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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

William R. M. H. Threlfall

Dozent in Heidelberg

William Threlfall (1888 - 1949)

Lexika (Printausgaben)
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Print-Biographien
Werk
Bibliographien

Lexika

Lexikon bedeutender Mathematiker / hrsg. von Siegfried Gottwald ... - Thun [u.a.], 1990. - S. 460

Threlfall, William Richard Maximilian Hugo: geb. 25.6.1888 Dresden, gest. 4.4.1949 Oberwolfach. — Dem Studium 1910-1914 in Jena und Göttingen und der Promotion 1926 in Leipzig folgte 1927 die Habilitation an der TH Dresden, an der er 1933 a.o. Prof. wurde; 1935 ging T. als a.o. Prof. an die Univ. Halle, 1937 wurde er o. Prof. an der Univ. Frankfurt/M. und 1946 an der Univ. Heidelberg.

T. arbeitete über Variationsrechnung sowie über Topologie und damit verbundene gruppentheoretische Probleme. Bekannt sind seine zusammen mit H. SEIFERT geschriebenen Bücher zur algebraischen Topologie und zur Variationsrechnung im Großen.

Poggendorff — Siegfried Gottwald

Heidelberger Gelehrtenlexikon / Dagmar Drüll. - Heidelberg
Bd. 3. 1933 - 1986. - 2009, S. 619-620

Threlfall, William

1946-1949 Naturwiss.-Math. Fak.

Mathematik

* 25. Juni 1888 Dresden
04. Apr. 1949 Oberwolfach (Schwarzwald)
Grab zunächst ebd., ca. 1969 umgebettet auf den Bergfriedhof in H
V William T. (1863-1888) Botaniker an U of Cambridge, zuletzt Leiter e. Forschungsexpedition in Indien, s. Desmond (1994) S. 684, WBIS
M Helene Elizabeth Clara geb. Koch († nach 1930) Nichte von Robert Koch (1843-1910)
unverh.

Lb   U Jena: Seit ca. 1907 Stud. der Chemie; 1910 Verbandsexamen in Chemie.
U Göttingen: Seit WS 1911/12 Stud. der Mathematik; 1914 Internierung aufgrund seiner britischen Staatsbürgerschaft; 1915 Kriegsdienst auf dt. Seite.
1916-1927 Priv.-Gelehrter und Landwirt auf dem Gut seines Onkels bei Dresden; in dieser Zeit:
U Leipzig: 1921-1922 Gasthörer; 3. Febr. 1926 Dr.phil.
TH Dresden: 1927 Habilitation für Mathematik; seit 1927 Wiss. Hilfskraft am Lehrstuhl für Reine Mathematik, seit 1929 Assistent am Inst, für Technische Mechanik der Math.-Naturwiss. Abt.; seit 6. Juni 1933 nichtplanm. a. o. Prof.
U Halle-Wittenberg: Seit 1. Apr. 1936 planm. a. o. Prof. für Analytische Geometrie, Variationsrechnung, Analysis und Funktionstheorie.
U Frankfurt/M.: Seit 1. Jan. 1938 Lehrstuhlvertr.; 1. Okt. 1938-Mai 1946 o. Prof. und Direktor des Math. Seminars; beurlaubt: seit SS 1943 Inst, für Gasdynamik an der Luftfahrtforschungsanstalt Hermann Göring in Braunschweig, seit Aug. 1944 Schloß Lorenzenhof in Oberwolfach (Schwarzwald), wo im Nov. 1944 das Math. Forschungsinstitut zunächst als Reichsinstitut für Mathematik gegründet wird.
U Heidelberg: 4. Mai 1946 Ern. zum o. Prof. und Direktor des Math. Seminars.

E   1947 o. Mitgl. der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (HAW) sowie mehrerer in- und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften.

Qu   UAH PA 6081; Handakte HAW Nr. 473. — Auskünfte von Herrn Prof. Dr. Klaus Volkert, Köln und Frau Gabriele Dörflinger, Universitätsbibliothek Heidelberg. — Tagebuch von H. [= Herbert Seifert] und W. [= William Threlfall] 1930-1949. 22 Bde. Bisher digital erschienen: Bde. 16 und 17. Übertragen und bearbeitet von Philipp Ullmann. (Bad Soden) 2006 sowie Ausgewählte Passagen aus dem Zeitraum 1943-1948. Transkription von Dirk Steinmetz. 2000.

W   Bibliographie in: Volkert (2000) S. 24-26. — Schwerpunktthemen: Topologie und Analysis.

