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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Die Berufung von Hermann Helmholtz an die Universität in Heidelberg

Franz Werner

Abstract: From letters and unpublished documents we can reconstruct the long and difficult negotiations leading to Helmholtz's appointment to the University of Heidelberg and his subsequent appointment to Berlin.

As early as 1851, Helmholtz hoped to be appointed to Heidelberg. However, these plans came to nothing when bis intercessor, J. Henle, left Heidelberg in 1852. Not until 1857 did the government of the Grandduke of Baden resume negotiations over the appointment of Helmholtz. It was principally R. W. Bunsen, the chemist and friend of Helmholtz, who, along with others, interceded decisively — both privateley and in official capacity — for the appointment of Helmholtz. Wearisome tactical manoeuvres both by Helmholtz and by the Prussian government followed. Helmholtz wanted to leave Bonn (Prussia), Prince Wilhelm and King Friedrich Wilhelm IV of Prussia as well wanted to retain him. In September 1858 Helmholtz was flnally able to take over the newly established Chair of Physiology in Heidelberg on unusually favourable terms: he received a generous salary, a newly built Institute („Friedrichsbau“), and a considerable sum towards its maintenance.

After repeated attempts by the Prussian government and at the express wish of the German Emperor Wilhelm I, Helmholtz left Heidelberg in 1871 and took over the Chair of Physics in Berlin on exceptionally beneficial conditions.

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Eine königliche Kabinettsordre brachte im Leben des 30-jährigen Helmholtz eine glückliche und entscheidende Wende: Am 17. Dezember 1851 wurde er zum ordentlichen Professor der Physiologie und Anatomie an der Universität in Königsberg ernannt. Sechs Monate später gab er seine Habilitationsschrift ab und hielt am 3. Juli 18521 seine Antrittsvorlesung. Nachdem er im April 1853 einen Ruf nach Kiel abgelehnt hatte, bekam er eine Gehaltserhöhung von 800 auf 1000 Taler und zusätzlich eine einmalige Zulage von 100 Talern. Dennoch war Helmholtz mit den Verhältnissen in Königsberg nicht zufrieden, auch weil das raue Klima der Gesundheit seiner tuberkulosekranken Frau wenig zuträglich war.

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Bereits im August 1851 schrieb Helmholtz an seine Frau von einer Reise2, die ihn u.a. auch nach Heidelberg führte:

„In Heidelberg habe ich nur Professor Henle3 gesehen, einen Schüler Müllers4, etwas jüdisch, gegen den mich Dübois5, wie mir schien und wie mir Ludwig6 aus genauerer Kenntniß bestätigt, mit Unrecht mißtrauisch gemacht hatte. Der eröffnete mir eine für unsere Zukunft vielleicht erfolgreiche Angelegenheit, mit der ich deshalb gleich anfange. Er und die jüngeren Professoren der medicin[ischen] Facultät streben nämlich danach, mich nach Heidelberg berufen zu lassen.“7
Nicht zuletzt unterstützt durch die Fürsprache von Karl Ludwig8 zog J. Henle neben Helmholtz ebenfalls dessen Freund du Bois-Reymond mit in die engere Wahl. Diese Berufungsaussichten zerschlugen sich jedoch, als Henle 1852 Heidelberg verließ9, um einem Ruf nach Göttingen zu folgen. Sein Nachfolger wurde F. Arnold10. Helmholtz, der von der Stadt Heidelberg und ihrer Umgebung angetan war11, konnte 1855 nach langwierigen Berufungsverhandlungen nach Bonn gehen, wo er neben Physiologie auch Anatomie12 zu lesen hatte. Du Bois-Reymond hatte ihm bei dieser Berufung geholfen. Universitätsinterner Verhältnisse wegen hat sich Helmholtz auch in Bonn bald nicht mehr wohl gefühlt13. Er muss froh gewesen sein, als ihm die Universität Heidelberg einen Ruf anbot. Schon 1857 begannen erneute, wiederum langwierige Verhandlungen über seine Berufung nach Heidelberg. Vor allem diese und daneben seine Wegberufung nach Berlin sollen im Folgenden wesentlich anhand von Briefen und unveröffentlichten Akten rekonstruiert werden.

In einem Schreiben vom Ministerium des Innern vom 28. März 1857 wird der Großherzog von Baden14 aufgefordert, das Ministerium des Innern zu ermächtigen, „wegen Berufung eines Physiologen an die Universität Heidelberg die geeignete Verhandlung einzuleiten“.15 In diesem Schreiben sind zwei Sachverhalte bemerkenswert: Zum einen bezieht es sich auf einen „Vortrag am 23. Juli 1852“, in dem begründet wird, dass „die Lehrkanzeln und Institute für Anatomie und Physiologie getrennt gehalten und mit zwei tüchtigen Ordinarien besezt werden sollten“16. Auch die „Großherzogliche Sanitäts-Commission“ fordert mit zum Teil amüsant wirkenden Argumenten am 10. Dezember 1856, „den Lehrstuhl der Physiologie an der Universität Heidelberg von dem der Anatomie zu trennen“, was einem „dringenden, unabweisbaren Bedürfnis des medicinischen Studiums entspricht“17. Der zu Berufende bekommt also einen eigens für das Fach Physiologie neu eingerichteten Lehrstuhl. Das war sinnvoll geworden, weil sich seit den vierziger Jahren das Wissen in Physiologie sprunghaft vermehrt hatte. Mit neuer experimentell-vivisektorischer Arbeitsmethode und Denkweise konnte das Fach die bisher vorherrschende mehr spekulative Naturbetrachtung18 überwinden und rückte in den Status der exakten Wissenschaften. Zum anderen werden „ganz ausgezeichnete Physiologen von anerkanntem Ruf“ gesucht, „in welcher Hinsicht wir vorläufig nur den Professor Helmholtz in Bonn und den Professor du Bois-Reymond in Berlin nennen wollen“19. Diese beiden sind und bleiben die ernsthaften Bewerber auf den neuen Lehrstuhl.

Ein in der Folge zähes Hin und Her der Berufungsverhandlungen nimmt seinen Lauf. Nach einer Eingabe vom Ministerium des Innern vom 28. März 1857 ermächtigt der Großherzog am 2. Mai 1857 das Ministerium, Verhandlungen ‚wegen Berufung eines Physiologen an die medicinische Fakultät‘20 einzuleiten. Davon wird der engere Senat der Universität am 7. Mai informiert und im gleichen Schreiben aufgefordert, „thunlichst bald seine Vorschläge“21 für den zu berufenden Hochschullehrer einzureichen. Doch erst vier Wochen später, am 5. Juni 1857, teilt Maximilian Joseph Chelius22, der Dekan der medizinischen Fakultät, dem Ministerium die Vorschläge mit. Die Auswahl unter den Lehrern der Physiologie sei sehr beschränkt, denn Ludwig und Brücke befinden sich in Wien in guten Stellungen und würden kaum einen Ruf nach Heidelberg annehmen. So blieben nur Helmholtz und du Bois-Reymond übrig. Doch bemängelt Chelius an du Bois-Reymond, dass seine Lehrveranstaltungen wegen seiner „Richtung“ nur von einer geringen Zahl von Zuhörern besucht würden und kommt zu dem Schluss:

„In Berücksichtigung der angeführten Umstände ist die Facultät einstimmig der Ansicht, daß nur durch die Berufung des Professors Helmholtz eine erwünschte Vermehrung der Lehrkräfte gewonnen werden könnte.“23
In Helmholtz sieht Heidelberg seinen Wunschkandidaten, in du Bois-Reymond lediglich einen Ersatz.

