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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Gustav Robert Kirchhoff

Festrede zur Feier des 301. Gründungstages der
Karl-Franzens-Universität zu Graz
gehalten am 16. November 1887
von Ludwig Boltzmann

Personenregister

erstellt von Gabriele Dörflinger, Universitätsbibliothek Heidelberg, 2009

Das Personenregister enthält alle in Boltzmanns Kirchhoff-Schrift genannten Personen. Die charakterisierenden Kurztexte sind nach Möglichkeit aus dem Brockhaus entnommen; bei nur beiläufig erwähnten, berühmten Personen beschränken sich die Angaben auf die Lebensdaten und den Beruf.
Neben Lexika und Biographiesammlungen wurden auch einige, voraussichtlich beständige Internetseiten angegeben.

Ångström, Anders (Jonas)
schwed. Astronom und Physiker, * Lögdö (Västernorrland) 13.8.1814, + Uppsala 21.6.1874; seit 1858 Prof. in Uppsala, Mitbegründer der Astrospektroskopie; erforschte bes. das Sonnenspektrum, in dem er 1862 Spektrallinien des Wasserstoffs entdeckte. Nach ihm ist die Einheit Ångström benannt.
Quellen:
Brockhaus 1, 609
DSB 1, S. 166-167

Archimedes
griechischer Mathematiker und Mechaniker, * Syrakus um 285 v.Chr., 212 v.Chr. bei der Eroberung von Syrakus von einem röm. Soldaten getötet. Nach dem Studium in Alexandria (um 245) behielt er, nach Syrakus zurückgekehrt, Verbindung mit den dortigen Mathematikern. Seine Arbeiten zur Statik (eigtl. zur Mechanik) sind verloren gegangen, lassen sich aber z.T. in großen Zügen aus den Schriften Herons von Alexandria und Pappos' rekonstruieren. Die Ableitung des Hebelgesetzes und die Behandlung der Gewichtsverluste schwimmender Körper (archimedisches Prinzip, Auftrieb) finden sich in den rein mathemat. Schriften. A.' großer Ruhm in der Antike beruhte hauptsächlich auf seinen Arbeiten zur reinen Mathematik.   ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 2, 85
DSB 1, S. 213-231
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Archimedes.html

Becker, Otto
Augenarzt, * 3.5.1825 Domhof bei Ratzeburg, + 10.2.1890 Heidelberg;
B. studierte in Berlin und Wien Medizin und widmete sich bald der Augenheilkunde, 1859 wurde er promoviert, 1868 o. Prof. der Ophthalmologie in Heidelberg.     . . .
(aus DBE)
Quellen:
DBE 1, S. 380
HGL S. 15
ADB Bd. 46 S. 326-327
Pagel Sp. 114-115
Pogg. IV. S. 85

Beethoven, Ludwig van
Komponist, getauft Bonn 17.12.1770, + Wien 26.3.1827
Quellen:
Brockhaus 3, S. 15-17
ADB Bd. 2, S. 251-268
NDB 1, S. 738-743

Bell, Alexander Graham
britisch-amerikanischer Erfinder, * Edinburgh 3.3.1847, + bei Baddeck (Provinz Nova Scotia, Kanada) 2.8.1922; begann als Taubstummenlehrer, wanderte 1870 nach Kanada aus und wurde 1873 Prof. für Stimmphysiologie an der Univ. Boston. B. beschäftigte sich bes. mit der Umwandlung von Schallschwingungen in elektr. Strom- oder Spannungsschwankungen, die über elektr. Leitungen übertragen und anschließend wieder in Schallschwingungen rückverwandelt werden konnten. Der dazu entwickelte Apparat stellte das erste brauchbare, von T. A. Edison durch Verwendung des Kohlemikrofons verbesserte und im Prinzip noch heute verwendete Telefon dar (1876 patentiert).    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 3, 74
DSB 1, S. 582-583

Bergmann, Ernst (Gustav Benjamin) von
Chirurg, * Riga 16.12.1836, + Wiesbaden 25.3.1907; war Prof. in Dorpat, Würzburg, seit 1882 in Berlin; errang wesentl. Verdienste durch die Einführung der Asepsis bei der Wundbehandlung und in der Kriegs- und Hirnchirurgie.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 3, S.130
NDB 2, S. 88f

Boltzmann, Ludwig
österr. Physiker, * Wien 20.2.1844, + (Selbstmord) Duino 5.9.1906; ab 1869 Prof. an versch. österr. und dt. Univ., zuletzt (1902) in Wien. B. bestätigte 1872 die damals noch umstrittene maxwellsche Elektrodynamik, indem er den von J. C. Maxwell geforderten Zusammenhang zw. opt. Brechzahl und Dielektrizitätskonstante experimentell bei Schwefel nachwies. Sein Hauptarbeitsgebiet war aber die theoret. Physik. Er ist einer der Begründer der kinetischen Gastheorie, deren Entwicklung er als überzeugter Anhänger der Atomistik wesentlich förderte, indem er die Boltzmann-Gleichung aufstellte und unabhängig von MAXWELL die Verteilungsfunktionen für Energie und Geschwindigkeit von Gasmolekülen (Maxwell-B.-Verteilung) herleitete. Mit seinem Boltzmann-Postulat gelang ihm die Begründung der Thermodynamik durch die Statist. Mechanik, wobei ihm allerdings eine Erklärung für die Irreversibilität thermodynam. Prozesse versagt blieb. B. entwickelte außerdem die Boltzmann-Statistik und begründete 1884 das von seinem Lehrer J. Stefan empirisch gefundene Gesetz über die Gesamtstrahlung des schwarzen Körpers (Stefan-Boltzmann-Gesetz).
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 3, S. 536-537
DBE 2, S. 12-13
DSB 2, S. 260-268
NDB Bd. 2, S. 436 f.
Pogg. III. S. 155-156, IV. S. 153
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/boltzmann.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Boltzmann.html
de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Boltzmann

Branca, Wilhelm von, bis 1907 W. von Branco
Geologe und Paläontologe, * Potsdam 9.9.1844, + München 12.3.1928; seit 1882 Landesgeologe in Berlin, 1887 Prof. in Königsberg, 1890 in Tübingen, 1895 in Hohenheim und 1899-1917 in Berlin. B. befasste sich v.a. mit der Entwicklungsgeschichte von Ammoniten, fossilen Wirbeltieren und Menschen sowie mit dem Vulkanismus, v.a. Südwestdeutschlands.
(aus Brockhaus)
Quelle: Brockhaus 3, 635

Brewster, Sir (seit 1831) David
britischer Physiker, * Jedburgh (Borders Region) 11.12.1781, + Allerly (Borders Region) 10.2.1868; Privatgelehrter; ab 1815 Mitgl. der Royal Society. B. begann bereits 1799 mit experimentellen Untersuchungen zur physikal. und physiolog. Optik, die bes. die Reflexion, Absorption, Polarisation und Interferenz des Lichtes sowie die Fluoreszenz betrafen; er entdeckte das brewstersche Gesetz und bei Versuchen zur Doppelbrechung von Kristallen die chromat. Polarisation und den Pleochroismus. B. erfand außerdem das Kaleidoskop (1816) und das Spiegelsteroskop.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 3, S. 715
DSB 2, S. 451-454

Bunsen, Robert (Wilhelm)
Chemiker, * Göttingen 30.3.1811, + Heidelberg 16.8.1899; Prof. in Marburg (1839-50), Breslau und Heidelberg (1852-89). B. war einer der bedeutendsten Naturforscher des 19. Jh. und Lehrer einer Generation von Chemikern.     . . .
(aus Brockhaus)
Das Grabmal am Heidelberger Bergfriedhof ist noch erhalten.
Quellen:
Brockhaus 4, S. 164
DBE 2, S. 224-225
DSB 2, S. 586-590
HGL S. 35
ADB Bd. 47 S. 369-376
NDB Bd. 3, S. 18-20
Pogg. I. Sp. 340-341, III. S. 214-215, IV. S. 205
www.uni-heidelberg.de/uni/aktu/bunsennet.htm
www.uni-heidelberg.de/institute/fak12/texte/bunsen.html
www.pas-berlin.de/chemie/ch-1/2_Atomistik/214_bunsen.html
www.uwcsea.edu.sg/chem/IBfolder/RobertWilhelmBunsen.html

Cagniard de la Tour, Cagniard de Latour, Charles Baron (seit 1819)
frz. Ingenieur und Physiker, * Paris 31.5.1777, + ebenda 5.7.1859; vielseitiger Forscher und Erfinder; 1819 konstruierte er das von ihm >Sirene< genannte Lochrad mit Zählvorrichtung, mit dem er erstmals die Schwingungszahl von Tönen bestimmte. Ab 1820 untersuchte er die Erwärmung von Flüssigkeiten wie Äther, Alkohol und Wasser bei gleichzeitiger Einwirkung von Druck und stellte fest, dass sie in geschlossenen Gefäßen bei hinreichend hoher Temperatur in den gasförmigen Zustand übergehen, dass aber andererseits Gase bei erhöhtem Druck flüssig werden. Studien zur alkohol. Gärung (1835-38) führten ihn etwa gleichzeitig mit T. Schwann zu der Erkenntnis, dass an diesem Prozess Mikroorganismen beteiligt sind.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 4, 260
DSB 3, S. 8-10

Cartmell, Rowlandson
Chemiker, † 1888; studierte 1847-48 am Royol College of Chemisgtry. 1858 untersuchte er mit Bunsen in Heidelberg Flammenfärbungen mit Farbfiltern. Später wurde Cartmell Chemiker einer Brauerei in Burton on Trent.
Quellen:
//www.althofen.at/AvW_Museum/Materialien/Autoren%20der%20Bunsenbibliothek%20Version%202009.pdf, S. 77-78

