Sophie von Adelung:
S. Kowalewsky in Heidelberg
S. 417-418 aus Adelung, Sophie von:
Jugenderinnerungen an Sophie Kowalewsky
In: Deutsche Rundschau. - 89 (1896), S. 394-425
Signatur UB Heidelberg: H 279-2::23: 3.1896-97
Im Frühjahr darauf reiste das junge Paar nach Heidelberg, wo Sfòfa Erlaubnis erhielt, den Universitätsvorlesungen beizuwohnen. Anjùta folgte ihnen im Jahre 1870, und kurze Zeit, nachdem diese ihre folgenschwere Reise nach Paris angetreten hatte, kam Sfòfa mit ihrem Manne von Heidelberg aus auf einen Tag zu uns herüber. ...
Die gelehrte Cousine, von der ich schon so viel gehört, imponierte mir nicht wenig. Erst vor kurzem hatte ich in der Zeitung gelesen, wie ganz Heidelberg von der begabten jungen Russin rede, wie Professor Königsberger sie in höchsteigener Person an ihren Platz im Hörsaal führe, und wie gesammelt und ruhig sie dem Vortrag folge, ohne die Schar junger Leute um sie her im geringsten zu beachten. Unter den Studenten war zuerst ein wahrer Aufruhr entstanden, als sie die hübsche junge Cousine gewahrten; viele neugierige Blicke wandten sich ihr zu, und die Aufmerksamkeit wurde bald zwischen ihr und dem vortragenden Professor geteilt. Ein Student begann sogar heimlich die ausdrucksstarken Züge der interessanten Russin zu zeichnen ...
Ich erwähnte diesen Artikel vor Sfòfa; sie hatte ihn
nicht gelesen und überhäufte mich mit neugierigen
Fragen: Was hatte man von ihr geschrieben? Wie hatte man
über sie geurteilt? so daß ich merkte, daß
ihr die Sache gar nicht gleichgültig sei.
Zur Inhaltsübersicht
Fachinformation Mathematik
Homo Heidelbergensis