Bei diesen Versuchen der badischen Regierung, Helmholtz für Heidelberg zu gewinnen, spielt auch Robert Wilhelm Bunsen24 eine gewichtige Rolle. Einerseits bemüht er sich nämlich ebenfalls im offiziellen Auftrag und andererseits auch privat um Helmholtz. So teilt Bunsen schon am 9. Mai 1857 den Inhalt des Ministerialschreibens — eben dass Heidelberg einen Physiologen berufen wolle und dass Helmholtz und du Bois-Reymond dafür in Frage kämen — Helmholtz mit.25 In seinem Antwortbrief vom 16. Mai 185726 bekundet Helmholtz sein Interesse an Heidelberg und gibt eine vorsichtige Zusage: „Meine hiesige Situation [in Bonn] ist noch in einem sehr embryonalen Zustande, und ich weiß nicht, was daraus werden soll.“ Einerseits wisse er nicht, ob er einen Ruf nach Heidelberg würde annehmen dürfen, auch wenn der „Geldpunct“ zur Zufriedenheit geordnet sein sollte, denn er fühle sich der preußischen Regierung zu Dank verpflichtet. Sie habe ihm der schlechten Gesundheit seiner Frau wegen erst einen Wechsel von Königsberg nach Bonn ermöglicht, obwohl er sich für die Stellung in Bonn nicht vollständig eignete, „da sie hauptsächlich einen Anatom haben wollten, ich aber nur als Physiolog bekannt war“. Andererseits beklagt er den „schmählichen Zustande“ des alten Anatomie-Gebäudes und dass er keine Aussicht auf ein neues habe. „Somit könnte ich darauf rechnen, daß die Stellung in Heidelberg [...] im Ganzen meinen wissenschaftlichen Bedürfnissen bestens entsprechen würde.“ Vorwürfe möchte er sich jedoch keine anhängen lassen. Auch will er die Direktion nicht mit Friedrich Arnold teilen müssen und gesteht, „der Pathologischen Anatomie bin ich ganz fremd geworden“. Er fährt fort:

„Schließlich muß ich noch bemerken, daß du Bois-Reimond [...] wahrscheinlich sehr gern u[nd] unter mäßigen Bedingungen nach Heidelberg geht. Derselbe hat sich bei Gelegenheit meiner Versetzung nach Bonn äußerst rücksichtsvoll gegen mich verhalten, insofern er selbst wohl eine Zeit lang Lust hatte herzugehen, u[nd] es auch durch Humboldt durchgesetzt haben würde. Humboldt Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Staatsminister im Preußischen Innenministerium. erklärte mir damals, er würde mein Gesuch nur dann unterstützen, wenn du Bois sich nicht bewerben wolle; darauf erklärte dieser, daß er auf die Bewerbung verzichte. Da ich nun glaube daß für du Bois ein anständiger Wirkungskreis als Prof. ord. viel wünschenswerther ist als eine Verbesserung meiner eigenen Lage, so muß ich auf ihn die gleiche Rücksicht nehmen. Ich möchte Sie also bitten zu bewirken, daß erst du Bois gefragt wird, weil ich für den Fall, daß er entschieden wünschen sollte, nach Heidelberg zu gehen, ihm nicht hinderlich zu sein entschlossen bin.“
Helmholtz zeigt also eine gewisse Loyalität sowohl der preußischen Regierung27 wie auch du Bois-Reymond gegenüber. Diese Haltung in der Heidelberger Berufungsfrage teilt Helmholtz am 18. Mai 1857 du Bois-Reymond mit: Bunsen habe ihm geschrieben, dass das „Badensche Ministerium willens ist, bedeutende Opfer zu bringen, um einen ordentlichen Physiologen nach Heidelberg zu ziehen“, dass sie beide neben Brücke und Ludwig in Frage kämen und dass er (Helmholtz) ihm bei einer möglichen Berufung nicht im Wege stehen werde.28 Gleichwohl äußert Helmholtz Unmut über die Situation in Bonn, im Besonderen über den Aufschub des versprochenen Institutsneubaus und verschiedene unerfreuliche fakultätsinterne Vorkommnisse, die er wiederholt anspricht29. Seine Professorenkollegen begegnen ihm mit Ressentiment, von den 1600 Talern, die für seinen Lehrstuhl vorgesehen sind, bekomme er lediglich 1200 u.a.

In seinem Antwortbrief vom 24. Mai 185730 an Helmholtz schreibt du Bois-Reymond eine indignierende Neuigkeit: Er verhandle schon seit Weihnachten 1856 mit Kirchhoff über die „Heidelberger Stelle“, er habe neben Helmholtz und Brücke gleichfalls ein Schreiben von Bunsen erhalten, „in dem er mich ersucht, ihm meine Bedingungen bekannt zu machen“ (2000 Gulden Gehalt, 700 Gulden für den Institutsfonds) und sei seinerseits mit den Berliner Verhältnissen unzufrieden und entschlossen, nach Heidelberg zu gehen. So weit kommt es nicht. Denn zwei Tage nach der ministeriellen Aufforderung an den Senat vom 7. Mai 1857, die Berufungsvorschläge einzureichen, wird am 9. Mai 1857 „Hofrath Dr. Bunsen“ ebenfalls offiziell vom Ministerialpräsidenten in Karlsruhe beauftragt, eine Berufungsliste aufzustellen. Auf seiner Liste, datiert vom 28. Mai 185731, stehen dieselben vier Namen wie auf der Liste der Fakultät:

„1. Helmholtz, ordentl. Professor der Physiologie und Anatomie in Bonn;
2. Brücke, ordentl. Professor der Physiologie in Wien;32
3. Dubois Reymond, außerordentl. Professor der Physiologie und Mitglied der königl. Akademie der Wissenschaften in Berlin;
4. Ludwig, Professor der Physiologie an der Josefsakademie in Wien.“
Außer Ludwig sind sie alle Schüler von Johannes Müller und auch miteinander befreundet. Sie gehören zu den umworbenen Nachwuchstalenten, die mit physikalisch-physiologisch orientierten Experimentalmethoden eine neue Richtung zur Erforschung der Lebensvorgänge einleiten. Bei Stellenbesetzungen nehmen sie gegenseitig Rücksicht.