Cauchy, Augustin Louis Baron
frz. Mathematiker, * Paris 21.8.1789, + Sceaux (bei Paris) 23.5.1857; zuerst Ingenieur; wurde 1816 Mitgl. der Académie des sciences und Prof. an der École polytechnique in Paris; nach der Julirevolution von 1830 verweigerte C. als Monarchist den Eid auf die neue Regierung und verließ Frankreich; vorübergehend Prof. in Turin, 1833-38 Erzieher des Sohnes Karls X. in Prag; 1838 Rückkehr nach Paris, 1848 Prof. für Astronomie an der Sorbonne. - C. war einer der vielseitigsten Mathematiker (mehr als 800 Abhandlungen).    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 4, 354
DSB 3, S. 131-148
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Cauchy.html

Clausius, Rudolf (Julius Emanuel)
Physiker, * Köslin 2.1.1822, + Bonn 24.8.1888; Prof. an der ETH Zürich (1855-67) und in Würzburg, seit 1869 in Bonn. C. war einer der Begründer der mechan. Wärmetheorie. Er wandte 1850 das Prinzip von der Erhaltung der Energie auf den Carnot-Prozess an und erkannte, dass die Umsetzung von Wärme in mechan. Arbeit nicht von dem einen Kreisprozess durchlaufenden Stoff abhängt, sondern in universeller Beziehung zu den umgesetzten Wärmemengen und den Temperaturen steht, bei denen diese aufgenommen und abgegeben werden.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 4, S. 595
DBE 2, S. 335-336
DSB 3, S. 303-311
ADB Bd. 55 S. 720-729
NDB Bd. 3, S. 276-278
Pogg. I. Sp. 454-455, III. S. 281-282, IV. S. 258
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Clausius.html

Darwin, Charles (Robert)
brit. Naturforscher, * The Mount (bei Shrewsbury) 12. 2. 1809 , + Down House (heute zu London-Bromley) 19.4. 1882; Begründer der modernen Evolutionstheorie.   ...   D.s Arbeiten betreffen die Geologie, wo er der von C. LYELL vertretenen Theorie des Aktualismus gegenüber der bis dahin akzeptierten Katastrophentheorie zum Durchbruch verhalf, ferner die Botanik und Insektenkunde, die ihm die Beschreibung einer Fülle bis dahin unbekannter Arten verdanken. Diese an sich schon bedeutenden Arbeiten werden durch die Begründung und Entwicklung der modernen Evolutionstheorie in den Schatten gestellt.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 5, S. 118-119
DSB 3, S. 565-577

Deprez, Marcel
frz. Elektrotechniker, * Aillant-sur-Milleron (bei Montargis) 19. 12. 1843, + Vincennes 16. 10. 1918; seit 1886 Mitgl. der Académie des sciences, seit 1890 Prof. am Conservatoire des Arts et Métiers in Paris. D. entwickelte u. a. das Compoundprinzip bei elektr. Maschinen und konstruierte mehrere elektr. Messinstrumente, u. a. ein Drehspulinstrument für Gleichstrommessungen. Bedeutsam waren seine Versuche zur Übertragung hochgespannten Gleichstroms: 1882 einen 1400-Volt-Strom über 57 km (Miesbach-München) mit Telegrafendraht (Leistung 1,1 kW), 1888 einen 5 000-Volt-Strom über 112 km (Creil-Paris-Creil, Leistung 45 kW).
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 5, 238
DSB 4, S. 39-40

Dirichlet, Johann Peter Gustav, eigtl. J. P. G. Lejeune-D.
Mathematiker, * Düren 13.2.1805, + Göttingen 5.5.1859; Prof. in Berlin (1831-34) sowie in Göttingen als Nachfolger von C.F. Gauss, an dessen zahlentheoret. Arbeiten er anknüpfte. D. entwickelte die allgemeine Theorie der algebraischen Zahlen, untersuchte u.a. die Primzahlverteilung in arithmet. Folgen und führte analyt. Methoden in die Zahlentheorie ein. Weitere grundlegende Arbeiten betrafen Randwertprobleme, die Variationsrechnung und Potenzialtheorie, die geometr. Funktionentheorie, die Theorie der unendl. Reihen und der Fourier-Reihen sowie die bestimmten Integrale. Der moderne Funktionsbegriff geht ebenfalls auf D. zurück.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 5, S. 547
DBE 2, S. 555
Meschkowski S. 69-70
DSB 4, S. 123-127
ADB Bd. 5 S. 251-252
NDB Bd. 3, S. 739 f.
Pogg. I. Sp. 576-577, III. S. 364
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Dirichlet.html

Doppler, Christian (Johann)
österr. Physiker und Mathematiker, * Salzburg 29.11. 1803, + Venedig 17.3. 1853; war 1835-46 Mathematiklehrer und Dozent in Prag, danach Prof. der Physik in Chemnitz (1847-50) und Wien; dort auch Direktor des neu gegründeten Physikal. Instituts. D. veröffentlichte Arbeiten u.a. zur analyt. Geometrie, zur Akustik, Optik, Elektrizitätslehre und Astronomie (u. a. über die Farben von Doppelsternen sowie über die Bestimmung von Sterndurchmessern und -entfernungen). 1842 formulierte er den nach ihm benannten und 1845 von C. H. BUYS-BALLOT an Eisenbahnzügen akustisch nachgewiesenen Doppler-Effekt und stellte die Formel für die Abhängigkeit der Schallfrequenz von der Geschwindigkeit einer Schallquelle relativ zum Beobachter auf. 1846 erweiterte er dieses Prinzip, auf dessen Gültigkeit sowohl in der Akustik als auch in der Optik er hinwies, auf die gleichzeitige Bewegung von Schallquelle und Beobachter.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 5, 635
ADB Bd. 5, S. 345-346
NDB 4, S. 76 f
DSB 4, S. 167-168
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Doppler.html

Edison, Thomas Alva
amerikan. Erfinder, * Milan (Oh.) 11.2. 1847, + West Orange (N.J.) 18.10. 1931. E. leistete als Autodidakt auf den verschiedensten Gebieten der Technik Pionierarbeit und meldete mehr als 1000 Patente an. Zuerst als Telegrafist tätig, begann er 1868 mit Erfindungen auf dem Gebiet der Telegrafie. Nach fünf Wanderjahren richtete er sich in Menlo Park (N. J.) ein Laboratorium ein und entwickelte 1877/78 das Kohlekörnermikrofon, wodurch das 1876 patentierte Telefon von A. G. BELL auch für große Entfernungen brauchbar wurde. Versuche, den Telegrafen zu verbessern, führten ihn zur Erfindung des Phonographen, eines Vorläufers des Grammophons (1878 patentiert). 1879 entwickelte er die Kohlefadenglühlampe (die erste brauchbare Glühlampe), richtete anschließend in New York das erste öffentl. Elektrizitätswerk (ein Gleichstromerzeuger) ein und verlegte ein unterird. Leitungsnetz. Zu seinen weiteren Erfindungen und Entwicklungen gehören ein magnet. Verfahren zur Scheidung von Eisenerzen, der (auch nach ihm benannte) Nickel-Eisen-Akkumulator, die Verbundmaschine (Dampfmaschine mit elektr. Generator), das Kinetoskop, ein mit perforiertem, 35 mm breitem Film (dessen Maße seitdem als internat. Norm gelten) arbeitendes Filmaufnahmegerät (1892), sowie ein Betongießverfahren, das die Herstellung von Zementhäusern im Fertigbau ermöglicht Seine Entdeckung der Glühemission (E.-Effekt) war die Voraussetzung für die Entwicklung der Elektronenröhre.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 6, 100
DSB 4, S. 283-284

Euler, Leonhard
schweizerischer Mathematiker, * Basel 15.4.1707, + Sankt Petersburg 18.9.1783; Schüler von Johann Bernoulli; wurde bereits 1727 an die Petersburger Akademie berufen, wo er 1730 eine Physikprofessur übernahm und 1733 als Nachfolger von D. Bernoulli Prof. für Mathematik wurde. 1741 folgte er einem Ruf von Friedrich II. nach Berlin und war dort 1744-65 Direktor der mathemat. Klasse der Akademie der Wissenschaften; 1776 Rückkehr an die Petersburger Akademie. Auch als E. 1767 völlig erblindete, ließ seine Schaffenskraft nicht nach; er hinterließ fast 900 Arbeiten, die sowohl die reine und angewandte Mathematik als auch die Astronomie und Physik betrafen.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 6, S. 648-649
Meschkowski, S. 80-83
DSB 4, S. 467-484
DBE Bd. 3, S. 192-194
ADB Bd. 6 S. 422-431
NDB Bd. 4, S. 688 f.
Pogg. I. Sp. 689-703
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Euler.html

Foucault, (Jean Bernard) Léon
frz. Physiker, * Paris 18. 9. 1819, + ebd. 11. 2. 1868; wirkte am Observatorium in Paris und war seit 1862 Mitgl. des Bureau des Longitudes, seit 1865 auch der Académie des sciences. Nach Arbeiten zur Optik (mit A. H. L. FIZÉAU) bestimmte er 1850 mit seinem Drehspiegelverfahren die Lichtgeschwindigkeit (ihren Wert gab er 1862 mit 298 000 km/s an) und stellte fest, dass sie im Wasser geringer als in der Luft ist. 1850/51 demonstrierte er die Erdrotation (foucaultscher Pendelversuch). 1852 erfand F. das Gyroskop. Außerdem leistete er wichtige Forschungsbeiträge zur Elektrizitätslehre (u. a. über die von D. F. ARAGO entdeckten Wirbelströme in Metallen), zum Magnetismus und zur Wärmelehre.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 7, 516
DSB 5, S. 84-87
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Foucault.html

