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Universitätsbibliothek Heidelberg

Mathematik als Wissenschaft, Kunst und Macht

von Prof. Dr. Helmut Hasse

Vorwort

Am 20. Januar 1951 habe ich meine Antrittsvorlesung in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg über das Thema ,,Mathematik als Wissenschaft, Kunst und Macht'' gehalten. Einer Aufforderung des Amerikahauses in Hamburg folgend, habe ich dann in der dortigen öffentlichen Vortragsreihe am 15. Januar 1952 über dieses Thema etwas ausführlicher gesprochen. Viele Freunde, die einen dieser Vorträge gehört oder mein Manuskript gelesen hatten, haben mich zur Veröffentlichung meiner Ausführungen ermutigt, und der Verlag für angewandte Wissenschaften hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt.

Ich folge diesem Wunsche gerne, weil ich jede Gelegenheit begrüße, in einer breiteren Öffentlichkeit Verständnis für das wahre Wesen der so oft verkannten Mathematik zu wecken. Da es sich um persönliche Bekenntnisse und nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse handelt, schien es mir angebracht, die lebendige Form des mündlichen Vertrags auch im Druck beizubehalten.

Dem Verlag sei für den Entschluß, dieses anspruchslose Schriftchen herauszubringen, und für sein bereitwilliges Eingehen auf meine Wünsche bei der Drucklegung herzlichst gedankt.

Hamburg, im Herbst 1952

Der Verfasser

Hinweis   Einleitung

Hinweis   I.  Mathematik als Wissenschaft

Hinweis   II.  Mathematik als Kunst

Hinweis   III.  Mathematik als Macht

Schluß

Ich stehe damit am Schluß meiner ,,Bekenntnisse eines Mathematikers''. Aus meiner innersten Erfahrung heraus habe ich Ihnen so ehrlich wie nur möglich geschildert, was mich zur Mathematik hingezogen und was mich bei ihr festgehalten hat. Und ich habe versucht, Ihnen durch meine Erläuterungen zu den drei für mich wesentlichen Aspekten der Mathematik: als Wissenschaft, als Kunst, als Macht — vielleicht aber noch mehr durch die Art und Weise, wie ich über mein Fach gesprochen habe — ein wenig von dem zu vermitteln, was ich als das wahre Wesen der Mathematik ansehe. Schon wenn es mir gelungen sein sollte, Sie durch das Beispiel meiner Person davon zu überzeugen, daß nicht jeder Mathematiker ein nüchterner, trockener Mensch ist, über den man nur mitleidig lächeln kann, sondern daß es wenigstens einen Mathematiker gibt, bei dem, wenn er auch kein Dichter oder Redner ist, doch in der mathematischen Gehirnecke auch Herz und Seele wohnen, so bin ich dadurch für die Schmerzen und Wehen bei der Gestaltung dieses Vertrages reichlich belohnt.


Hasse, Helmut:
Mathematik als Wissenschaft, Kunst und Macht. - Wiesbaden : Verlag für Angewandte Wissenschaften, 1952. - 34 S.
Der Text wurde durch ein Texterkennungsprogramm wiedergewonnen.

Frau Jutta Kneser, geb. Hasse gestattete freundlicherweise die Neupublikation dieser Rede ihres Vaters im Internet.


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