In seiner Beurteilung der vier Kandidaten bemüht sich Bunsen einerseits spürbar um Sachlichkeit, favorisiert andererseits dennoch Helmholtz:

„Von den Genannten muß Helmholtz unzweifelhaft als der genialste, begabteste und vielseitig gebildetste gelten, wie schon das sub. lit. A. beigelegte Verzeichnis33 seiner Schriften erkennen läßt. Unter denselben finden sich Arbeiten von klassischer Bedeutung, die sogar manchen maßgegebenden Einfluß auf die neuere Richtung anderer exakter Naturwissenschaften ausgeübt haben. Seine Lehrthätigkeit ist eine ausgezeichnete, sein persönlicher Vortrag weniger glänzend, als gründlich, geistreich und anziehend. Sein Gehalt beträgt 2100 Gulden, seine Kollegien- und Fakultätseinnahmen ungefähr 1650 Gulden.“34
Der engere Senat teilt dem Ministerium am 17. Juni 1857 mit, dass er „diesem Gutachten, soweit es den Vorschlag des Professors Helmholtz betrifft, vollkommen beitrete“35. Das Ministerium hält in einem Sitzungsbericht vom 23. Juni 1857 fest:
„Da die äußere Stellung der beiden Erstem [Ludwig, Brücke] eine zu glänzende sei, als daß nach dem was in Heidelberg ihnen geboten werden könnte, eine andere als eine ablehnende Antwort sich erwarten ließe, so beschränkte die Facultät ihre Erwägungen auf die beiden Uebrigen, und gelangt, da dubois-Reymond mehr zu Specialitäten in der Physiologie hinneige und diese Richtung auch in seinen Vorträgen nicht verleugne, unter Hinweisung auf den ausgezeichneten Ruf, dessen Professor Helmholz [sic] allerwärts unbestritten genieße und da dessen Gewinnung für Heidelberg immerhin möglich sei, zu dem Antrage, daß ihm als der geeignetsten Persönlichkeit die zu besetzende Lehrkanzel übertragen werden möge.“36
Abgesehen von der im weiteren Verlauf positiveren Bewertung der Vortragsart übernimmt dieser Bericht Bunsens Einschätzung von Helmholtz fast wörtlich. Obgleich du Bois-Reymond geringere Forderungen stellt, interessiert sich Heidelberg eindeutig mehr für Helmholtz. Helmholtz ist und bleibt der von der Fakultät primo loco Platzierte. Und noch bevor Bunsen seine Berufungsliste abschickt, schreibt Helmholtz am 26. Mai du Bois-Reymond, Friedrich Wilhelm Delffs37, der Prodekan der medizinischen Fakultät, habe mit ihm (Helmholtz) verhandelt, und er habe Delffs dieselbe Antwort wie Bunsen gegeben, eben seiner Berufung nicht im Wege stehen zu wollen, und warnt ihn:
„Sei vorsichtig mit Arnold. Dieser hat dem Ministerium gegenüber erklärt, er werde weder die Physiologie noch das physiologische Institut abgeben [...]. Der Fakultät dagegen hat er gesagt, er werde alles abtreten, wenn ihm der neue Physiologe genehm sei. Übrigens hat er an den Vorschlägen der Fakultät teilgenommen, welche auf uns beide lauten.“38
G. R. Kirchhoff39 benachrichtigt seinen Freund Helmholtz schon am 20. Juni 1857, er allein sei von der medizinischen Fakultät dem Ministerium vorgeschlagen worden, und falls er den Ruf ablehnen wolle, möge er sich in seinem (Kirchhoffs) und auch im Namen von Bunsen für eine Berufung von du Bois-Reymond beim preußischen Ministerium aussprechen, obwohl letzterer „von der medicinischen Facultät nicht vorgeschlagen, sondern im Gegentheil als eine nicht geeignete Persönlichkeit bezeichnet“ worden war. „Es ist ihm [fachlich] Einseitigkeit vorgeworfen und geäußert [worden], daß dem Vernehmen nach sein Vortrag nicht gut sei und seine Vorlesungen wenig besucht seien.“40

In der Berufungsverhandlung tritt eine kurze Pause ein. Denn Bonn wird sich der Bedeutung von Helmholtz bewusst:

„Die ausgezeichnete Stellung, welche sich der Helmholtz durch seine wissenschaftlichen Arbeiten besonders im Fache der Physiologie errungen hat, sein entschiedenes Lehrtalent und der glückliche Erfolg seiner bisherigen Lehr-Wirksamkeit sowie seine anerkennenswerte sittliche und politische Haltung machen es sehr wünschenswerth, den großen Verlust, welchen die medicinische Fakultät in Bonn durch seinen Abgang erleiden würde, wo möglich abzuwenden und ihn zum voraus durch eine angemessene Gehaltszulage für die äußern Vortheile zu entschädigen, welche ihm bei der Berufung nach Heidelberg in Aussicht gestellt worden.“41
Helmholtz trägt die beabsichtigte Berufung nach Heidelberg vom preußischen Ministerium vom 1. Juli 1857 an 400 Taler Gehaltszulage42 und eine erneute Zusicherung für den Neubau eines physiologischen Instituts ein, und daher beschließt er, „definitiv“ in Bonn zu bleiben43. Besoldungsfragen spielten im Leben von Helmholtz nie eine untergordnete Rolle. Zu bedenken ist, dass im 19. Jahrhundert Besoldungskategorien nicht festgelegt waren. Das Gehalt war Gegenstand der Berufungsvehandlungen mit dem Ministerium. Erst die preußische Besoldungsreform von 1897 führte zu Besoldungsordnungen.

Du Bois-Reymond kann mit seiner Berufung nach Heidelberg rechnen44. Aber Heidelberg scheint nichts zu unternehmen, du Bois-Reymond zu berufen, vielmehr hartnäckig auf Helmholtz zu warten. Mit gutem Grund. Bonn löst das wiederholte Versprechen eines Institutsneubaus nicht ein, und damit fällt für Helmholtz ein Teil der Gründe weg, nicht nach Heidelberg zu kommen. Die entscheidende Wende bahnt sich an.