Fourier, (Jean-Baptiste) Joseph, Baron de (seit 1808),
frz. Mathematiker und Physiker, * Auxerre 21. 3. 1768, + Paris 16. 5. 1830; bereits 1789 Prof. für Mathematik an der Kriegsschule in Auxerre, 1796-98 an der École polytechnique in Paris. Der sich in den Revolutionsjahren auch politisch betätigende Fourier gehörte 1798-1801 dem wiss. Stab der ägypt. Expedition Napoleons an und war 1802-15 Präfekt des Dép. Isère in Grenoble. 1817 wurde er Mitgl. und 1822 ständiger Sekr. der Académie des sciences. - F.s wiss. Ruhm als einer der bedeutenden Mathematiker des 19. Jh. beruht auf seiner Theorie der Wärmeausbreitung und -leitung (»Théorie analytique de la chaleur«, 1822; deutsch »Analytische Theorie der Wärme«), die er in Teilen bereits 1807 und 1812 der Académie vorgelegt hatte. Die hier eingeführte Methode der Entwicklung von Funktionen in → Fourier-Reihen und der Darstellung durch Fourier-Integrale hat sich nicht nur für die Mathematik, sondern auch für die theoret. Physik als außerordentlich fruchtbar erwiesen, sodass F. als einer ihrer Begründer gelten kann. F.s Arbeiten machten deutlich, dass auch unstetige Funktionen analytisch darstellbar sind, und erzwangen so eine Revision des herkömmlichen (Eulerschen) Funktionsbegriffs. - F. befasste sich außerdem u.a. mit Problemen der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Statistik und der Theorie der Gleichungen. Er führte auch den Begriff der physikal. → Dimension ein.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 7, S. 519
DSB 5, S. 93-99
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Fourier.html

Fraunhofer, Joseph von (seit 1824)
Physiker und Glastechniker, * Straubing 6. 3. 1787, + München 7. 6. 1826. Nach einer Lehre als Spiegelmacher und Glasschleifer wurde F. 1806 Mitarbeiter und 1813 Leiter, wenig später auch Teilhaber des von J. VON UTZSCHNEIDER u.a. betriebenen mechanisch-opt. Instituts in München (1809-19 in Benediktbeuern). 1819 wurde er Prof., 1823 Konservator des Physikal. Kabinetts der Bayer. Akademie. --- F. entwickelte mit dem Schweizer P. L. GUINAND neue Verfahren des Glasschmelzens sowie neue Schleif-, Berechnungs- und Prüfungsmethoden für opt. Linsen. Seine opt. Geräte (Mikroskope, Refraktoren, Spektrometer u. a.) waren weit verbreitet. --- 1814 entdeckte F., unabhängig von W. H. WOLLASTON, die nach ihm benannten Absorptionslinien im Sonnenspektrum, die F. genauer beschrieb. Etwa ab 1817 befasste sich F. mit dem Phänomen der Beugung und verhalf dabei, unabhängig von A. J. FRESNEL, der Wellentheorie des Lichts zum endgültigen Durchbruch. Durch Einritzen von parallelen Furchen in Glas (300 Striche je mm) stellte er das erste Beugungsgitter her, mit dem es ihm gelang, die erste absolute Wellenlängenmessung von Spektrallinien durchzuführen.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 7, 644-645
ADB Bd. 7, S. 323-325
NDB 5, 382-384
DSB 5, S. 142-144

Fresnel, Augustin Jean
frz. Ingenieur und Physiker, * Broglie (bei Bernay) 10. 5. 1788, + Ville-d'Avray (bei Sèvres) 14. 7. 1827; war als Ingenieur für Straßen- und Brückenbau in versch. staatl. Funktionen tätig; seit 1823 Mitgl. der Académie des sciences. Nebenberuflich befasste sich F. mit der physikal. Optik. Er verhalf mit seinen experimentellen und theoret. Arbeiten (ab 1815) der Wellentheorie des Lichtes zum Durchbruch und wies experimentell durch Interferenz die Wellennatur des Lichtes nach (fresnelscher Spiegelversuch). Er verschärfte das huygenssche Prinzip zum huygens-fresnelschen Prinzip und gab auf der Basis der Wellenvorstellung 1822 eine Theorie der Beugung an Gittern, Öffnungen und Schirmen an (fresnelsche Zonenkonstruktion). Ihm gelang die erste Wellenlängenbestimmung des Lichtes. Versuche zur Polarisation des Lichtes (in Zusammenarbeit mit D. F. J. ARAGO) führten ihn 1821 zu der Erkenntnis, dass Licht aus Transversalwellen besteht. Er erklärte die Drehung der Polarisationsebene von linear polarisiertem Licht, die von ihm entdeckte zirkulare und ellipt. Polarisation sowie die Polarisation bei Reflexion. In vielen Arbeiten beschäftigte er sich mit techn. Problemen der Signalgebung von Leuchttürmen (u. a. Konstruktion der Stufen- oder Fresnel-Linse).
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 7, 691
DSB 5, S. 165-171
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Fresnel.html

Galilei, Galileo
ital. Mathematiker, Physiker und Philosoph, * Pisa 15. 2. 1564, + Arcetri (heute zu Florenz) 8. 1. 1642, Sohn von 3); studierte 1581-85 in Pisa, wurde an der Florentiner Accademia del Disegno mit den Schriften des ARCHIMEDES bekannt und baute daraufhin 1586 eine hydrostat. Waage; 1589 erhielt er die Professur für Mathematik in Pisa.    ...    G. baute das ein Jahr früher in Holland erfundene Fernrohr nach, benutzte es zu astronom. Beobachtungen und veröffentlichte deren erste Ergebnisse 1610 in seinem »Sidereus nuncius«, der »Sternenbotschaft«. G. entdeckte die bergige Natur des Mondes, den Sternenreichtum der Milchstraße, die Phasen der Venus, die vier größten Jupitermonde (7.1. 1610) und die Saturnringe sowie 1611 nach J. FABRICIUS die Sonnenflecke. Diese Beobachtungen widersprachen z.T. dem damaligen, an der aristotel. Lehre ausgerichteten Weltbild.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 8, S. 113-114
DSB 5, S. 237-249
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Galileo.html

Gauß, Carl Friedrich
Mathematiker, Astronom und Physiker, * Braunschweig 30.4.1777, + Göttingen 23.2.1855. Der ab 1807 als Prof. für Astronomie und Direktor der Sternwarte in Göttingen wirkende G., bereits zu Lebzeiten als »Princeps mathematicorum« bezeichnet, gehört zu den bedeutendsten Mathematikern aller Zeiten. In seinem Werk verbinden sich bedeutende Einzelleistungen mit großer Vielseitigkeit und vollkommener Form der Darstellung sowie einer oft bis in letzte Einzelheiten gehenden exakten Durchführung seiner Ideen; dabei zeigte er stets einen prakt. Sinn für die Anwendung und Messung.
...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 8, S. 196
Meschkowski S. 96-102
ADB Bd. 8 S. 430-445
NDB Bd. 6, S. 101-107
Pogg. I. Sp. 854-857
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Gauss.html

Gmelin, Leopold
Chemiker, * Göttingen 2.8. 1788, + Heidelberg 13. 4. 1853, Sohn von [Johann Friedrich G.]; seit 1814 Prof. in Heidelberg. G. gehört zu den Mitbegründern der physiolog. Chemie; er arbeitete u.a. über Verdauung, Gallenfarbstoffe und Gallensäuren; 1826 gab er mit F. TIEDEMANN (* 1781, + 1861) die Gmelin-Probe an und entdeckte Cholesterin und Taurin. --- G. verfasste das »Hb. der theoret. Chemie ...« (1817-19, 3 Bde.), das er bis zur 5. Auflage (1853) betreute. Das Werk wurde weitergeführt u. d. T. »G.s Hb. der anorgan. Chemie« und seit 1922 von der Dt. Chem. Gesellschaft (heute Gesellschaft Dt. Chemiker) betreut. Seit 1946 wird dieses Hb. vom G.-Institut für anorgan. Chemie und Grenzgebiete in der Max-Planck-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main herausgegeben.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 8, S. 658
ADB Bd. 9, S. 272-273
NDB 6, S. 480f
DSB 5, S. 429-432

Gramme, Zénobe (Théophile)
belg. Elektrotechniker, * Jehay-Bodegnée (bei Lüttich) 4.4. 1826, + Bois-Colombes (bei Paris) 20. 1. 1901; wirkte ab 1856 in Paris und war wesentlich an der Entwicklung des Elektromaschinenbaus beteiligt; er konstruierte versch. Wechselstrommaschinen (u.a. 1878 eine Innenpolmaschine), erfand den Kommutator und baute 1869 einen Gleichstromdynamo mit einem besonderen Ringanker (Gramme-Ringe); er erkannte, dass ein solcher Dynamo durch Funktionsumkehr als Antriebsmaschine zu verwenden ist.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 9, S. 47
DSB 5, S. 496

Gutenberg, Johannes, eigtl. J. Gensfleisch zur Laden gen. G.
Buchdrucker, * Mainz zw. 1397 und 1400, + ebd. 3. 2. 1468; Erfinder des Buchdrucks mit bewegl. Metalllettern.
Quelle: Brockhaus 9, S. 306-307

Häusser, Ludwig
Historiker, * Kleeburg (Elsaß) 26.10.1818, + Heidelberg 17.3.1867, H. war ab 1845 Professor der Geschichte in Heidelberg. Er gehörte 1848 dem Vorparlament und der Badischen Kammer an. H. verfocht 1859 die preußisch-kleindeutsche Lösung.
Quellen:
HGL S. 98
ADB Bd. 11 S. 100-112
NDB Bd. 7, S. 456-459
DBE Bd. 4, S. 314

