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Universitätsbibliothek Heidelberg

Fachinformation Musik

Philipp Wolfrum in Heidelberg

Philipp Wolfrum ist seit 1885 im Heidelberger Adreßbuch (Heidelberger Adreßbücher - digital) nachweisbar:

1885 Wolfrum, Grabengasse 15, Eigentümerin Barbara Ahrle. Unter den Mitbewohnern Freifrau Sophie von Gagern, die Witwe des Majors Carl von Gagern

1887 Wolfrum, Grabengasse 15, ab 1. April Römerstraße 38, 40 (1888: Römerstraße 38), Eigentümer Privatmann Ed. Lipowsky);

1890 Wolfrum, Neuenheimer Landstraße 42, Eigentümerin die Witwe M. C. Krall. - Im Adreßbuch 1891 wird das Anwesen als Senior House des Heidelberg College verzeichnet.

1891 Wolfrum, Neuenheimer Landstraße 45, zunächst als Mieter (Eigentümer der auswärts wohnende Banquier Leopold Ahrweiler). - In Zusammenhang mit dieser Villa schreibt Harald Pfeiffer,"Alt Heidelberg, du feine". Streifzüge durch das Heidelberger Musikleben. Heidelberg 1992, 89: "Auf diesem Grundstück [...] stand bis vor wenigen Jahren die Villa, in der von 1864 bis 1874 Heinrich von Treitschke (1834-1896), der in diesen Jahren an der hiesigen Universität einen Lehrstuhl für Geschichte innehatte, wohnte und in die im Jahre 1884 [dies ist zu korrigieren, s. Heidelberger Adreßbuch] Philipp Wolfrum (1854-1919) einzog. In diesem Hause kehrten in den Jahren, während deren Wolfrum hier wohnte, der Leipziger Thomasorganist Karl Straube, Richard Strauss, Wolfrums Studienfreund Engelbert Humperdinck, Gustav Mahler und viele andere bedeutende Musiker als Gäste Wolfrums ein. Ein gern gesehener Gast war besonders Max Reger, der seinem Duz-Freund Wolfrum sein opus 112, "Die Nonnen" für Chor und großes Orchester, widmete. Das Werk hatte bei seiner Uraufführung, die im März 1913 in Heidelberg stattfand, allerdings keinen Erfolg. Das Heidelberger Tageblatt kritisierte vor allem den Text, der von Martin Boelitz stammt, und meinte, daß die "schwülstige Primanerlyrik, diese Inbrunst der Banalität ... einfach unerträglich sei.
Häufig spielten Wolfrum und Reger in der Stadthalle Werke für Klavier zu vier Händen. Wolfrum, den Max Reger "Amandeur der Pioniere der neuen Musik" nannte, machte Regers Werke für Klavier zu vier Händen im Heidelberger Konzertwesen heimisch."

1892 Nachdem Wolfrum die bisher gemietete Villa (nach Neunumerierung von diesem Jahre an unter der heutigen Adresse Neuenheimer Landstraße 32) erworben hat, bewohnt er sie bis zu seinem Tod (gest. 8. Mai 1919 in Samaden); seine Witwe wird als Eigentümerin und Bewohnerin noch 1943 genannt.

Links

Geschichte der Musikwissenschaft in Heidelberg (Musikwissenschaftliches Seminar, Universität Heidelberg)
Wolfrum, Philipp, deutscher Musikforscher, Dirigent und Komponist (Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV (1998), Sp. 35 f., Autor: Armin Raab)


Stand: April 2004 - Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Ursula Perkow
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