Am 18. Juli 1857 erteilt der Großherzog dem Ministerium die Genehmigung, mit Helmholtz erneute Berufungsverhandlungen zu beginnen, „sollte eine Ablehnung erfolgen, so ist das Ministerium des Innern ermächtigt, mit einem anderen geeigneten Lehrer der Physiologie in Unterhandlung zu treten“45. Heidelberg ist sich Helmholtz' folglich nicht sicher. So ist in einem Kurzbericht des Ministeriums vom 20. August 185746 die Rede, dass man sich in Wien erkundigen wolle, „ob Professor Brücke an der dortigen Universität oder Professor Ludwig an der Josephsacademie daselbst“ und „unter welchen Bedingungen“ sie nach Heidelberg kämen. Doch scheinen beide abschlägig geantwortet zu haben oder das Ministerium auf Schritte zu einer anderweitigen Besetzung verzichtet zu haben. Bunsen kann Helmholtz am 15. Dezember 1857 im Auftrage des Ministeriums mitteilen47, dass sie auf seine Antwort warten. Nun entwickelt Helmholtz Initiative und besucht Heidelberg und Karlsruhe, wie einem Ministerialschreiben vom 17. Februar 1858 zu entnehmen ist, „um die für ihn erforderlichen und dienlichen Lokalitäten selbst einzusehen, und die Modalitäten hinsichtlich seiner Berufung zu besprechen“48. Helmholtz äußert detaillierte Vorstellungen von den Räumlichkeiten des neuen Instituts, verlangt 3600 Gulden Besoldung und über 1050 Gulden für dessen Unterhaltung — ungewohnt üppige Summen und beispiellose Forderungen.49 „Diese Forderungen scheinen uns [...] sehr hoch und schwer zu erfüllen“50, hält das Ministerium fest. Karlsruhe zögert, „einen Präzedenzfall von dieser Bedeutung zu schaffen, und dadurch ein so großes Mißverhältnis gegenüber den übrigen Lehrern der Univers. Heidelberg zu gründen.“51 Man glaubt, es nur dann rechtfertigen zu können, „wenn nichts anderes übrig bleibe“, und überlegt von neuem „ob nicht ein anderer anerkannt bewährter Physiologe [...] mit geringeren Opfern zu gewinnen“52 ist. Wiederum wird neben Ludwig in Wien der Name du Bois-Reymond genannt.

Karlsruhe zögert nur einen Tag lang und schickt dann postwendend am 18. Februar ein Präsidialschreiben vom Ministerium, in dem er in Kenntnis gesetzt wird,

„[...] daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ihre Berufung an die Universität Heidelberg unter den von Ihnen bei Ihrer neulichen Anwesenheit dahier mir ausgesprochenen Bedingungen und Wünsche allergnädigst zu genehmigen geruht haben, [...]“53
und er die erforderlichen Schritte wegen seiner Entlassung aus dem preußischen Staatsdienst einleiten solle, damit er noch im nächsten Semester in Heidelberg eintreten könne. Zudem soll er seine Vorschläge „für die erforderlichen Localien an das Ministerium oder die Bau- und Oeconomie-Commission der Universität“54 gelangen lassen. Der 37-jährige Helmholtz glaubt sich am Ziel. Alles weitere scheinen lediglich Formalien zu sein. In einem Schreiben vom 19. Februar 1858 wird das Ministerium ermächtigt, „Professor Helmholtz in Bonn unter Zusicherung der von ihm gestellten Bedingungen als Lehrer der Physiologie an die Universität Heidelberg zu berufen“55, ohne dass er bislang aus dem preußischen Dienst entlassen worden ist. Der engere Senat gibt am 17. April diese Berufung an den übrigen Lehrkörper bekannt56.
Faksimile 1

Berufungsurkunde für Helmholtz nach Heidelberg
(UAHD: PA 1700, Bl. 2).

Kirchhoff schreibt ihm am 27. Februar 1858: „Ganz Heidelberg jubelt darüber, dass Sie herkommen, und ich hoffe sicher, dass auch Sie sich hier behagen werden.“57 Bunsen ist nicht weniger erfreut: „Eine recht arge Verbrennung der rechten Hand lässt mich nur mit Mühe die Feder führen, so dass ich Ihnen nur mit zwei Worten sagen kann, wie sehr wir uns Alle freuen, dass Sie kommen.“58 Und sein Vater fühlt den Stolz auf seinen Sohn: „Ich freue mich Deines grossen Glücks, dass Du Dir einen Ruf erwerben konntest, der Dir in so jungen Jahren, noch dazu im Gelehrtenberuf, eine so seltene und ausgezeichnete Stellung verschafft.“59

Was ist aber nun mit du Bois-Reymond, der von dieser Berufungsentscheidung noch nichts weiß? Am 5. März schreibt ihm Helmholtz:

„[...] nach langem Verhandeln, Schwanken, Zögern ist es endlich dahin gekommen, daß ich den Ruf nach Heidelberg angenommen habe. Heute habe ich mein Abschiedsgesuch an Raumer abgesendet. [...] Ich glaubte sicher, die Badische Regierung würde nun so vernünftig sein und Dich ohne Zögern berufen; auch die Zeitungen meldeten es, und war nicht wenig erstaunt, Ende Oktober ein zweites Mal eine Berufung nach Heidelberg zu bekommen.“60
Helmholtz schreibt weiter, dass er alles daran setzen wolle, damit du Bois-Reymond für Bonn vorgeschlagen werde.

Du Bois-Reymond reagiert verärgert über diesen Ausgang der Berufungsverhandlungen. Denn statt des erhofften Rufes nach Heidelberg bekam er lediglich den Brief von Helmholtz über den für ihn ungünstigen Ausgang61. Doch in der Folge gelingt es ihnen, die Schatten, die sich über beider Freundschaft gelegt zu haben schienen, mit aller Offenheit auszuräumen. Zudem wurde nach dem Tode von Johannes Müller (28. April 1858) dessen Professur für Anatomie und Physiologie geteilt, und du Bois-Reymond erhält schon am 20. Oktober 1858 den Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Berlin.

Nachdem nun die Berufung unter Dach und Fach gebracht war, bittet Helmholtz nach knapp dreijähriger Tätigkeit in Bonn am 4. März 1858 um seine Entlassung aus dem preußischen Staatsdienst vom 1. Oktober an.62 Einen Tag später schreibt Helmholtz an den Präsidenten des badischen Ministeriums des Innern, Franz Freiherr von Stengel63, dass er ‚zum 1. April, eventualiter zum 1. Oktober, aus dem preußischen Staatsdienst austreten wolle‘ und „Vorschläge über die Herstellung eines provisorischen Locals“ schon am 17. Februar 1858 abgeschickt habe, nachdem er „die Locale in dem neuen Anatomie Gebäude und im sogenannten Riesen besichtigt hatte“64. Wie schon im Februar, so wird jetzt am 23. März nochmals bestätigt:

„Der definitiven Ernennung des Professor Helmholtz zum ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg steht hienach nichts mehr im Wege.“65
Er soll Direktor des Physiologischen Instituts werden, 3600 Gulden Gehalt und eine entsprechende Umzugsvergütung erhalten; für diese muss er sich allerdings verpflichten, mindestens fünf Jahre im badischen Dienst zu bleiben66. Von diesem Sachverhalt wird der engere Senat am 13. April 185867, die für die finanziellen Angelegenheiten zuständige Bau- und Ökonomiekommission am 9. Oktober 185868 informiert. Schon am 24. Mai bekommt Helmholtz seine „Ernennungsurkunde“69 aus Karlsruhe.