Helmholtz, Hermann (Ludwig Ferdinand) von (seit 1882)
Naturforscher, * Potsdam 31.8.1821, + Charlottenburg 8.9.1894 * Potsdam 31.8.1821, + Charlottenburg 8.9.1894, Vater von [Helmholtz, Richard von]; Prof. der Physiologie in Königsberg (Pr.), Bonn und Heidelberg, seit 1871 Prof. der Physik in Berlin; ab 1888 erster Präsident der neu gegründeten Physikalisch-Techn. Reichsanstalt in Charlottenburg. Entdeckte 1842 den Ursprung der Nervenfasern aus den Ganglienzellen und maß 1850 erstmals die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenerregung. Auf dem Gebiet der Musik wurde er mit seinem Werk »Die Lehre von den Tonempfindungen als physiolog. Grundlage für die Theorie der Musik« (1863) Begründer der modernen musikalisch-akust. Forschung. Auf dem Gebiet der Physik formulierte H. unabhängig von J. R. Mayer und J. P. Joule das Prinzip von der Erhaltung der Energie (»Über die Erhaltung der Kraft«, 1847). H. behandelte die Hydrodynamik der Wirbelbewegungen (1858), wurde durch Untersuchungen zur Elektrodynamik seit 1870 zum Vorkämpfer der maxwellschen Theorie und stellte die Bedeutung des Prinzips der kleinsten Wirkung (1884-94) klar heraus. 1881 führte er den Begriff der »freien Energie« ein, ebenso den des Elementarquantums der Elektrizität und veröffentlichte 1882/83 seine Studien »Zur Thermodynamik chem. Vorgänge«. Er untersuchte auch meteorolog. Erscheinungen. Unabhängig von C. Babbage erfand er 1850 den Augenspiegel, das Ophthalmometer und 1857 das Telestereoskop. H. bildete die Dreifarbentheorie des Sehens von T. Young weiter.
...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 9, S. 681
HGL S. 108-109
ADB Bd. 51 S. 461-472
NDB Bd. 8, S. 498-501
Pagel Sp. 713-715
Pogg. I. Sp. 1059-1060, III. S. 611-612, IV. S. 612-613
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/helmholtz.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Helmholtz.html

Herschel, Sir (seit 1838) John (Frederick William)
brit. Astronom, * Slough 7. 3. 1792, + Collingwood (bei Royal Tunbridge Wells) 11. 5. 1871, Sohn von [Wilhelm Herschel]; wurde schon 1813 Mitgl. der Royal Society, lebte danach meist als Privatgelehrter in Slough (1850-55 war er Direktor der Königl. Münze). H. entdeckte zahlreiche Doppelsterne, deren Bahnen er mit einem von ihm entwickelten Verfahren berechnete. 1834 unternahm er zwecks Beobachtung des Südhimmels eine Expedition ans Kap der Guten Hoffnung. Der große Sternkatalog, den H. 1864 veröffentlichte, blieb die Grundlage für alle nachfolgenden Kataloge dieser Art.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 10, S. 12
DSB 6, S. 323-328
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Herschel.html

Hofmann, August Wilhelm von (seit 1888)
Chemiker, * Gießen 8.4. 1818, + Berlin 5. 5. 1892; Schüler J. VON LIEBIGS, 1845-65 Prof. am Royal College of Chemistry in London, danach in Berlin. Seine Untersuchungen über Anilin führten zu den ersten Synthesen von Anilinfarbstoffen und begründeten die Teerfarbenchemie. Ebenso grundlegend waren seine Arbeiten über organ. Stickstoffverbindungen. 1867 wurde er der erste Präs, der von ihm mitbegründeten Dt. Chem. Gesellschaft.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 10, S. 168
ADB Bd. 50, S. 577-589
NDB 9, S. 446-450
DSB 6, S. 461-464

Huygens, Christiaan
niederländ.Mathematiker, Physiker, Astronom und Uhrenbauer, * Den Haag 14. 4. 1629, + ebd. 8. 7. 1695; studierte Jura und Mathematik. Die in seiner Familie traditionelle Diplomatenlaufbahn schlug er aus und lebte, abgesehen von längeren Reisen (Paris, London), bis 1666 zurückgezogen als Privatgelehrter.    ...    Die Wellentheorie des Lichtes formulierte H. 1678 in seinem »Traité de la lumière« (mit einem naturphilosoph. Supplement erschienen 1690). Die größten Erfolge, die H. mit dieser Theorie erreichte, waren die Erklärung von Reflexion und Brechung (1676) mithilfe des heute so genannten huygensschen Prinzips. Der neu aufkommenden newtonschen Physik stand H. zurückhaltend gegenüber, auch der Infinitesimalrechnung von LEIBNIZ und I. NEWTON gegenüber war er skeptisch. Es gelang ihm, Probleme, die von den Anhängern der Infinitesimalrechnung als Beweis für deren Effizienz gestellt wurden, auch ohne dieses Hilfsmittel zu lösen (so z. B. das Problem der Kettenlinie, 1693).
1681 kehrte H. aus gesundheitl. Gründen nach Den Haag zurück. Die sich verschärfende Situation in Frankreich sowie der Tod COLBERTs veranlassten ihn, auf eine Rückkehr nach Paris zu verzichten. 1689 unternahm H. eine Reise nach London, wo er mit NEWTON zusammentraf. In seinen letzten Lebensjahren widmete er sich überwiegend der Mathematik und seiner ausgedehnten Korrespondenz.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 10, S. 347
DSB 6, S. 597-613
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Huygens.html

Jacobi, Carl Gustav (Jacob)
Mathematiker, * Potsdam 10.12.1804, + Berlin 18.2.1851; habilitierte sich 1824 in Berlin, war 1826-43 im preuß. Königsberg tätig (ab 1830 als Ordinarius), wo er sich unter dem Einfluss von F.W. Bessel für angewandte Mathematik zu interessieren begann. 1834 richtete J. mit F.E. Neumann das mathematisch-physikal. Seminar ein, das zu einem Zentrum der Mathematikerausbildung wurde und die preuß. Universitätsreform nachhaltig beeinflusste. 1843 kehrte J. nach Berlin zurück, wo er als Mitgl. der Akademie wirkte.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 11, S. 68
Meschkowski S. 132-133
ADB Bd. 50 S. 598-602
NDB Bd. 10, S. 233 f.
Pogg. I. Sp. 1178-1181, III. S. 681
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Jacobi.html

Janssen, (Pierre) Jules (César)
frz. Astronom, * Paris 22.2. 1824, + Meudon 23.12. 1907; Prof. in Paris und Direktor des astrophysikal. Observatoriums in Meudon. J. gehört zu den Begründern astrophysikal. Untersuchungen auf spektroskop. Basis. Er entwickelte Methoden zur Beobachtung und Fotografie der Sonnenatmosphäre ohne Sonnenfinsternis und entdeckte 1868 im Sonnenspektrum die D3-Linie des Heliums.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 11, S. 109
DSB 7, S. 73-78

Jolly, Philipp (Johannes Gustav) von
Physiker, * Mannheim 26.9. 1809, + München 24.12. 1884, Bruder von [Julius J.]; Prof. in Heidelberg (1839 für Mathematik, 1846 für Physik) und (seit 1854) in München, wo er an der Reorganisation der bayerischen techn. Lehranstalten beteiligt war. J. ist v. a. als Experimentalphysiker (u.a. Messung der Fallbeschleunigung mithilfe von Präzisionswaagen) und als Instrumentenbauer bekannt geworden. Ein weiteres Arbeitsgebiet war die Osmose.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 11, S. 225
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/jolly.htm

Kepler, Johannes
Astronom und Mathematiker, * Weil (heute Weil der Stadt) 27. 12. 1571, + Regensburg 15.11. 1630. K., der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, besuchte die Lateinschule in Leonberg. 1583 legte er das »Landexamen« ab, was ihm die Berechtigung verschaffte, ein Theologiestudium als Stipendiat zu absolvieren. Er besuchte die Klosterschulen in Adelberg (1584) und Maulbronn (1586) und kam 1589 an die Univ. Tübingen, um dort ev. Theologie zu studieren. Sein wichtigster Lehrer war der Mathematiker und Astronom MICHAEL MÄSTLIN, der ihn mit dem kopernikan. Weltbild vertraut machte. 1594 ging K. als »Lehrer der Mathematik und der Moral« an die ev. Stiftsschule nach Graz. Zugleich wurde er Mathematiker der Landes-Reg. und erstellte in dieser Eigenschaft Kalender mit »Prognostica«. Da seine Voraussagen für das Jahr 1594 (kalter Winter, Türkeneinfall) weitgehend zutrafen, wurde K. als Astrologe schnell berühmt. 1596 erschien das »Mysterium cosmographicum« (»Das Weltgeheimnis«), in dem K. in spekulativer Weise das kopernikan. System mit den fünf platon. Körpern verknüpfte.
1600 wurde K. mit seiner Familie im Zuge der Gegenreformation aus Graz vertrieben und siedelte nach Prag über, wo er Assistent von T. BRAHE, nach dessen Tod (1601) sein Nachfolger als kaiserl. Mathematiker Kaiser RUDOLFS II. wurde.    ...    Seine Entdeckung des ersten und zweiten keplerschen Gesetzes teilte er 1609 in der »Astronomia nova« (»Neue Astronomie«) mit. Das dritte keplersche Gesetz findet sich erst in »Harmonices mundi« (»Weltharmonik«) von 1619. Wichtig für die weitere Entwicklung der Physik war K.s These (1621), eine von der Sonne ausgehende Kraft (lat. »vis«) verursache die Planetenbewegung.   . . .  
Nachdem 1626 die Gegenreformation in Linz gesiegt hatte, verbrachte K mehrere Jahre auf Reisen, v. a. auf der Suche nach einem Verleger für die » Rudolfin. Tafeln«. Ein vorteilhaftes Angebot des Kaisers, das an die Bedingung geknüpft war, katholisch zu werden, lehnte K. ab. 1628 trat er als Mathematiker in die Dienste von A. VON WALLENSTEIN und ließ sich in Sagan (Schlesien) nieder. K. starb auf einer Reise nach Linz in Regensburg. Sein letztes Werk war die utop. Beschreibung »Somnium seu astronomia lunaris« (»Traum oder Astronomie des Mondes«, 1634), in der er das Leben der Mondbewohner schilderte.
(aus Brockhaus)
Der Druck der ,,Astronomia nova'' geschah durch Gotthard Vögelin in Heidelberg.
Quellen:
Brockhaus 11, S. 642-643
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/kepler.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Kepler.html

Kirchhoff, Clara geb. Richelot
1834-1869, Tochter von Friedrich Julius Richelot; heiratete Kirchhoff im Jahr 1857. Das Paar hatte füf Kinder (Robert, Ernst, Pauline, Eveline und Friedrich). Clara Kirchhoff verstarb am 31. März 1869 an Tuberkulose.