L   Heiber (1991) S. 298 f., (1994) S. 578 f.; Klemperer, Ich will Zeugnis ablegen (1995) S. 193 f. (unter ,,Threfall''; s. hierzu Volkert (2000) S. 3 Anm. 9); DBE 10 (1999) S. 24; Jung (1999) S. 83 u. ö. — Puppe, Dieter: Über W. T. in: Nachruf auf Herbert Seifert in: Jahrbuch HAW für 1997 (1998) S. 140-143. — Volkert, Klaus: Die Beiträge von Seifert und T. zur dreidimensionalen Topologie (2000 digital erschienen; Ausdruck im UAH). — Professoren TU Dresden (2003) S. 959; Tobies (2006) S. 336; UH im Nationalsozialismus (2006) S. 1273 (Register). — Voss, Waltraud: Ihre Freundschaft und Zusammenarbeit begannen an der TH Dresden: Herbert Seifert und W. T. in: Wanderschaft in der Mathematik. Hrsg. von Magdalena Hykšová und Ulrich Reich. Augsburg 2006. S. 228-236. — Dörflinger, Gabriele: W. T. in: Fachbezogene Informationen Mathematik. Homo Heidelbergensis mathematicus. 9. Jan. 2008. (Ausdruck im UAH.)

P   Bildersammlung UAH.

Abkürzungsverzeichnis

Anmerkungen:

  1. Die Umbettung auf den Heidelberger Bergfriedhof erfolgte am 22.2.1980
  2. Konfession W. Threlfalls: ev.

Die Professoren der TU Dresden 1828 - 2003 / bearbeitet von Dorit Petschel. - Köln [u.a.], 2003. - S. 959

Prof. Dr. phil. habil.
Threlfall, William (Richard Maximilian Hugo)
* 25.06.1888 Dresden
† 04.04.1949 Oberwolfach
1933 - 1936

Curriculum Vitae
1907 Abitur am Humanistischen Königlichen Gymnasium Dresden-Neustadt;
1907 Studium der Chemie und Mathematik an der Universität Jena;
1912 bis 1914 Studium der Mathematik, Famulus an der Universität Göttingen;
1915 Kriegsdienst;
1917 Privatgelehrter in Dresden;
1926 Promotion an der Universität Leipzig;
Habilitation, Privatdozent für Mathematik an der TH Dresden;
1929 Assistent am Institut für Technische Mechanik an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung der TH Dresden; 1933 nichtplanmäßiger außerordentlicher Professor für Mathematik ebd.;
1936 planmäßiger außerordentlicher Professor für Analystische Geometrie, Variationsrechnung, Analysis und Funktionstheorie an der Universität Halle-Wittenberg;
1937 ordentlicher Professor und Direktor des Mathematischen Seminars an der Universität Frankfurt a.M.;
1946 bis 1949 ordentlicher Professor für Mathematik an der Universität Heidelberg.

Veröffentlichungen
Gruppenbilder, 1932;
Lehrbuch der Topologie, 1932 (mit H. Seifert);
Variationsrechnung im Großen, 1938 (mit H. Seifert).


WWW-Informationen

externer Verweis Biographie von Herbert Seifert vom St. Andrews Archiv

externer Verweis William Threlfall aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Link   William Threlfall — Mathematiker / Artikel aus den Badischen Biographien von Gabriele Dörflinger
      PDF-Datei (HeiDOK)

Link   Tagebuchnotiz Viktor Klemperers über William Threlfall

[PDF] externer Verweis Zur Geschichte des Mathematischen Seminars der Universität Frankfurt am Main von 1914 bis 1970 / Wolfgang Schwarz ; Jürgen Wolfart. - 11. Juni 2002
S. 88 - 89 Kurzbiographie William Threlfalls

externer Verweis The Mathematics Genealogy Project

Link   Bilder aus dem Universitätsarchiv Heidelberg

Am Heidelberger Bergfriedhof befindet sich das Grab (Nr. D 371, liegender Grabstein) von William Threlfall und Herbert Seifert. Nachdem W. Threlfall zunächst in Oberwolfach, wo er gestorben war, begraben wurde, ließ Herbert Seifert am 22.2.1980 die Urne in das Grab am Bergfriedhof, das gleichzeitig für ihn selbst und für seine Frau vorgesehen war, transferieren.


(Foto von G. Dörflinger)

Tagebuch von H. und W.

Auszüge der zwischen 1930 und 1949 verfassten Tagebücher William Threlfalls wurden durch externer Verweis Prof. Klaus Volkert / Universität Köln ins Internet gestellt. Es handelt sich um

Print-Biographien

Puppe, Dieter: Herbert Seifert
In: History of topology / ed. by. I. M. James. - Amsterdam [u.a.], 1999. - S. 1021-1028
UB-Signatur: 2000 H 569