Doch mit der Bitte um Entlassung handelt sich Helmholtz reichlichen Ärger ein: Er hat es nämlich unterlassen, die preußische Regierung von den erneuten Berufungsverhandlungen zu informieren. Du Bois-Reymond schreibt Helmholtz, ‚der Prinz, von Preußen habe in scharfen Ausdrücken Bericht über die Gründe des Weggangs von ihm gefordert und die Absicht ausgesprochen, sich persönlich nach Baden zu wenden, um Helmholtz von seiner Zusage zu entbinden‘70. Schon im April nämlich hat der König Raumer fragen lassen, „ob es nicht möglich ist, die seinerseits mit der großherzoglich Badischen Regierung getroffene Uebereinkunft rückgängig zu machen und eventuell welche Bedingungen er für sein Verbleiben stellte“71. In einem Antwortschreiben vom 8. Mai äußert Raumer argumentativ detailliert und um Sachlichkeit bemüht, aber dennoch den Unterton der Kränkung verratend und Helmholtz der Undankbarkeit bezichtigend dem preußischen König seinen Ärger über Helmholtz: Helmholtz verdanke sowohl seine wissenschaftliche Ausbildung am „medicinisch-chirurgischen Friedrich Wilhelms-Institute“ wie seine erste Anstellung „als Gehülfe bei den hiesigen anatomischen Anstalten und als Lehrer der Anatomie bei der Akademie der Künste“ als auch die außerordentliche Professur der Physiologie an der Universität in Königsberg zum einen Preußen und dem König, seine Beförderung zum ordentlichen Professor in Königsberg und seine Versetzung nach Bonn zum anderen Raumer. Aber nicht nur das, des Weiteren habe sich Raumer für eine Gehaltserhöhung von 1200 auf 1600 Taler eingesetzt und für den Institutsneubau „die geeigneten Einleitungen getroffen“. Zusammenfassend rät er schließlich dem preußischen König, Helmholtz die Entlassung vom 1. Oktober an zu bewilligen mit der Begründung:

„Der p. Helmholtz ist ein Gelehrter von anerkennenswerther Bedeutung. Doch aber steht seine wissenschaftliche Geltung nicht so hoch, daß sie, nach Erschöpfung vielfältiger und ausreichenster Bezeigungen von Fürsorge und Wohlwollen, die Zuwendung einer, das Maaß berechtigter Ansprüche überschreitenden Berücksichtigung rechtfertigen würde.“72
Helmholtz befindet sich also in der undankbaren Situation, die Berufung nach Heidelberg annehmen zu wollen, ohne Berlin zu verärgern. In diesem Dilemma erklärt er am 20. Mai 1858 taktierend, „daß ich bereit bin, unter den von mir vom Herr Rector mitgetheilten Bedingungen73 bei der Universität Bonn zu verbleiben, wenn es durch die Mitwirkung der preußischen Regierung gelingt, die Badische Regierung dahin zu bestimmen, daß sie mich meines gegebenen Versprechens entbindet.“74

Wie erwähnt, der preußische König beurteilt den beabsichtigten Weggang von Helmholtz anders als Raumer. Schon am 19. Mai beauftragt er Raumer in bezug auf dessen Schreiben vom 8. Mai, dem Entlassungsgesuch von Helmholtz durch eine „bündige Zusicherung einer baldigen und befriedigenden Erledigung“75 seiner Wünsche entgegenzuwirken. Am 21. Mai meldet Raumer dem König, dass er einen „Commissarius“ seines Ministeriums beauftragt habe, mit „Helmholtz in Unterhaltung zu treten und ihm die Erfüllung der Wünsche und Bedingungen, woran er sein ferneres Verbleiben in Bonn geknüpft hat, zuzusichern“ und zu erreichen, dass er von seiner Zusage an Karlsruhe entbunden werde76. Helmholtz taktiert vorsichtig weiter. Am 1. Juni schreibt er an Stengel, dass er die „Ernennungsurkunde“ aufbewahren wolle, „bis die Entscheidung, welche ganz in die Hände der Großherzoglichen Regierung gelegt ist, erfolgt sein wird“, und „daß ich immer noch nicht meine im Anfang März d.J. nachgesuchte Entlassung aus preußischen Diensten erhalten habe“, ferner dass die preußische Regierung ‚auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen in Carlsruhe versuchen wolle, das vor mir eingegangene Engagement rückgängig zu machen‘, und dass er gefragt worden sei,

„[...] ob ich unter Gewährung gleicher Bedingungen, die mir in Heidelberg gestellt seien, hier zu bleiben geneigt wäre. Ich erwiederte [sic], daß ich darauf nicht eingehen könnte, weil ich mich durch mein Ew. Excellenz gegebenes Wort gebunden betrachten müßte.“77
Am 4. Juli teilt Helmholtz Raumer mit: Er müsse sich verpflichtet fühlen, nach Heidelberg zu gehen, wenn ihn die badische Regierung seines gegebenen Wortes nicht entbinde, und betont, dass er „keine ausreichenden Beweggründe“ anführen könne, „die Aenderung meines Willens zu entschuldigen“, er sich vielmehr vor dem „Vorwurf der Unzuverlässigkeit“ schützen müsse, da die Verhandlungen sich schon ein Jahr lang hingezogen hätten, „ehe die jetzt bestehende Vereinbarung zu Stande gekommen war“.78 Das sind ausgefuchste Argumente, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Ganz im Sinne von Helmholtz erklärt Baden, „sich nicht in der Lage zu befinden, den Helmholtz von dem seiner Seits wegen seiner Berufung an die Universität zu Heidelberg gegebenen Versprechen zu entbinden“79.

Vom 1. Oktober 1858 an wird er zu seiner Freude80 aus dem preußischen Dienst entlassen81. Schon im September 1858 hat er endlich das neu eingerichtete Amt als Ordinarius für Physiologie an der Universität Heidelberg angetreten. Finis coronat opus. Arnold liest nun nur noch Anatomie. Sein Neffe Wilhelm Wundt wird der erste Assistent von Helmholtz. Das „Heidelberger Journal“ nimmt die Berufung von Helmholtz in der ersten Spalte der Titelseite gleich nach den Hofnachrichten gebührend zur Kenntnis:

„Heidelberg, 6. Sept. (K Z.) Gestern wurde unserem neugewonnenen Professor der Physiologie, Herrn Dr. Helmholz [sic], die erste Ovation dargebracht. [...] Schließlich wurde ihm, als dem ‚Erfinder des Augenspiegels‘, desjenigen Instrumentes, welches bekanntlich die ganze Ophthalmologie umgewandelt und der leidenden Menschheit schon unendlichen Segen,gebracht hat, von den versammelten Augenärzten ein Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit in Gestalt eines Pocales überreicht.“82
Auf diesem Pokal stand die Inschrift: „Dem Schöpfer der neuen Wissenschaft, dem Wohltäter der Menschheit in dankbarer Erinnerung an die Erfindung des Augenspiegels.“83

*

Während seiner Heidelberger Zeit wurde Helmholtz von der badischen Regierung „immer mit der ausgesuchtesten Bereitwilligkeit und Achtung behandelt“84, wie Helmholtz in einem Brief schreibt, und mit Auszeichnungen und Ehrungen geradezu überhäuft. Er wurde zum Prorektor gewählt, zum Hofrat und später Geheimrat ernannt, bekam Orden und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Heidelberg verliehen. Noch zu seinem 70. Geburtstag bekam er eine Glückwunschadresse vom engeren Senat der Universität Heidelberg.85 (Faksimile 2). Und das als Berufungsbedingung geforderte Physiologische Institut ging auf sein Betreiben bereits wenige Monate nach Helmholtz' Ankunft in Heidelberg in Planung und wurde schon 1863 fertiggestellt.86

Faksimile 2

Glückwunschadresse des Engeren Senats der Universität Heidelberg zu Helmholtz' 70. Geburtstag
(UAHD: PA 1700, SG 14).