Kirchhoff, Ernst
geb. zu Heidelberg 22. Aug. 1989, studierte daselbst sowie in Leipzig, Freiburg und Berlin, Dr. med. 1884, war dann bis 1887 Assist. von Bergmann's in Berlin, und veröffentlichte Monographien aus den verschied. Gebieten der Chirurgie.
(aus Pagel)
Ernst Kirchhoff studierte 1879 in Heidelberg. Er wohnte in der Hauptstr. 35 bei Seitz (Adressbuch der Universität Heidelberg, SS 1879 und WS 1879/80).
Quelle: Pagel, Sp. 857

Kirchhoff, Gustav (Robert)
Physiker, * Königsberg (heute Kaliningrad) 12.3.1824, + Berlin 17.10.1887. Bereits als Student in Königsberg (1845/46) entdeckte K. die Gesetze der Stromverzweigung. 1850 wurde K. nach Breslau berufen, wo er im folgenden Jahr R. Bunsen kennen lernte, dem er 1854 nach Heidelberg folgte. Zus. mit diesem entwickelte K. die Spektralanalyse (1859/60). In diesen Zeitraum fällt auch die Formulierung des kirchhoffschen Strahlungsgesetzes (1859) und die Definition des schwarzen Strahlers (1862). Mithilfe des von ihm entdeckten Gesetzes gelang es K., die fraunhoferschen Linien zu erklären. Andere Beiträge betrafen die Mechanik, die Akustik (Erklärung der Chladni-Figuren) und die Elektrozitätsleitung, wobei er erkannte, dass diese annähernd mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt (1857). 1875-86 war K. Prof. in Berlin.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 12, S. 24
HGL S. 135
ADB Bd. 51 S. 165-167
NDB Bd. 11, S. 649-653
DSB 7, S. 379-383
Pogg. I. Sp. 1260-1261, III. S. 720-721, IV. S. 750-751
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/kirchhoff.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Kirchhoff.html
Koenigsberger, Leo: Mein Leben. - 1919

Kirchhoff, (Genovefa Karolina Sophie) Luise geb. Brömmel
* Goslar 1838; heiratete Kirchhoff am 6.12.1872. Die Ehe - obwohl kinderlos - wurde denkbar glücklich.

Kirchhoff, Pauline
* Heidelberg 26.8.1860, + München 7.5.1932, älteste Tochter Gustav Robert Kirchhoffs; heiratete am 12.6.1881 den Geologen Wilhelm von Branca.

Kirchhoff, Robert
* Heidelberg 1858; ältester Sohn Gustav Robert Kirchhoffs.

Koenigsberger, Leo
Mathematiker, * Posen 15.10.1837, + Heidelberg 15.12.1921
Quellen:
HGL S. 145
NDB Bd. 12, S. 355 f.
Pogg. III. S. 735-736, IV. S. 780-781
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/koenigsberger.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Konigsberger.html
Koenigsberger, Leo: Mein Leben. - 1919

Kopp, Hermann (Franz Moritz)
Chemiker, * Hanau 30.10.1817, + Heidelberg 20.2.1892; Prof. in Gießen (1843-63), danach in Heidelberg; arbeitete über den Zusammenhang der physikal. Eigenschaften (bes. Siedepunkt, Dampfdichte, spezif. Wärme) mit der Konstitution organ. Verbindungen und veröffentlichte wesentl. Beiträge zur Chemiegesch. (u.a. >Gesch. der Chemie<, 4 Bde., 1843-47).
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 12, S. 367
HGL S. 145-146
ADB Bd. 55 S. 820-826
NDB Bd. 12, S. 567 f.
Pogg. I. Sp. 1304-1305, III. S. 742, IV. S. 792

Krause, Martin
Mathematiker und Physiker, * Wildknit, Ostpr. 29.6.1851, + Dresden 2.3.1920; prov. 1873 bei Koenigsberger in Heidelberg und habilitierte sich dort 1875 und in Breslau 1876 für Mathematik. Von 1878 bis 1888 Professor in Rostock, dann in Dresden.
Quellen:
NDB Bd. 12, S. 683 f.
Pogg. IV. S. 801

Lamé, Gabriel
frz. Mathematiker und Physiker, * Tours 22. 7. 1795, + Paris 1. 5. 1870; 1821-31 mit A. CLAPEYRON in Russland, danach Prof. für Physik an der École Polytechnique in Paris. Wichtige Arbeitsgebiete waren die mathemat. Physik (insbesondere die Gleichung der Wärmeleitung, zu deren Lösung L. erstmals ein gekrümmtes Koordinatensystem verwendete) und die Differenzialgeometrie.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 13, S. 23
DSB 7, S. 601-602
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Lame.html

Langley, Samuel (Pierpont)
amerikan. Bauingenieur, Astrophysiker, Flugpionier, * Roxbury (Mass.) 22. 8. 1834, + Aiken (S. C.) 27.2. 1906; war 1867-87 Prof. in Pittsburgh (Pa.), danach Sekretär der Smithsonian Institution in Washington (D. C.). L. nahm mit dem von ihm umkonstruierten Bolometer 1886 die Kurve der spektralen Energieverteilung des Sonnenlichtes auf, baute dampfbetriebene Flugmodelle (6. 5. 1896 nach Katapultabschuss unbemannter Flug von 1280 m Länge). Versuche mit einem bemannten Motorflugzeug am 8.10. und 8.12.1903 (neun Tage vor dem Motorflug der Brüder O. und W. WRIGHT) missglückten.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 13, S. 73
DSB 8, S. 19-21

Laplace, Pierre Simon Marquis de (seit 1817),
frz. Mathematiker und Physiker, * Beaumont-en-Auge (Dep. Calvados) 28.,3. 1749, + Paris 5. 3. 1827; 1771 Examinator an der Ecole militaire in Paris (u.a. prüfte er 1785 NAPOLEON BONAPARTE), 1785 Aufnahme in die Academie des sciences; seit 1794 Prof. an der neu gegründeten Ecole normale.
Die bedeutendsten Beiträge von L. beziehen sich auf die Gebiete Himmelsmechanik und Kosmologie, Wahrscheinlichkeitstheorie sowie mathemat. Physik. Die 1796 erschienene >Exposition du Système du monde< enthält die These, das Sonnensystem sei durch Erkalten eines Gasnebels entstanden (→Nebularhypothese<, →Kant-Laplace-Theorie). Eine Zusammenfassung aller bis dahin bekannten Tatsachen aus dem Bereich der Himmelsmechanik unter dem leitenden Gesichtspunkt des Gravitationsgesetzes bieten die fünf Bände der >Mécanique céleste< (1799-1825). Besonderes Aufsehen erregte der darin erbrachte Beweis für die Unveränderlichkeit der großen Halbachsen der Planetenbahnen. L.s Werk wurde neben I. NEWTONS >Principia< zum Paradigma analyt. Physik. Mit seiner >Théorie analytique des probabilités< (1812) gelang es L. erstmals systematisch, wahrscheinlichkeitstheoret. Probleme mathematisch zu behandeln (u.a. Grenzwertsatz von Moivre-L., -> zentraler Grenzwertsatz).
In der mathemat. Physik sind als Beiträge die L.-Differenzialgleichung, der L.-Operator, die Einführung der Kugelfunktionen und der Entwicklungssatz für Determinanten zu nennen. L. hat auch experimentelle Untersuchungen (teilweise in Zusammenarbeit mit A. L. LAVOISIER) durchgeführt (Wärmelehre, Kapillarität, Schallgeschwindigkeit).
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockkaus 13, S. 88
DSB 15, S. 273-403
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Laplace.html

Lessing, Gotthold Ephraim
Schritsteller und Kritiker, * Kamenz 22.1.1729, + Braunschweig 15.2.1781
Quellen:
Brockhaus 13, S. 325f
ADB Bd. 19, S. 756-802
NDB 14, S. 339-346

Lippich, Ferdinand Franz
Mathematiker und Physiker, * Padua 4.10.1838, + 1913; 1874 ordentl. Prof. in Prag, erfindet 1882 das Lippich-Polarimeter.

Lockyer, Sir (seit 1897) (Joseph) Norman
brit. Astrophysiker, * Rugby 17. 5. 1836, + Salcombe Regis (Cty. Devon) 16. 8. 1920; ab 1881 Prof. in London. L. leitete zahlr. Expeditionen zur Erforschung von Sonnenfinsternissen und errichtete das später nach ihm benannte Hill Observatory in Sidmouth (Cty. Devon). L. war einer der Pioniere der Astrophysik. Er erfand (gleichzeitig mit J. JANSSEN) 1868 eine Methode zur Beobachtung von Sonnenprotuberanzen und entdeckte im Sonnenspektrum das (von ihm so benannte) Helium.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 13, S. 506
DSB 8, S. 440-443

Magnus, (Heinrich) Gustav
Chemiker und Physiker, * Berlin 2.5.1802, + ebd. 4.4.1870; seit 1834 Prof. in Berlin, wo er erstmals in Dtl. physikal. Kolloquien einführte. Seine physikal. Arbeiten galten u.a. der Wärmeausdehnung von Luft und Wasserdampf sowie den Strömungen von Gasen und Flüssigkeiten (1852 entdeckte er den Magnus-Effekt), seine chem. betrafen v.a. Tellus, Selen und Platin.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 14, S. 43
ADB Bd. 20 S. 77-90
Pogg. II. Sp. 14-15, III. S. 856

Masson, Antoine Philibert
Physiker, * Auxonne 22/23.8.1806, +Paris 1.12.1860; Masson beobachtete unabhängig von Joseph Henry und William Jenkins die Selbstinduktion eines Stromkreises. 1841 konstruierte er eine der ersten Induktionsspulen.
Quelle: DSB 9, S. 166-167

