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Zeitschrift des Kunst-Gewerbe-Vereins zu München (1869-1886) – digital

http://zs-kgv-muenchen.uni-hd.de

Ab 1869 erschien die Vereinszeitschrift des Münchner Kunstgewerbevereins unter dem Titel Zeitschrift des Kunst-Gewerbe-Vereins zu München. Während der Zeit des Historismus feierte der Verein seine größten Erfolge, so zum Beispiel 1876 mit der Ausstellung „Unserer Väter Werke“ im Münchner Glaspalast und der Teilnahme an der Pariser Weltausstellung 1878. Das bayerische Kunsthandwerk genoss internationales Renommee. Das Vereinsblatt wurde bei den Weltausstellungen 1855 in Paris, 1862 in London und 1873 in Paris mit Preismedaillen ausgezeichnet.

Nachdem sich die Zeitschrift in den ersten eineinhalb Jahrzehnten fast ausschließlich der Mittelalterrezeption gewidmet hatte und sich dafür auch durchaus Kritik ausgesetzt sah, öffneten sich die Herausgeber ab der Mitte der sechziger Jahre auch der Neorenaissance und den folgenden aktuellen Tendenzen des Neobarock, des Neorokoko und sogar auch ab dem Ende des Jahrhunderts des Jugendstils.

Zu Beginn des ersten Heftes des Bandes von 1869 wird anlässlich der Umgestaltung der Zeitschrift der Standpunkt definiert, „von welchem aus die Zeitschrift in Zukunft redigiert wird“. Ins Zentrum gestellt werden dabei die folgenden Fragen: „In welcher Beziehung muss die kunstgewerbliche Thätigkeit der lebendigen Gegenwart sich von dem herrlichen Erbtheil der Vergangenheit abhängig machen?“ und „Hat nicht die kunstgewerbliche Thätigkeit unserer Zeit den Beruf, ihre Eigenthümlichkeit und Selbstständigkeit, also ihr Unabhängigkeit von entschwundenen Zeitaltern zu offenbaren“? Und weiter heißt es „Unsere Zeitschrift soll durch Mittheilungen aus der Geschichte des Kunstgewerbes dazu beitragen, dass sich ihre Leser dergestalt in die Vergangenheit zurückversetzen können, daß sie dieselbe als eine ehemals lebendige Gegenwart anzuschauen vermögen. Sie soll ferner erörtern, wie die Technik und die Erfindung der Formen für Geräthschaften sowie die Anwendung des Figürlichen und Ornamentalen in früheren Zeiträumen aus dem Bedürfniß und der jeweiligen Empfindungsweise hervorgegangen sind; sie wird ferner, um das Studium des Alten zu erleichtern, eine Reihe von Abbildungen nach den Werken früherer Meister bringen. Die bekannte Liberalität des Direktoriums des bayerischen Nationalmuseums macht es uns möglich, die Schätze desselben für unsere Zeitschrift zu benützen. Diese ward aber über dem Alten nicht das Neue vergessen, und ihr volle Aufmerksamkeit der neuen Technik, neuen Constructionen und neuen Arten der Ausschmückung, sowie der originellen Wiederbelebung des Alten zuwenden.“

Von 1851 bis 1868 erschien das Organ des Bayerischen Kunstgewerbevereins unter dem Titel Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München. Im Jahr 1887 wurde sie erneut umbenannt in Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins zu München. Ab 1897 bis 1932 erschien sie dann schließlich unter dem Titel Kunst und Handwerk – Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851.

Alle in dieser Zeitschrift enthaltenen Aufsätze sind im lokalen Online-Katalog HEIDI erfasst und können somit auch über den SWB und arthistoricum.net recherchiert werden.

Weiterführende Literatur

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