In the time to come Seifert and Threlfall (who was again at Frankfurt/Main) were very much interested in continuing their cooperation. Each tried to get the other to his place. What finally worked out was that Threlfall got an offer from Heidelberg and became the second full professor of mathematics in the winter 1946/47.
Nachruf im Jahresbericht, erstattet vom Präsidenten, Herrn von Weizsäcker
In: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Jahreshefte. - 1946/55, S. 62-66
(Nachruf S. 64-65)
UB-Signatur:H 95-6::1943-55
William Threlfall, der Mathematiker, durfte sein Leben der Reinheit dieser Forschung und deren Bewährung in den Gesinnungen widmen. Von Vaterseite britischer, von Mutterseite deutscher Abkunft ist er auch ein Beispiel jener so rätselhaften Sonderbegabungen, ohne welche die Wissenschaften nicht entstehen würden. Die Topologie in der Mathematik ist von ihm in den Grundlagen geschaffen und gemeinsam mit Herbert Seifert in einem Lehrbuch dargestellt worden. Sodann wandte er sich der Analysis im Großen zu. Eine zusammenfassende Darstellung dieser Untersuchungen ist seine »Variationsrechnung im Großen«. Schülerkreis, Fachgenossen und akademisches Wirken sollten die Sprödigkeit dieser Materie immer mehr überwinden und widerlegen. Aber er ist uns durch einen unerwarteten Tod entrissen worden.
August Seybold: Gedenken an William Threlfall
In: Ruperto Carola. - Heidelberg. - Nr. 4 (1951), S. 17
Mit Photo     Link Volltext
Er [Threlfall] habilitierte sich 1927, nachdem er lange Jahre als Privatgelehrter gelebt hatte, an der Technischen Hochschule Dresden, nahm 1938 einen Ruf nach Frankfurt an und wirkte seit 1946 an der Universität Heidelberg.

Voss, Waltraud: Ihre Freundschaft und Zusammenarbeit begannen an der TH Dresden : Herbert Seifert und William Threlfall
In: Wanderschaft in der Mathematik / hrsg. von Magdalena Hyksova und Ulrich Reich. - Augsburg, 2006. - S. 229-236
(In Heidelberg nicht vorhanden)

Die Dresdner Zeit der Wissenschaftlergemeinschaft Herbert Seifert / William Threlfall endete 1935. In diesem Jahr ging Herbert Seifert als Professor an die Universität Heidelberg, an der er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1975 erfolgreich und hochgeehrt wirkte. William Threlfall lehrte ab 1936 an den Universitäten Halle, Frankfurt/Main und Heidelberg. Die gemeinsame Arbeit beider, die an der TH Dresden begonnen hatte, riss bekanntlich nie ab; sie wurde leider zu früh durch den Tod von William Threlfall am 4. April 1949 - er starb in Oberwolfach - beendet. Herbert Seifert starb am 1. Oktober 1996 in Heidelberg.

Ullmann, Philipp: Die Mathematik des Alltäglichen : das Tagebuch von William Threlfall und Herbert Seifert
In: Mathematische Semesterberichte. - 55 (2008), S. 57-68

Nach dem Krieg wird er [Threlfall] in Heidelberg Nachfolger von Udo Wegner (1902-1989), der Ende 1945 aus politischen Gründen entlassen wird. Threlfall stirbt 1949 bei einer Mathematikertagung in Oberwolfach.

Kurzbiographie und Bilder
In: Das Mathematische Institut der Universität Heidelberg im Dritten Reich / Staatsexamensarbeit von Florian Jung. - Heidelberg. - 1999, S. 43, 89, 94
Math.Bibl-Signatur: Jung


Werk

In Heidelberg verfügbare Monographien
  • Seifert, Herbert:
    Lehrbuch der Topologie / Herbert Seifert ; William Threlfall
        UB: LN-U 7-2460
        Math.Bibl: Seife
  • Seifert, Herbert:
    Variationsrechnung im Grossen / von H. Seifert u. W. Threlfall. - Leipzig, 1938
        UB: L 309-20::24
  • Threlfall, William:
    Analytische Geometrie : Vorlesung 1947. - Heidelberg
        Math.Bibl: Threl
  • Threlfall, William:
    Gruppenbilder. - 1932. - 59 S. : graph. Darst.
    (Abhandlungen der sächsischen Akademie der Wissenschaften : Math-Phys. Klasse ; 41,6)
    Dresden, TH, Hab.-Schr. v. 1932
    Fußnote auf Seite 2: Die Arbeit wurde von der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung der Technischen Hochschule Dresden 1927 als Habilitationsschrift angenommen. Zu der vorliegenden Umarbeitung der ersten Paragraphen hat Herr Herbert Seifert beigetragen.
        UB: L 1331-58-5
        UB: H 87::41.1933     Sammelband bestellen
  • Threlfall, William:
    Knotengruppe und Homologieinvarianten. - Heidelberg, 1949. - (Sitzungsberichte der Heidelberger Akadmie der Wiss. Math.-nat. Kl. ; 1949,8)
        UB: L 1331-75-2
        UB: H 95-2::1949

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Bibliographien

Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender
(1950), Sp. 2102
    UB-Signatur: IZA Biog-C-DE 015

Biographisch-literarisches Handwörterbuch / J. C. Poggendorff. - Leipzig
Bd. 7a,4 (1962), S. 674
    UB-Signatur: LSN B-AE 002     und     LSA Nat-A 001

Anfrage an externer Verweis Zentralblatt MATH   zum Autor   Threlfall, W*   oder zum Titel   William Threlfall.


Letzte Änderung: 14.03.2013 Gabriele Dörflinger

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