Maxwell, James Clerk
brit. Physiker, * Edinburgh 13. 6. 1831, + Cambridge 5. 11. 1879; Studium in Edinburgh und Cambridge, 1856-60 Prof. für Physik in Aberdeen, dann am King's College in London. 1871 folgte M. dem Ruf nach Cambridge, wo er das »Cavendish Laboratory« gründete. Seine Beiträge zur Physik beziehen sich v. a. auf drei Gebiete: die Theorie des Elektromagnetismus, die kinet. Gastheorie und die physiolog. Farbenlehre. Ausgehend von der durch M. FARADAY eingeführten Idee des elektr. Feldes formulierte M. die vier Grundgleichungen der Elektrodynamik, aus denen sich die Existenz elektromagnet. Wellen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, ergibt. Hieraus schloss M., dass Licht eine elektromagnet. Strahlung darstelle. Diese Ideen regten zahlr. Forscher (u. a. H. HERTZ) zu eigenen Untersuchungen an. In der physiolog. Farbenlehre entwickelte M. die von T. YOUNG stammende Dreifarbenlehre weiter. Die heute übl. Vorstellungen der kinet. Gastheorie, insbesondere die Auffassung, Gase seien Ansammlungen von sich bewegenden Molekülen, wurde entscheidend von M. gefördert. Angeregt durch die Arbeiten von R. CLAUSIUS, begann er ab 1860, statist. Verfahren in die Gastheorie einzuführen. Das bekannteste Ergebnis dieser Bemühungen ist die maxwellsche Geschwindigkeitsverteilung. --- M. wird in seiner Bedeutung für die Physik häufig mit I. NEWTON und A. EINSTEIN auf eine Stufe gestellt.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 14, S. 367
DSB 9, S. 198-230
Pogg. III. S. 889-890, IV. S. 977
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Maxwell.html

Mayer, (Julius) Robert von (seit 1867)
Arzt und Physiker, * Heilbronn 25.11.1814, + ebd. 20.3.1878; nach Studium in Tübingen Schiffsarzt, danach Arzt in Heilbronn. M. begründete in seinem 1842 erschienenen Aufsatz >Bemerkungen über die Kräfte der unbelebten Natur< und ausführlicher in seiner 1845 erschienenen Schrift >Die organ. Bewegung in ihrem Zusammenhange mit dem Stoffwechsel< das Gesetz von der Erhaltung der Energie. M.s Prioritätsansprüche u.a. gegenüber J.P. Joule (1843) und H. von Helmholtz (1847) hinsichtlich der Entdeckung des Energieprinzips, wurden erst seit 1862 anerkannt.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 14, S. 373
ADB Bd. 21 S. 126-128
DSB 9, S. 235-240
Pagel Sp. 1110-1112
Pogg. II. S. 94, Pogg. III. S. 890, IV. S. 977

Miller, William Allen
Chemiker, * Ipswich 17.12.1817, + 1880; seit 1845 Prof. d. Chemie am King's College zu London. Publizierte 1845: On some cases of lines in the prismatic spectrum produced by the passage of light through coloured vapours etc.
Quellen:
DSB 9, S. 391-392
Pogg. II, S. 1863

Mozart, Wolfgang Amadeus, eigtl. Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus M.
Komponist, * Salzburg 27.1.1756, + Wien 5.12.1791
Quellen:
Brockhaus 15, S. 180-182
ADB Bd. 22 S. 422-436

Navier, Claude Louis Marie Henri
frz. Physiker, *Dijon 15.2.1785, + Paris 23.8.1836; ab 1819 Prof. in Paris, ab 1831 dort an der Ecole Polytechnique, leistete Beiträge zur Mechanik, zur Baustatik und zur Hydrodynamik.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 15, S. 443
DSB 10, S. 2-5

Neumann, Carl Gottfried
dt. Mathematiker; Sohn von Franz Ernst N.; Professor in Basel (1863-65), Tübingen und (ab 1868) in Leipzig; bed. Arbeiten zur Theorie der Bessel- und Kugelfunktionen sowie zur mathemat. Physik, insbes. zur analyt. Mechanik und zur Potentialtheorie (Einführung des logarithm. Potentials; Neumannsches Problem). 1868 begründete er zusammen mit A. Clebsch die ,,Mathemat. Annalen''.
(aus Meyer)
Quellen:
Meyer 17, S. 119
Meschkowski S. 190
DSB 10, S. 25
DMV Bd. 36, S. 174-178
Pogg. II. Sp. 275-276, III. S. 963-96, IV. S. 1066-1067l

Neumann, Franz Ernst
Physiker und Mineraloge, * Joachimsthal (Landkreis Barnim) 11.9.1798, + Königsberg (heute Kaliningrad) 23.5.1895; Prof. in Königsberg; begründete nach dem Vorbild von J.B. Fourier die mathemat. Physik in Dtl., arbeitete über Wellenlehre des Lichtes, Elektrodynamik und Kristallographie (>Zonengesetz<). N. gelang es, die von C.G.J. Jacobi begründete bedeutende Stellung des Königsberger Mathemat. Seminars zu stärken und auszubauen.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 15, S. 538
Meschkowski S. 190
DSB 10, S. 26-29
DMV Bd. 4, S. 54-68
ADB Bd. 52 S. 680-684
Pogg. II. Sp. 275, III. S. 963, IV. S. 1066

Neumann-Hofer, Otto
Theaterdirektor, Redakteur, Schriftsteller, * Lappienen (Ostpr.) 4.2.1857, + Dresden 14.4.1941; wurde 1881 Redakteur des Wochenblattes ,,Der Reichsfreund'', 1884-86 des ,,Deutschen Montagsblatts'', arbeite 1890-96 am ,,Berliner Tageblatt''. Neumann-Hofer war 1897-1905 Direktor des Berliner Lessingtheaters und gründete 1912 das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg.

Newton, Sir (seit 1705) Isaac
engl. Mathematiker, Physiker und Astronom, * Woolsthorpe (bei Grantham) 4.1. 1643, + Kensington (heute zu London) 31. 3. 1727; Sohn eines Landwirts; studierte ab 1661 an der Univ. Cambridge, wo er bahnbrechende theoret. Ansätze über die Natur des Lichtes, über die Gravitation und die Planetenbewegung sowie über die mathemat. Probleme, die mit Tangenten-, Flächen- und Schwerpunktsberechnungen zusammenhängen, entwickelte. Er wurde 1669 als Nachfolger seines Lehrers I. BARROW Prof. der Mathematik in Cambridge und 1672 Mitgl. der Royal Society. 1689 entsandte ihn die Univ. Cambridge als ihren Vertreter in das engl. Parlament; 1699 wurde er Vorsteher der königl. Münze in London, 1703-27 auch Präs, der Royal Society.    ...
Bei der Durchführung opt. Experimente entdeckte N. die Abhängigkeit des Brechungsindex von der Farbe des Lichtes und die Zusammensetzung des weißen Lichtes aus den verschiedenen Spektralfarben. 1675 untersuchte er die Farben dünner Blättchen u. a. Beugungserscheinungen, insbesondere die 1665 von R. HOOKE entdeckten Interferenzringe (newtonsche Ringe; Interferenz). In den erst 1704 erschienenen »Opticks ...« (dt. »Optik ...«) gab er eine genaue Beschreibung seiner Experimente und versuchte, sie mit seiner Korpuskulartheorie des Lichtes zu erklären. Bereits 1668 hatte N. auch, um Farbfehler auszuschalten, ein Spiegelteleskop (N.-Teleskop) konstruiert, das dem von J. GREGORY kurz zuvor beschriebenen überlegen war. --- N. betrieb außerdem intensive ehem., alchimist., chronolog. und theolog. Studien. Als Direktor der Münze bekämpfte er das Falschmünzerwesen.    ...
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 15, S. 587-588
Meschkowski S. 193-196
DSB 10, S. 42-103
Pogg. II. Sp. 277-279
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Newton.html

Pacinotti, Antonio
Elektrophysiker, * Pisa 17.6.1841, + Pisa 24.3.1912; Pacinotti war Professor für Physik an verschiedenen italienischen Universitäten. 1806 konstruierte er auf dem Prinzip des Ringankers einen Dynamo. Seit 1883 war er Mitglied der Accademia dei Lincei, ab 1905 Senator und 1911 Präsident der italienischen elektrotechnischen Gesellschaft.
Quelle: DSB 10, S. 268-269

Plücker, Julius
Mathematiker und Physiker, * Elberfeld (heute zu Wuppertal) 16.7.1801, + Bonn 22.5.1968; wurde 1828 Prof. in Bonn, 1832 in Berlin, 1834 in Halle (Saale); wirkte ab 1936 wieder in Bonn, wo er die Mathematik und ab 1847 auch die Physik vertrat.
P.s mathemat. Arbeiten betrafen die Geometrie, wo er mit A. F. MÖBIUS und H. GRASSMANN der analyt. Behandlungsweise zum Durchbruch verhalf. Er führte u.a. die homogenen Koordinaten in die projektive Geometrie ein und entwickelte die Liniengeometrie, die mit den herkömmlichen geometrischen Vorstellungen brach. Weitere wichtige Untersuchungen galten den Singularitäten algebraischer Kurven. - In der Physik beschäftigte sich P. mit elektr. Entladungen in verdünnten Gasen (Zusammenarbeit mit dem Mechaniker H: GEISSLER), weshalb er mit seinem Schüler J. W. HITTORF als Entdecker der Kathodenstrahlung gilt. Durch seine Erkenntnis, dass jedes Gas ein charakterist. Spektrum emittiert, wurde P. zum Wegbereiter der Spektralanalyse.
(aus Brockhaus)
Julius Plücker studierte u.a. in Heidelberg.
Quellen:
Brockhaus 17, S. 245
ADB Bd. 26, S. 321-323
DSB 11, S. 44-47
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/pluecker.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Plucker.html

