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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Digitalisierung der 848 deutschsprachigen Palatina-Handschriften in der Universitätsbibliothek Heidelberg

Hinweis Presseinformationen zum Projektabschluss

Hinweis Direkt zu den digitalisierten Handschriften

Cod. Pal. germ. 84 Antonius von Pforr, Buch der Beispiele, PassionsgebetDie Heidelberger „Bibliotheca Palatina“, eine der wertvollsten Sammlungen deutschsprachiger Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ist seit April 2009 komplett online verfügbar. Die Sammlung umfasst 848 Codices mit insgesamt ca. 270.000 Seiten und ca. 7.000 überwiegend bisher nicht erschlossene Miniaturen. Dieses ambitionierte Projekt wurde durch die großzügige finanzielle Zuwendung der externer Verweis Manfred-Lautenschläger-Stiftung gGmbH ermöglicht.

Ein Teil der Palatina, 27 oberdeutsche Handschriften des 15. Jahrhunderts mit ca. 15.000 Seiten, wurde in einem durch die DFG geförderten Projekt bereits in den Jahren 2000/2001 digitalisiert, sowie inhaltlich und ikonographisch erschlossen. Mit dem neuen, auf die Dauer von drei Jahren angelegten Projekt wurde dieses Unternehmen in konsequenter Weise fortgeführt. Cod. Pal. germ. 90 Vitaspatrum, deutsch Alle Textseiten und Illustrationen der für die Germanistik, allgemeine Geschichte, Kunstgeschichte, Rechts-, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte sowie Theologie interessanten Codices können nach Abschluss des Projekts jederzeit weltweit eingesehen werden. Auf einer zentralen Seite sind alle digitalisierten Palatina-Handschriften der Universitätsbibliothek aufrufbar. Zusätzlich wurden die Illustrationen in der Bilddatenbank HeidICON erfasst und beschrieben und eine Freitextsuche nach Schlagworten, ikonographischen Motiven, Autoren und Textgruppen ermöglicht.

Mit der vollständigen Digitalisierung aller Codices Palatini germanici nimmt die Universitätsbibliothek Heidelberg eine Vorreiterrolle innerhalb der deutschen Bibliotheks- und Forschungslandschaft ein. Gleichzeitig reiht sie sich in die Bestrebungen großer internationaler Institutionen ein, die ihren wertvollsten Sammlungsbestand ebenfalls in digitalisierter Form online verfügbar machen (Bibliothèque Nationale in Paris, British Library in London, Pierpont Morgan Library in New York, Oxford University).

Digitalisierung am Grazer Buchtisch Im Digitalisierungszentrum der Universitätsbibliothek wurde an zwei mit hochauflösenden Digitalkameras ausgestatteten Kameratischen „Grazer Modell“ gearbeitet. Dieser in Graz speziell zur Digitalisierung von Handschriften entwickelte Kameratisch ermöglicht durch seine Konstruktion eine kontaktlose Direktdigitalisierung fragiler Objekte auf äußerst buchschonende Weise. Das Buch wird mit Hilfe eines Laserstrahls exakt positioniert, das aufgeschlagene Blatt jeweils durch den milden Sog einer Unterdruckeinrichtung fixiert. Durch eine spezielle Konstruktion schaut dabei die Kamera immer im rechten Winkel auf das Blatt, so dass auch Verzerrungen minimiert werden können. Im Rahmen des aktuellen Projekts wurde die Ausstattung der Werkstatt, die bislang über einen Buchtisch mit einer inzwischen 3 Jahre alten Kodak-Digitalkamera verfügte, um einen zweiten Buchtisch mit modernster Technik (Digitalkamera Canon 1Ds Mark II, Auflösung: 16,7 Mio. Pixel) ergänzt. Gleichzeitig finanzierte die Manfred Lautenschläger Stiftung auch die Aufrüstung des vorhandenen Tischs mit einer baugleichen Canon-Kamera.

Nach der Digitalisierung werden die Images in das dem technischen Standard für die Langzeitarchivierung entsprechende TIFF-Format umgewandelt und mittels professioneller Bildbearbeitungssoftware so nachbearbeitet, dass Farb-, Helligkeits-, Kontrast- und Schärfegrad weitest möglich dem Original entsprechen. Dann wird durch sogenanntes „elektronisches Binden“ das Präsentationsmodell eines virtuellen Buches erstellt, welches man auf einfache Weise durchblättern kann und in dem mit Hilfe der Zoom-Funktion die Betrachtung einzelner Details in verschiedenen Vergrößerungsstufen möglich ist.

Ansprechpartner

Dr. Maria Effinger Brief , Projektleitung, Tel.: 06221-543561,
Dr. Thomas Wolf Brief , Leiter des Digitalisierungszentrums, Tel.: 06221-542798,
Dr. des. Margit Krenn Brief , Kunstwissenschaftliche Erschließung, Tel.: 06221-544203

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