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Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München – digital

http://zs-ausbildung-gewerke-muenchen.uni-hd.de

geschnitzter Eichenholz-Schrank1851 wurde der Münchner Kunstgewerbevereins unter dem Namen „Verein zur Ausbildung der Gewerke“ als Zusammenschluss von Künstlern, Kunsthandwerkern und Unternehmern gegründet. Vorausgegangen war eine von dem Münchner Architekt August von Voit, Erbauer der Neuen Pinakothek und des Glaspalastes, im Jahr 1850 einberufene Zusammenkunft, die die Förderung der künstlerischen Ausbildung der Gewerke durch eine Vereinigung von bildenden Künstlern, Architekten, Handwerkern und kunstgewerblichen Unternehmern zum Ziel hatte. All dies geschah vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz für das Handwerk bei der Produktion von Alltagsgegenständen durch die Industrie.

Am 22. Juli 1850 hieß es im Deutschen Kunstblatt dass durch die „gegenseitige Annäherung von Künstlern und Handwerkern“ ein Verein hervorgegangen sei, dessen Zweck es sei, „eine thätige Verbindung zwischen Kunst und Handwerk“ zu schaffen und „Sorge für edle und reine Formen, vornehmlich für Durchführung des deutschen Gepräges in der Baukunst und allen mit ihr näher oder entfernter verbundenen Gewerken somit Unabhängigkeit von fremden Geschmack und Vorbildung und gründliche Durchbildung in eigener Weise. Für Ausstellung der auf diese Weise entstehenden Werke wird jedenfalls gesorgt werden.“ Am 15. November 1850 konstituierte sich der Verein mit 119 Mitgliedern, am 1. Januar 1851 nahm er seine Tätigkeit auf, König Maximilian II. selbst übernahm das Protektorat über den Verein. Bereits im Jahr 1852 verzeichnete der Verein schon 650 Mitglieder, nach einer Satzungsänderung wurden nun auch Frauen aufgenommen.

Der Verein organisierte regelmäßig große Ausstellungen, die meist im Glaspalast an der Münchner Sophienstrasse stattfanden und den Verein nicht nur Anerkennung sondern auch gute Umsätze bescherten.

Die Vereinssatzung sah neben dem Unterricht der „gewerblichen Jugend”, der Bereitstellung eines „Zeichnungssaals” oder der Einrichtung einer Fachbibliothek u.a. auch die Herausgabe einer Zeitschrift vor. Die erste Ausgabe der Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München erschien im Juni 1851. In ihr wurden künstlerische Entwurfszeichnungen, die im Rahmen von Preisausschreibungen entstanden, veröffentlicht. Die nach diesen Entwürfen gefertigten Objekte sollten ausgestellt, verkauft, unter den Vereinsmitgliedern verlost oder in der vereinseigenen Mustersammlung aufbewahrt werden. In der Festschrift zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des Münchener Kunstgewerbevereins von 1876 heißt es: „Sie [die Zeitschrift] ist aber insbesondere dadurch epochemachend geworden, dass sie die Anregung zu mehreren ähnlichen Unternehmungen gegeben hat” und sie sei „jetzt zu den wesentlichsten Hebeln deutschen Kunstgewerbes zu zählen”.

Von 1851 bis 1868 erschien die Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbevereins unter dem Titel Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München, ab 1869 als Zeitschrift des Kunst-Gewerbe-Vereins zu München. Im Jahr 1887 wurde sie erneut umbenannt in Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins zu München. Ab 1897 bis 1932 erschien sie dann schließlich unter dem Titel Kunst und Handwerk - Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851.

Alle in dieser Zeitschrift enthaltenen Aufsätze sind im lokalen Online-Katalog HEIDI erfasst und können somit auch über den SWB und arthistoricum.net recherchiert werden.

Weiterführende Literatur

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