Bemühte er sich um eine außerordentliche Zulage für das Physiologische Institut87, so stieß er auch damit auf großzügiges Entgegenkommen. Und was seine Besoldung betrifft, bekam er — wie erwähnt — die ungewöhnlich üppige Summe von 3600 Gulden Anfangsgehalt88. Als Helmholtz einen Ruf ans Josephinum in Wien ablehnte89 bat er u.a. um die Erlassung der ohnehin sehr niedrigen Miete von 360 Gulden für seine Dienstwohnung90. Um keinen Präzedenzfall zu schaffen, bekam er diese zwar nicht zugestanden91, dafür aber als Ausgleich rückwirkend vom November 1865 eine Gehaltsaufbesserung von 400 Gulden92, eine Erhöhung seines Institutsfonds um 400 auf 1000 Gulden und die Zusage einer Anrechnung seiner preußischen Dienstjahre auf seine spätere Pension in Baden93. Helmholtz ging es sehr gut und drei Jahre später noch besser. Denn Bonn bietet Helmholtz im Mai 1868 nach dem Tod von Julius Plücker (22. Mai 1868)94, der die Professur für Physik und die Professur für Mathematik innehatte, den Lehrstuhl für Physik an95. Ein für Helmholtz insofern verlockendes Angebot als ihn seine Arbeiten „in den letzten zehn Jahren eigentlich mehr in das Gebiet der Physik, als der reinen Physiologie geführt“96 haben. In einer offiziellen Antwort nach Bonn betont er:

„Die Physik war eigentlich von jeher die Wissenschaft, der sich mein Interesse hauptsächlich zugewendet hatte. Was ich in der Physiologie geleistet hatte, basiert wesentlich auf physikalischem Boden. [...] Ich muß mir deshalb sagen, wenn ich in diesem Fache eine Einwirkung auf die Schüler gewinnen könnte, daß ich damit vielleicht Wichtigeres leisten würde als in der Physiologie, wo jetzt eine rüstig vorwärtsarbeitende Schule ausgebildet ist.“97
Kurzum, das Berufungsangebot sorgt in Heidelberg für Unruhe. In einer „Unterthänigsten Bitte der Studirenden der Medicin in Heidelberg um Verhütung des Abgangs des H. Geh. Rath Helmholtz von der hiesigen Hochschule“98 äußern Studenten ihre Besorgnis, „daß durch den Weggang dieses größten Lehrers unserer Hochschule dieser ein nicht geringer Verlust zugefügt würde, als der Wissenschaft selbst“, dass sie sich „durch den drohenden unersetzlichen Verlust eines Mannes, der, eine fernhinstrahlende Zierde unserer Universität, auch für den wissenschaftlichen Geist dieser von unberechenbarem Werth“ ist und „im Gang ihrer Studien sehr erheblich gestört“ sähen. Daher bitten sie das Ministerium, gnädigst dahin zu wirken, dass Helmholtz Heidelberg erhalten bleibe.

Auch der engere Senat der Universität Heidelberg bittet am 28. Juli 1868, die Regierung solle „alles was in ihren Kräften steht, thun, um diesen Verlust von unserer Hochschule abzuwenden“99. J.A.I. Jolly100, der Präsident des Ministeriums des Innern, erwidert daraufhin dem Senat, dass die Regierung „ebenfalls den dringenden Wunsch“ hege, Helmholtz zu halten, und bittet den Senat, „die Anerbietungen vorzuschlagen, die ihm etwa zu machen wären, damit er an dortiger Universität verbleibe“101.

Doch auch Preußen ist zu fast allem bereit, Helmholtz zurückzugewinnen. So schreibt du Bois-Reymond am 22. Oktober 1868 an Helmholtz:

„Der Unter-Staatssekretär hat mir ganz aus freien Stücken gesagt, daß nach langem Kampfe für das nächste Etatsjahr eine Summe zur Vermehrung der Dotation der Universitäten beantragt und so gut wie durchgesetzt sei, von der aber ein ansehnlicher Posten sogleich durch Deine Besoldung würde absorbiert werden. Man sei entschlossen, Dich zu haben, beinahe coûte que coûte; und wenn Du nicht kämest, würde es Dein Wille sein.“102
Die Berufungsverhandlung spitzt sich zu. Am 26. Dezember berichtet Helmholtz Jolly, dass er am 29. Dezember eine Verhandlung mit dem Curator G. K. Chr. Beseler von der Universität Bonn führen werde103. Aber noch vorher, schon am 28. Dezember, besucht ein von Jolly beauftragter Unterhändler Helmholtz, wie einer sprachlich fragmentarischen Gesprächsnotiz104 vom gleichen Tag zu entnehmen ist. Ohne zu fragen oder zu wissen, was Preußen bietet, macht der Unterhändler Helmholtz das fulminante Besoldungsangebot von 5000 Gulden. Damit scheint Helmholtz zufrieden, denn noch am gleichen Tag will er die bevorstehende Besprechung mit Beseler telefonisch verschieben. Beseler besteht aber auf den für den nächsten Tag angesetzten mündlichen Verhandlungstermin, verhält sich dabei jedoch taktisch ungeschickt105. Helmholtz ist verärgert und „verweigert von da ab jedes Eingehen auf Beselers weitere Vorschläge“106. Hin und her gerissen schreibt Helmholtz am übernächsten Tag, dem 31. Dezember 1868, an Beseler, dass er der preußischen Regierung „eine von Beseler vorgeschlagene 14tägige Frist offen“107 lasse. Immer noch unzufrieden mit sich, schickt er dann am 2. Januar 1869 ein Telegramm, auf diesen Brief hin nichts zu unternehmen, sondern einen zweiten Brief abzuwarten. In diesem zweiten Brief „erklärte ich bestimmt, ich müßte auf die Bonner Berufung verzichten“108. Schon kurz nach dem ersten Treffen mit dem Karlsruher Unterhändler hat dieser von Jolly mit einer nicht datierten Notiz die Erlaubnis erhalten, bis auf 5400 Gulden Besoldungshöhe zu gehen — und selbst dabei nicht abzubrechen109. Doch davon hat Helmholtz nie etwas erfahren.

