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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Jakob Steiner und Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius)

S. 33   aus
Holl, Hanns Peter: Jeremias Gotthelf : Leben, Werk, Zeit. - Zürich [u.a.] : Artemis, 1988


Aus einer Kleinbauernfamilie in Utzenstorf stammte der genial veranlagte Jakob Steiner, der nur ein Jahr älter war als Bitzius. Gegen den Willen seiner Eltern zog er 1814 zu Pestalozzi nach Yverdon, wo er bald als Mathematiklehrer wirkte. Nach Studien in Heidelberg und Berlin wurde er Professor an der Universität Berlin. Julius Springer, Gotthelfs Berliner Verleger, ließ sich von ihm bei den Illustrationen der Werke beraten. Am 10. Juli 1849 schrieb er an den Dichter: «Ja, à propos Professor Steiner. Ich kam aus Anlaß der Zeichnungen zu Uli mit ihm zusammen und das Gespräch natürlich sehr bald auf Sie! Er ist sehr außer sich, wie Sie ihn behandelt hätten, zumal bei seinem letzten Besuche in Bern. Dabei ist er Ihrer Schriften des Lobes voll, und ich darf sagen, daß er der Erste war, der dieselben hier im Norden in einige höhere Kreise verbreitete. Herr Steiner weiß nicht, Sie gekränkt zu haben, wenn er auch, namentlich was die religiösen Fragen betrifft, auf einem von dem Ihrigen sehr entfernten Standpunkt steht und dies Ihnen nie verschwiegen hat. Er hängt an Ihrer Freundschaft, der ihm angeblich von Ihnen widerfahrenen schlechten Behandlung ungeachtet, und wenn er über seinen ‹Bitzi› auch schimpft, ist er des Jeremias Gotthelf doch des kräftigsten Lobes voll!» Ein paar Wochen später heißt es dann: «Steiner habe ich seither nicht gesprochen noch gesehen. Es ist vieles sehr treffend, was Sie von ihm sagen, er ist ein Mensch, bei dem die allgemeine Bildung weder mit seinem Verstande noch der Wissenschaft, welcher er sich gewidmet, parallel geht, und wohl hieraus entspringt fürnehmlich die Abnormité vielfacher seiner Handlungen! Er liebt Sie aber doch — das darf und muß ich wiederholen — und spricht von Ihnen, wenn auch mit Derbheit und Hieben, doch mit einem gewissen landsmännischen Stolz» [Gotthelf, Jeremias: Sämtliche Werke, Erg. Bd. 7, S. 218 u. 223].


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