Poisson, (Siméon) Denis
frz. Mathematiker und Physiker, * Pithiviers (Dep. Loiret) 21.6. 1781, + Paris 25. 4. 1840; ab 1800 an der École Polytechnique (1806 Prof.). P. stellte eine von der laplaceschen abweichende Theorie der Kapillarität auf und trug wesentlich zum Ausbau der Potenzialtheorie bei, die er bei der Lösung elektrostat. und magnet. Probleme anwandte (Poisson-Gleichung). Er beschäftigte sich auch mit der Wärmeleitung (Beiträge zur Theorie der Fourier-Reihen), mit der Wahrscheinlichkeitstheorie (Poisson-Verteilung) und mit Differenzialgleichungen (Variation der Konstanten, P.-Klammern). Sein »Traité de méchanique (2 Bde., 1811) wurde zu einem Standardwerk.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 17, S. 264-265
DSB 11, S. 480-490
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Poisson.html

Quincke, Georg Hermann
Physiker, * Frankfurt (Oder) 19.11. 1834, + Heidelberg 13.1. 1924, Bruder von [Heinrich Irenäus Quincke]; Prof. in Berlin, Würzburg und Heidelberg. Q. erfand 1866 das nach ihm benannte, vom Instrumentenbauer KARL RUDOLF KÖNIG (* 1832, + 1901) mit einem Posaunenauszug versehene Interferenzrohr und gab 1885/86 ein Verfahren zur Messung der magnet. Feldstärke aus der Steighöhe paramagnet. Flüssigkeit en in kommunizierenden Röhren an.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 17, S. 689
DSB 11, S. 241-242

Richelot, Friedrich Julius
Mathematiker, * Königsberg 6.11.1808, + Königsberg 31.3.1875; war Schüler von Carl Gustav Jacob Jacobi in Königsberg und habilitierte sich 1832 und lehrte bis zu seinem Tod 1875 in Königsberg. Als Schwiegervater Gustav R. Kirchhoffs beeinflusste er auch 1869 die Berufung Leo Koenigsbergers nach Heidelberg.
Quellen:
ADB Bd. 28 S. 432-433
Pogg. II. Sp. 631, III. S. 1120

Römer, Ole (= Olaf, Olaus)
dän. Astronom, * Århus 25.9. 1644, + Kopenhagen 19.9. 1710; Mitgl der Pariser Akademie 1672-81, dann Prof. der Mathematik und Leiter der Sternwarte sowie Bürgermeister in Kopenhagen. R. bestimmte 1675 die Lichtgeschwindigkeit aus den Verfinsterungen der Jupitermonde und baute den ersten Meridiankreis.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 18, S. 500
DSB 11, S. 525-527

Roscoe, Sir (seit 1884) Henry (Enfield)
brit. Chemiker, * London 7.1.1833, + West Horsley (Cty. Surrey) 18.12.1915; lehrte in Manchester und London; arbeitete v.a. über Photochemie (Bunsen-Roscoe-Gesetz) und Spektralanalyse sowie über die Chemie der Elemente Wolfram und Vanadium.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 18, S. 535
DSB 11, S. 636-539
Pogg. II. Sp. 686, III. S. 1140-1141, IV. S. 1269

Rousseau, Jean-Jacques
französisch-schweizerischer Philosoph und Schriftsteller, * Genf 28.6.1712, + Ermenonville (bei Senlis) 2.7.1778
Quelle: Brockhaus 18, S. 576-577

Rowland, Henry Augustus
amerikan. Ingenieur und Physiker, * Honesdale (Pa.) 27.11.1848, + Baltimore (Maryland) 16.4.1901; ab 1875 Prof. der Physik an der Johns Hopkins University. R. führte im Winter 1875/76 bei H. VON HELMHOLTZ grundlegende >Versuche über die elektromagnet. Wirkung elektr. Konvektion< durch; stellte die ersten reflektierenden Konkavgitter für Gitterspektrographen her und entwarf die erste Präzisionsmaschine zu deren Herstellung, 1899 erfand er einen Vierfachtypendrucker.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 18, S. 601
DSB 11, S. 577-579

Schiller, (Johann Christoph) Friedrich von (seit 1802)
Dichter, * Marbach am Neckar 10.11.1759, + Weimar 9.5.1805
Quellen:
Brockhaus 19, S. 313-316
ADB Bd. 31, S. 215-245
NDB Bd. 22, S. 759-763

Schubert, Franz (Peter)
österr. Komponist, * Lichtental (heute zu Wien) 31.1.1797, + Wien 19.11.1828
Quellen:
Brockhaus 19, S. 477-479
ADB Bd. 32, S. 614-628

Soret, Jacques-Louis
Physiker, * Genf 30.6.1827, + Genf 13.5.1890; seit 1876 Prof. ord. d. medic. Physik an der Univ. Genf, 1890 Corr. d. Pariser Akademie.

Stewart, Balfour
Physiker, * Edinburgh 1.11.1828, + Ballamagawey (Irland) 20.12.1887; ab 1859 Direktor der Sternwarte in Kew und seit 1870 Prof. am Owen's College in Manchester. Stewart forschte in der Meteorologie, Solarphysik und Magnetismus, besonders aber über Infrarotstrahlung.
Quelle: DSB 13, S. 51-53

Stokes, Sir (seit 1889) George Gabriel
brit. Mathematiker und Physiker, * Skreen (Cty. Sligo) 13. 8. 1819, + Cambridge 1. 2. 1903; ab 1849 Prof. in Cambridge, 1854-85 Sekr. und 1885-90 Präs, der Royal Society. Bedeutende Beiträge zur Analysis (Stokes-Integralsatz) und mathemat. Physik. Wichtig für die weitere Entwicklung der Analysis wurden seine Untersuchungen zur Reihenlehre, in denen er unabhängig von L. P. VON SEIDEL den Begriff der gleichmäßigen Konvergenz erarbeitete. Seine physikal. Forschungen betrafen u.a. die Hydrodynamik (Navier-Stokes-Gleichung, stokessches Reibungsgesetz) und die Optik, wo er v. a. zur Wellentheorie des Lichts und über Fluoreszenz (stokessche Regel) arbeitete.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 21, S. 176
DSB 13, S. 74-79
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Stokes.html

Swan, Sir (seit 1904) Joseph Wilson
brit. Erfinder, * Sunderland 31. 10. 1828, + Warlingham (Cty. Surrey) 27. 5. 1914; Pionier auf dem Gebiet der Fotografie und neben T. A. EDISON Wegbereiter der elektr. Glühlampe; erfand mehrere fotograf. Kopierverfahren und 1871 die Bromsilber-Gelatine-Beschichtung für Glasplatten und Papier. Nachdem er bereits 1860 einfache Kohlefadenlampen gebaut hatte, konnte er diese nach Verbesserung der Vakuumtechnik 1880 als brauchbare Lichtquelle produzieren. Bei der Suche nach besseren Kohlefäden für Glühlampen er fand S. 1883 die Herstellung von Kunstseide durch Pressen von in Essigsäure gelöster Nitrocellulose durch feine Löcher.
(aus Brockhaus)
Quelle: Brockhaus 21, S. 428

Tait, Peter Guthrie
Mathematiker und Physiker, * Dalkeith (bei Edinburgh) 28.4.1831, + Edinburgh 4.7.1901; ab 1860 Professor für Natural Philosophy (Theoretische Physik) in Edinburgh verfasste 1867 gemeinsam mit William Thomson ein bekanntes Lehrbuch: Treatise of Natural Philosophy. Die Arbeiten Hermann Helmholtz', insbesondere die Wirbelbewegungen beeinflussten ihn stark.
Quellen:
DSB 13, S. 236-237
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Tait.html

Talbot, William Henry Fox
brit. Mathematiker und Photochemiker, * Melbury House (Cty. Dorset) 11. 2. 1800, + Lacock Abbey 17. 9. 1877; erzielte einige grundlegende Ergebnisse zur Theorie ellipt. Integrale sowie zur Summierbarkeit von Integralen und wurde dafür in die Royal Society aufgenommen. Ab 1834 entwickelte er das erste fotograf. Negativ-Positiv-Verfahren, das er 1839 unter der Bez. Calotypie bekannt gab, und 1840 entdeckte er die Möglichkeit, das latente Bild mit Gallussäure zu entwickeln, Sein Verfahren erlaubte erstmals die Vervielfältigung fotograf. Bilder. Neben Sir HENRY RAWLINSON und E. HINCKS (* 1792, + 1866) befasste sich T. auch als einer der Ersten mit der Entzifferung der Keilschrift.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 21, S. 521
DSB 13, S. 236-237
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Talbot.html

Thomson, Sir (seit 1866) William, Lord Kelvin of Largs (seit 1892)
brit. Physiker, * Belfast 26. 6. 1824, + Nethergall (bei Largs, Strathclyde Region) 17. 12. 1907; ab 1846 Prof. für theoret. Physik in Glasgow. Seine Hauptforschungsgebiete waren die Elektrophysik und die Thermodynamik; daneben leistete er bedeutsame Beiträge zur Elastizitätslehre, Hydrodynamik, Geophysik und förderte die beginnende Elektrotechnik, v. a. die Unterwassertelegrafie. 1848 gab T., ausgehend vom Carnot-Prozess, eine von der thermometr. Substanz unabhängige Definition der Temperatur und kam neben R. J. E. CLAUSIUS zu eigenen Formulierung der beiden Hauptsätze der Thermodynamik. Die absolute Temperatur wird heute in Kelvin angegeben. Mit J. P. JOULE entdeckte T. 1853 den Joule-Thomson-Effekt und 1856 den thermoelektr. Thomson-Effekt. T. erfand und verbesserte auch zahlr. Messverfahren und Geräte, u.a. die T.-Brücke.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 22, S. 46
DSB 13, S. 374-388
Pogg. III. S. 1341-1343
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Thomson.html

Vangerow, Karl Adolf von
Jurist und Philologe, * Schiffelbach bei Marburg 15.6.1808, + Heidelberg 11.10.1870; lehrte ab 1840 in Heidelberg Römisches Recht. Sein Lehrbuch der Pandekten erschien ab 1863 in sieben Auflagen.
Quelle:
ADB Bd. 39, S. 479-482