Helmholtz hat Jolly über diese Verhandlungen informiert, wie dessen Brief vom 2. Januar an Helmholtz verrät:

„Ich hoffe jetzt mit Sicherheit, es wird gelingen, Sie an dem schönen Heidelberg festzuhalten. So gerne wir uns sonst der preussischen Führung fügen, so ist es doch in dem vorliegenden Falle für uns eine angenehme Pflicht, dem Berliner Cabinet den Sieg aufs Aeußerste streitig zumachen.“110
Am 3. Januar 1869 berichtet Helmholtz an Jolly, dass er einen Brief nach Bonn abgeschickt habe, mit dem er die Verhandlungen mit Bonn als abgebrochen betrachte, „ohne eine Rückantwort der Preußischen Behörden abzuwarten“111, dass er das Angebot der badischen Regierung akzeptiere und nach Karlsruhe kommen wolle, um persönlich mit Jolly zu sprechen und dem Großherzog für die ihm zuteil gewordenen Auszeichnungen zu danken. Den Tag darauf bittet Jolly, dass der Großherzog Helmholtz vom Dezember 1868 an eine Besoldungszulage von jährlichen 1200 Gulden bewillige (Bonn hätte ihm 3600 Taler geboten, das sind 6300 Gulden), mit der Begründung, er sei
„[...] als Gelehrter auf dem Gebiete der gesammten Naturwissenschaften eine europäische Berühmtheit ersten Ranges. Er steht in der vordersten Reihe derjenigen welchen Heidelberg seinen wissenschaftlichen Namen u. Ruhm verdankt u. seine geistig befruchtende u. anregende Wirksamkeit für die verschiedensten Zweige des Wissens u. der gelehrten Forschung ist für das innere Gedeihen der Hochschule unschätzbar.“112
Inzwischen hat auch du Bois-Reymond, wie er am 9. Januar an Helmholtz schreibt, zu seiner Betrübnis gehört, dass sich die Berufung zerschlagen habe, gibt kolportierte Gründe dafür wieder und bietet ihm seine Vermittlung bei der preußischen Regierung an113. In seinem Antwortschreiben stellt Helmholtz die Sachlage aus seiner Perspektive ausführlich dar: Er sei auf diese Berufung nur deshalb eingegangen, weil er „sie als eine Gelegenheit betrachtete, in eine mir besser als meine bisherige passende Tätigkeit überzugehen“114, und lässt wissen, dass sich seine Forderungen entgegen anders lautender Meinung für seine Verhältnisse „relativ bescheiden“ auf lediglich 3600 Taler Gehalt belaufen hätten, da er schon in Wien 4600 Gulden und freie Wohnung bekommen sollte115. Zwei Gründe sind also dafür verantwortlich, dass sich die Berufung nach Bonn zerschlagen hatte. Zum einen zeigte Beseler wenig Feingefühl gegenüber Helmholtz, zum anderen lag insofern ein Missverständnis vor, als Helmholtz monatelanges Schweigen aus Berlin irrtümlicherweise für ein Desinteresse an ihm hielt, doch scheint Berlin lediglich auf die Bewilligung des Budgets für das neue Haushaltsjahr gewartet zu haben.

Wie auch immer, vorerst bleibt Helmholtz Heidelberg erhalten. Vom 1. Dezember 1868 an bekommt er eine Gehaltsaufbesserung von 1200 Gulden116, also insgesamt fürstliche 5200 Gulden, obwohl er mit 5000 Gulden zufrieden gewesen wäre und obwohl die Regierung sogar über 5400 Gulden gegangen wäre. Dafür muss er allerdings 520 Gulden Miete für seine Dienstwohnung bezahlen. Er dürfte der mit Abstand bestbesoldete und am meisten hofierte Professor in Baden gewesen sein.

Doch kaum eineinhalb Jahre später tritt Preußen wieder an Helmholtz heran und bietet ihm den durch G. Magnus'117 Tod (5. April 1870) vakanten Lehrstuhl der Physik an der Universität zu Berlin an. Ein Mitbewerber ist diesmal sein Freund und Mitbewohner im Friedrichsbau G.R. Kirchhoff. Doch führt die mögliche Berufung zu keinem Konkurrenzverhalten zwischen beiden. Du Bois-Reymond — von 1869-1870 Rektor an der Berliner Universität — setzt sich maßgeblich für seinen lebenslangen Freund Helmholtz ein; mit Erfolg, obwohl Helmholtz an die Annahme des Rufes beachtliche Bedingungen knüpft118.

Am 1. Januar 1871 bittet Helmholtz auf einer Reise nach Berlin um seinen „Abschied aus dem Großherzoglichen Staatsdienste“119 vom 1. April an.

Faksimile 3

Dokument des Ministerium des Innern über die Gehaltsaufbesserung für Helmholtz
(UAHD: PA 1700, Bl. 25 [Nr. 355; vom 12. Januar 1869]).

Am 14. Januar wird ihm dieser gewährt120. Vier Wochen später, am 13. Februar 1871, unterschreibt Wilhelm I., König von Preußen und seit wenigen Tagen proklamierter Deutscher Kaiser, in Versailles die Kabinettsordre an den Minister Heinrich von Mühler über die Bestallung121 des Helmholtz als ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin auf den Lehrstuhl seines ehemaligen Lehrers Gustav Magnus vom 13. Februar an sowie die Remuneration als ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Und in der Personalakte Helmholtz122 findet sich auf Blatt 2 ein Schreiben v. Mühlers vom 6. März 1871 an den Herrn Rektor und den Senat der Königlichen Friedrich- Wilhelms-Universität. Dieses Schreiben wurde dem Rektor am 8.3.71 vorgelegt und ebenfalls am 8.3.1871 im Senat vorgetragen. Wortlaut:

„Den Herrn Rector und den Senat benachrichtige ich hierdurch, daß Seine Majestät der Kaiser und König auf meinen Antrag den Geheimen Rath Dr. Helmholtz in Heidelberg zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät hiesiger Königlichen Universität zu ernennen und die darüber ausgefertigte Bestallung unterm 13. v. M. zu vollziehen geruht haben. Herr p. Helmholtz ist von seiner Ernennung unter Uebersendung der Bestallung durch mich in Kenntnis gesetzt und ersucht worden, seine hiesige Lehrthätigkeit mit dem nächsten Semester zu beginnen. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten v. Mühler“
In diese Zeit fällt auch das Angebot einer Professur für Experimentelle Physik in Cambridge. Am 3. April zieht Helmholtz nach Berlin um. In einem Brief nach Karlsruhe bittet er, dem Großherzog mitzuteilen, „mit welcher Dankbarkeit ich immer auf die Zeit zurückblicken werde, die ich in badischen Diensten verbracht habe“123. Mit einem populären Vortrag „Ueber die Entstehung des Planetensystems%ldquo; verabschiedete sich Helmholtz auf lorbeergeschmückter Bühne bei der gebildeten Bevölkerung. Alle erhoben sich bei seinem Erscheinen. 25 Mitglieder des naturhistorisch-medizinischen Vereins überreichten „ihrem scheidenden Präsidenten einen prachtvollen silbernen Tafelaufsatz und eine silberne Schale, getragen von einem schlanken Genius von mattem Silber“. Leo Koenigsberger. Bd. 2, S. 188. Am 5. März 1871 fand die offizielle Verabschiedung statt. Helmholtz zu Ehren gab es ein Festbankett in der Harmonie. Leo Koenigsberger hielt fest:
„Allen Teilnehmern werden die Worte, welche er und andere dort gesprochen, unvergeßlich bleiben — aber alle beherrschte auch das Gefühl, daß der größte Denker und Forscher Deutschlands dorthin gehöre, wo dem Gründer des Deutschen Reiches der gewaltigste Staatsmann und der genialste Feldherr zur Seite standen.“ Leo Koenigsberger 2. Bd., S. 188 f.
Damit waren Wilhelm der I., Bismarck und Moltke gemeint. Ein in jeder Hinsicht reicher Lebensabschnitt ging für Helmholtz zu Ende und ein neuer noch glanzvollerer begann.

