er aber weiterhin in Europa: Er trat ab 1947 in Salzburg auf, leitete 1950 einen vielbeachteten Ring in Mailand, dirigierte 1951 in Bayreuth - wo er 1931 debütiert hatte - Beethovens 9. Sinfonie, gastierte an der Wiener Staatsoper und wurde 1952 bei den Berliner Philharmonikern »Dirigent auf Lebenszeit«. Seine Studioaufnahmen von Fidelio, Tristan und Isolde und der Walküre setzten Maßstäbe. Vor allem durch seine Plattenaufnahmen erfuhr er nach seinem Tod eine stetig steigende Bewunderung. Er wurde als einer der letzten Exponenten der durch von Bülow und Nikisch begründeten Tradition betrachtet, die den Interpreten als Deuter der Partitur ansah und nicht als dessen notengetreuen Sachwalter. Furtwänglers Interesse lag primär auf dem dt. Repertoire von Bach bis zur Gegenwart, Schwerpunkte waren die Klassik, Brahms und Bruckner. Schrieb u. a. Gespräche über Musik (Zürich 1948), Ton und Wort (Wiesbaden 1954). Literatur: K. Hoecker, Wilhelm Furtwängler, Begegnungen und Gespräche, Berlin 1961; F. K. Prieberg, Kraftprobe. Wilhelm Furtwängler im Dritten Reich, Wiesbaden 1986; J. Matzner, Furtwängler, Zürich 1986; B. Geissmar, Taktstock und Schaftstiefel. Erinnerungen an Wilhelm Furtwängler und Thomas Beecham, Köln 1996.
Zu
Musik und Musikgeschichte in der Region
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Musikwissenschaft