Vogel, Hermann Karl
Astrophysiker, * Leipzig 3. 4 . 1841, + Potsdam 18. 8. 1907; ab 1874 Observator am Astrophysikal. Observatorium in Potsdam, dessen Leitung ihm 1882 übertragen wurde. V. konstruierte den ersten Sternspektrographen auf fotograf. Basis, ermittelte die Radialgeschwindigkeiten einiger der hellsten Sterne nach dem dopplerschen Prinzip und wies in den Jahren 1888-91 mit JULIUS SCHEINER (* 1858, + 1913) am Stern Algol die Doppelsternnatur und damit die Existenz von Bedeckungsveränderlichen nach.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 23, S. 367
DSB 14, S. 54-57

Watt, James
brit. Ingenieur und Erfinder, * Greenock 19. 1. 1736, + Heathfield (heute zu Birmingham) 19. 8. 1819; erlernte zunächst das Feinmechanikerhandwerk; unterhielt 1757-66 auf dem Gelände der Univ. Glasgow eine Instrumentenbauwerkstatt und war anschließend in der Landvermessung tätig. Bis 1765 entwickelte W. durch Verbesserung der atmosphär. Dampfmaschine von T. NEWCOMEN die erste direkt wirkende Niederdruckdampfmaschine mit vom Zylinder getrenntem Kondensator und einem Dampfmantel um den Zylinder, wofür er 1769 ein Patent erhielt. 1775 gründete W. mit dem Unternehmer M. BOULTON die Dampfmaschinenfabrik Boulton & Watt in Soho (heute zu Birmingham) und begann 1778 mit der Vervollkommnung seiner Maschine. Er entwickelte die doppelt wirkende Niederdruckdampfmaschine, bei der der Dampf abwechselnd auf beide Seiten des Kolbens wirkt, überführte die translator. Bewegung über einen Hebelmechanismus und eine Art Planetengetriebe auf ein Schwungrad und setzte den Fliehkraftregler mit Drosselklappe ein. Die erste 1782 fertig gestellte universell einsetzbare Maschine trug wesentlich zur industriellen Revolution bei. 1800 schied W. aus der Firma aus. Er hatte u. a. auch Anteil an den Forschungen über die Zusammensetzung des Wassers und führte die Pferdestärke als Maß für die Arbeitsleistung pro Zeiteinheit ein.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 23, S. 625
DSB 14, S. 196-199

Weber, Heinrich
Mathematiker, * Heidelberg 5.3.1842, + Straßburg 17.5.1913; ab 1870 Prof. am Eidgenöss. Polytechnikum Zürich, anschließend in Königsberg, Berlin, Marburg, Göttingen und ab 1895 in Straßburg.
W. arbeitete auf dem Gebiet der mathemat. Physik u.a. über partielle Differenzialgleichungen und leistete bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Algebra und der Zahlentheorie, v.a. zur Darstellungstheorie der Gruppen und zur Körpertheorie. Sein 1895/96 veröffentlichtes zweibändiges »Lehrbuch der Algebra« war ein Standardwerk.
Quellen:
Brockhaus 23, S. 632
Meschkowski S. 263
DSB 14, S. 202-203
DMV Bd. 23, S. 431-444
HGL S. 287-288
Pogg. III. S. 1422-1423, IV. S. 1601-1602
www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/homo-heid/weber-h.htm
www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Weber_Heinrich.html

Weber, Wilhelm Eduard
Physiker, * Wittenberg 24. 10. 1804, + Göttingen 23.6. 1891, Bruder von [Ernst Heinrich Weber]; 1831-37 Prof. in Göttingen, 1837 als einer der -> Göttinger Sieben des Amtes enthoben, ab 1844 als akadem. Lehrer in Leipzig und ab 1849 wieder als Prof. in Göttingen tätig. W. leistete bedeutende Arbeiten zur Wellenlehre und zum Elektromagnetismus. Mit seinem Bruder ERNST HEIINRICH veröffentlichte er 1825 die Arbeit »Wellenlehre auf Experimente gegründet«, mit C. F. GAUSS verfeinerte er elektromagnet. Messmethoden und Instrumente für Untersuchungen zum Erdmagnetismus und an der Göttinger Sternwarte, deren Leitung er 1855-68 als Nachfolger von GAUSS innehatte. U.a. konstruierten beide 1833 den ersten elektromagnet. Telegrafen zur Koordinierung der Messungen in der Sternwarte und im physikal. Labor. W. schuf in der Folgezeit ein elektrostat. und elektromagnet. Maßsystem, formulierte 1846 sein auf Fernwirkungsvorstellungen beruhendes Grundgesetz der elektr. Wirkung, fand bei der Verifikation dieses Gesetzes Ansatzpunkte für ein Elektronenmodell der elektr. Leitungsmechanismen und bestimmte 1856 mit R. KOHLRAUSCH aus elektr. Messungen die Lichtgeschwindigkeit. - 1935 wurde für die Einheit des magnet. Flusses die Bezeichnung Weber (Wb) festgelegt.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 23, S. 634
Meyer 25, S. 89
DSB 14, S. 203-209

Wertheim, Gustav
Realschulprofessor und Mathematiker, * Imbshausen 9.6.1843, + Frankfurt am Main 31.8.1902; übersetzte Tait's Vorles. der Fortschritte der Physik (1878) und Serret's Handbuch der höheren Algebra (1878).
Quellen:
Eneström, Gustaf: Gustav Wertheim
In: Bibliotheca mathematica. - 3. Folge, 3. Band (1902), S. 395-402

Wheatstone, Sir (seit 1868) Charles
brit. Physiker, * Gloucester 6.2.1802, + Paris 19.10.1875; war zunächst Musikinstrumentenbauer, ab 1834 Prof. am King's College in London. W. arbeitete auf den Gebieten der Akustik, Optik und Elektrotechnik, insbesondere der Messtechnik und Telegrafie. Er untersuchte Chladni-Figuren, entwickelte ein Spiegelstereoskop und beschäftigte sich mit Funkenentladungen und deren Spektralanalyse. 1833 erkannte er die Bedeutung der von Samuel Hunter Christie (* 1784, + 1865) entwickelten und heute nach ihm benannten Brückenschaltung zur Messung elektr. Widerstände. Zus. mit W. F. Cooke entwickelte W. versch. Nadeltelegrafen und einen Zeigertelegrafen, die weite Verbreitung bei den brit. Eisenbahngesellschaften und in den Städten fanden.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 24, 132
DSB 14, S. 289-291

Willingen, Volkert Simon Maarten van der
Physiker, * 5.9.1822, + Harlem 19.2.1878; seit 1864 Direktor des Musée Tylor in Harlem, seit 1857 Mitglied der Akademie zu Amsterdam.

Wollaston, William Hyde
brit. Naturforscher, * Dereham (heute East Dereham, Cty. Norfolk) 6. 8. 1766, + London 22. 12. 1828; ab 1793 Mitgl. der Royal Society und 1804-16 deren Sekr. W. leistete bedeutende Beiträge zur Physik, Chemie und Physiologie. 1801 wies er die Gleichartigkeit von galvan. und Reibungselektrizität nach. Seine opt. Untersuchungen betrafen v. a. die Lichtbrechung. Er entwickelte 1802 ein Verfahren zur Bestimmung des Brechungsvermögens mithilfe der Totalreflexion, wies 1804 dunkle Linien im Sonnenspektrum nach, erfand 1807 die Camera lucida, 1809 ein Reflexionsgoniometer und 1820 das nach ihm benannte W.-Prisma. Er beschäftigte sich auch mit der pulvermetallurg. Verarbeitung des Platins und entdeckte dabei 1803 die Platinbegleitmetalle Palladium und Rhodium. Seine physiolog. Untersuchungen galten bes. der Frequenzempfindlichkeit des Gehörs und der opt. Wahrnehmung.
(aus Brockhaus) )
Quellen:
Brockhaus 24, S. 352
DSB 14, S. 586-494

Zeller, Eduard (Gottlob)
ev. Theologe und Philosoph, * Kleinbottwar (heute zu Steinheim an der Murr) 22.1.1814, + Stuttgart 19.3.1908, wurde 1847 Prof. für Theologie in Bern, 1849 in Marburg, 1862 Prof. für Philosophie in Heidelberg, 1872-95 in Berlin. Z. gehörte als Schüler F.C. Baurs der Tübinger Schule an und gründete deren wiss. Organ, die >Theolog. Jahrbücher< (1842-57). Er widmete sich v.a. der Erforschung des Urchristentums. Zudem war er ein bedeutender Historiker der griech. Philosophie und wandte sich von G.W.F. Hegel ausgehend, später dem Neukantianismus zu.
(aus Brockhaus)
Quellen:
Brockhaus 24, S. 513
HGL S. 309-310
de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Zeller

Zöllner, Johann Karl Friedrich
Astrophysiker, * Berlin 8.11.1834, + Leipzig 25.4.1882. Ab 1866 Professor in Leipzig, Pionier der Astrophysik, insbes. der Astrophotometrie. In seinem Hauptwerk ,,Grundzüge einer allgemeinen Photometrie des Himmels'' (1861) beschrieb Z. u.a. das von ihm konstruierte und dann sehr verbreitete Astrophotometer. Nach ,,Photometr. Untersuchungen mit bes. Berücksichtigung auf die phys. Beschaffenheit der Himmelskörper'' (1865) befaßte er sich mit der Astrospektroskopie, mit Verfahren zur Beobachtung von Sonnenprotuberanzen, mit der Natur der Kometen (1872) sowie mit den ,,Prinzipien einer elektrodanym. Theorie der Materie'' (4 Bde., 1878-81) enthalten außerdem sowohl natuphilosph. und naturwissenschaftshistor. Arbeiten als auch sinnesphysiolog. sowie spiritist. und hypnot. Studien
(aus Meyer)
Quellen:
Meyer 25, S. 761
ADB Bd. 45, S. 426-428
DSB 14, S. 627-639


Letzte Änderung: 29.01.2010 Gabriele Dörflinger

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