Die außergewöhnliche Karriere des gewöhnlichen Militärarztes Helmholtz hatte bescheiden in Preußen begonnen und sie endete glorreich in Preußen. Der Modell-Naturwissenschaftler und Klassiker an der Epochenwende im 19. Jahrhundert sowie „Reichskanzler der Physik“, wie ihn Franz von Lenbach in Anlehnug an Bismarck nannte, wurde in Berlin Dekan der Philosophischen Fakultät (1873), Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität (1877; seit 1949 Humboldt-Universität zu Berlin) und Präsident der von ihm mitbegründeten Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Charlottenburg (1887; heute eine Bundesanstalt, in Braunschweig). Er bewohnte eine für ihn erbaute Dienstvilla, bekam fünf Gehälter, erhielt den Titel Wirklicher Geheimrat mit dem Prädikat Exzellenz und wurde in den erblichen Briefadelsstand erhoben (1883). Seine Frau führte einen namhaften adlig-großbürgerlichen Salon, zu dessen Habitués zahlreiche Prominente aus Wissenschaft, Kunst, Politik und Adel gehörten. Das mit ihnen befreundete Ehepaar Richard und Cosima Wagner besuchten sie, das Kaiserpaar lud das Ehepaar Helmholtz zu seinen Teegesellschaften in Sanssouci ein. Angesagte Künstler malten ihn. Der vermögenslose Lehrersohn war zum bestbesoldeten Wissenschaftler der Hohenzollernzeit und zu einem mit Auszeichnungen, Mitgliedschaften wissenschaftlicher Gesellschaften, Ehren-Doctores, Ehren-Diplomen, Ehrenmitgliedschaften, Orden aus dem In- und Ausland überhäuften Gelehrten avanciert. Vereine, wissenschaftliche Gesellschaften, Landesherren, Akademien und Universitäten im In- und Ausland, wetteiferten, Helmholtz als Mitglied zu gewinnen, ihm Anerkennung und Ehrungen zukommen zu lassen oder ihm wenigstens zu einem Anlass Glückwünsche aussprechen zu dürfen.

Was sind die Gründe dafür? Die wissenschaftlichen Leistungen allein rechtfertigen diese Huldigungen im Übermaß nicht. Gegen Ende des Jahrhunderts beanspruchte die Wissenschaft in Deutschland Weltgeltung und der Mythos des ‚deutschen Professors‘ entstand. Der deutsche Professor autonom von staatlicher Weisung, frei in der Forschung und Lehre, verstand sich als Gralshüter der Universität und als Mandarin nicht nur der Wissenschaft, sondern der ganzen Gesellschaft. Der preußische Kultusminister Carl Heinrich Becker, selbst Ordinarius und namhafter Hochschulreformer der Weimarer Republik, sprach von den Professoren als „Rittern“, die „einen heiligen Dienst“ vollzogen. D.h. sie definierten sich nicht als normale Berufstätige. Wissenschaft bzw. Wissenschaftler wie Helmholtz konnten Einheit über die Landesgrenzen hinweg stiften. Damit erhob die Figur Helmholtz das Deutsche Reich und verschleierte dessen nationale Interessen. Dies war im Sinne des Kaisers und der politischen wie militärischen Elite der wilhelminischen Zeit.

Im gleichen Kontext will auch die betont harmonische Entfaltung und Gestaltung der deutschen Klassik in Weimar gesehen werden. Deren Personalisierung in Schiller und Goethe und beider Heroisierung zu Dichterfürsten und Olympiern sind eine Erfindung des späten 19. Jahrhunderts, als Deutschland auch in geistig-literarischer Hinsicht zur europäischen Großmacht aufsteigen wollte und seine politischen Herrschaftsansprüche legitimieren musste. Für die Brüche im Leben und Werk von Goethe und Schiller war der Blick verstellt. Literatur und Wissenschaft, respektive Schiller, Goethe und Helmholtz haben eine Bedeutung als Integrationselemente für das deutsche Kaiserreich über die Staatsgrenzen hinaus. Im Tempel von Literatur und Wissenschaft werden Herrschaftsansprüche gerechtfertigt und wird Politik gemacht. Wegen seiner Enthaltsamkeit in politischen Äußerungen aber doch unverkennbar patriotischen Gefühlen für Deutschland eignete sich Helmholtz für diese Vereinnahmung besonders. Dies wurde ihm überreichlich gedankt.

Kurz: In Berlin hat Helmholtz den Zenit seines Lebens erreicht. Seine Exzellenz Hermann von Helmholtz wurde zu der Galionsfigur für das fortschrittsoptimistische, liberale Bürgertum und zeitgleich mit seiner Berufung nach Berlin ebenso für das neu entstandene Deutschland. Im Wilhelminischen Kaiserreich spielte er in der (Natur-)Wissenschaft eine gesellschaftliche Rolle, die vergleichbar ist mit der Bedeutung von Otto von Bismarck in der Politik und von seinem Freund Werner von Siemens in der Wirtschaft.

Willy Kühne124 wird Helmholtz' Nachfolger in Heidelberg.

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Archivalien*

BBAW: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschalten; Akademiearchiv.
GLA: Generallandesarchiv Karlsruhe.
GStAPK: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin.
HUB,UA: Archiv der Humboldt-Universität Berlin
ÖNB: Handschriftenabteilung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.
ÖStA: Österreichisches Staatsarchiv in Wien; Kriegsarchiv.
SBB-PK: Staatsbibliothek in Berlin - Preußischer Kulturbesitz.
UBHD: Universitätsbibliothek Heidelberg.
UAHD: Universitätsarchiv Heidelberg.
UAW: Universitätsarchiv Wien.


Quelle:
Werner, Franz:
Die Berufung von Hermann Helmholtz an die Universität in Heidelberg
S. 63-96 in: Hermann von Helmholtz : Vorträge eines Heidelberger Symposiums anläßlich des einhundertsten Todestages / Wolfgang U. Eckart ; Klaus Volkert (Hg). - Pfaffenweiler, 1996

Dr. Franz Werner gestattete freundlicherweise 2011 die Publikation des leicht überarbeiteten Aufsatzes im Internet.


Siehe auch das Buch von Franz Werner, Hermann Helmholtz' Heidelberger Jahre (1858-1871). Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs Heidelberg, Bd. 8. 229 Seiten mit 52 Abbildungen. Berlin, Heidelberg (Springer-Verlag) 1997.
Signatur UB Heidelberg: 97 H 99

09.12.2011   Gabriele Dörflinger

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