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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Spätmittelalterliche Bilderhandschriften aus der Bibliotheca Palatina – digital

(http://bilderhandschriften-digital.uni-hd.de)

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Kooperationsprojekt der Universitätsbibliothek und des externer Verweis Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg – gefördert von der externer Verweis DFG

Auswahl von Turniergegnern mit Pfeil und Bogen (Cpg 142, fol. 52r)Im Besitz der Universitätsbibliothek Heidelberg befinden sich unter anderem 27 spätmittelalterliche Bilderhandschriften aus drei der bekanntesten deutschen Schreibwerkstätten des 15. Jahrhunderts. Darunter ist die sogenannte "Elsässische Werkstatt von 1418" mit sieben Codices, die Hagenauer Werkstatt des Diebold Lauber mit elf Handschriften und die schwäbische Werkstatt des Ludwig Henfflin mit insgesamt neun Manuskripten vertreten.

Alle drei Werkstätten waren kommerzielle Unternehmen, die sowohl Auftragsarbeiten durch angestellte Schreiber und Illustratoren ausführen ließen als auch ihre Erzeugnisse im Handel anboten. Typisch für die so entstandenen Handschriften ist ihr angeblich "volkstümlicher" Charakter: Deutlich wird dies z. B. durch den vorherrschenden Gebrauch der deutschen Sprache. Geschrieben wurde dabei meist in der Mundart der jeweiligen Schreiber oder, auf Wunsch, auch im Dialekt der späteren Leser. Als Schrift wurde ferner eine gut lesbare Buchkursive oder Bastarda, eine sogenannte Gebrauchsschrift, verwendet. Hinzu kamen formelhafte Illustrationen, die weniger der Dekoration als der Erläuterung des Textes dienen sollten. Als Schreibmaterial diente das im Vergleich zum kostbaren Pergament billigere Papier.

Initiale aus Cpg 19, fol. 83r Thematisch wurde fast die gesamte Literatur des Mittelalters verarbeitet. Religiöse Abhandlungen und Erbauungsschriften, Chroniken, Kalender, höfische Epen, naturkundliche Werke, sogar Rechtsbücher wurden von diesen Werkstätten abgeschrieben. Als Abnehmer trat neben weltlichen und kirchlichen Fürsten, dem hohen und niederen Adel auch das wohlhabende Bürgertum im Erscheinung.

Dido begeht Selbstmord (Cpg 403, fol. 51r) Daß die Bilderhandschriften der oberdeutschen Schreibwerkstätten heute in der Universitätsbibliothek aufbewahrt werden, ist dem Sammeleifer der pfälzischen Kurfürsten zu verdanken. Sie gelangten über deren alte Bibliotheca Palatina in den Besitz der Universitätsbibliothek.

Die drei Handschriften-Gruppen stellen Heidelberger Besonderheiten dar: In keiner anderen Bibliothek haben sich vergleichbare Handschriftenkomplexe dieser Werkstätten erhalten. Über ihre kunsthistorische Bedeutung hinaus sind sie aufgrund ihrer Geschichte auf spezifische Weise dazu geeignet, die Universitätsbibliothek Heidelberg zu repräsentieren.

Das von der externer Verweis DFG geförderte Projekt zur Digitalisierung und Erschließung der 27 Handschriften wurde in Kooperation mit dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg durchgeführt. Für die fachwissenschaftliche Betreuung konnte Frau Prof. Dr. L. E. Saurma gewonnen werden.

Die Digitalisierung wurde in der externer Verweis Abteilung Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Graz durchgeführt. Die Digitalisiate und Erschließungsdaten werden sowohl über die WWW-Seiten der UB Heidelberg angeboten, als auch in die Handschriftendatenbank externer Verweis „Manuscripta Mediaevalia“ eingespielt.

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