ART-Guide: Sammelprofil
ART-Guide ( http://artguide.uni-hd.de ) stellt Links zu kunsthistorischen Internetquellen bereit, die im Hinblick auf inhaltliche und formale Kriterien ausgewählt sind. Das Sammelprofil definiert den Rahmen, nach dem die Internetquellen aufgenommen werden und sichert damit die Homogenität der Sammlung.
Zielgruppe
ART-Guide ist ein Recherchetool für alle, die gezielt nach kunsthistorischen Internetquellen suchen – sei es aus den Bereichen Studium, Lehre, Forschung, Museum, Ausstellungswesen, Denkmalpflege, Restaurierung oder Kunsthandel.
Thematischer Sammelschwerpunkt
Der thematische Sammelschwerpunkt von ART-Guide umfasst die gesamte Europäische Kunstgeschichte von der Kunst der Spätantike bis zur Gegenwartskunst sowie Kunstwissenschaften. Danach werden vor allem Quellen zur mittelalterlichen, neueren und zeitgenössischen Kunstgeschichte der Länder Europas sowie der von Europa beeinflussten Kunst in den USA, Kanada und Australien gesammelt.
Zudem umfasst die Sammlung Internetquellen mit allgemeinen und übergreifenden Inhalt zur Kunstwissenschaft, ihrer Geschichte und ihrer Methoden, einschließlich der Ästhetik, Kunstpsychologie, Kunsttheorie und der allgemeinen Kunstpädagogik. Ein weiterer Fokus liegt auf Quellen zu Museumskunde, Restaurierung und Denkmalpflege sowie auf Quellen zum Studium der Kunstgeschichte und zur Berufsausbildung. (Einen Überblick gibt der Browsingeinstieg „Thema“.)
Quellentypen
In ART-Guide werden verschiedene Arten von Internetquellen aufgenommen. Den Schwerpunkt bilden Online-Datenbanken (Literatur-, Fakten-, Volltext- und Bilddatenbanken), übergreifende Fachportale, thematische Websites, Linksammlungen, Suchmaschinen, Online-Ausstellungen, Virtuelle Rundgänge sowie Diskussionsforen/Mailinglisten. Die Anbieter der Internetquellen sind u.a. Bibliotheken, Bildarchive, Museen, Hochschulen, spezifische Forschungseinrichtungen, Forschungsprojekte, Regierungseinrichtungen, Organisationen, Verlage aber auch private Informationsanbieter. (Einen Überblick über die Arten der Internetquellen und ihre Anbieter gibt der Browsingeinstieg „Quellentyp“). Wesentliche Voraussetzung für die Aufnahme einer Quelle ist, dass sie kostenfrei oder zumindest teilweise kostenfrei zugänglich ist. Websites mit kostenpflichtigen Angeboten werden nur dann aufgenommen, wenn diese von herausragender Qualität sind, das gilt auch für Websites, die eine (kostenlose) Registrierung erfordern.
In ART-Guide nicht enthalten sind elektronische Monographien, wie z.B. E-Dissertationen. Auch E-Journals werden nicht erschlossen. Beide Publikationsformen sind über die Online-Kataloge der SSG-Bibliotheken,
UB Heidelberg
und
SLUB Dresden, sowie im Katalog des Fachverbunds Florenz-München-Rom (
kubikat
) nachgewiesen, und damit in
artlibraries.net - Virtual Catalogue for Art History / Virtueller Katalog Kunstgeschichte
integriert.
Erschließungstiefe
Die Internetquellen sind auf der Ebene aufgenommen, die den direkten Zugang ermöglicht; dies ist in der Regel die Homepage bzw. die Eingangseite. Enthält die Website besondere Informationen oder Angebote (wie z.B. umfangreiche Volltext-Sammlungen, Bilddatenbanken oder Online-Ausstellungen) werden diese, entweder zusätzlich oder ausschließlich, als eigenständige Links in die Sammlung aufgenommen, wobei auf die übergeordnete Seite verwiesen wird. Voraussetzung ist, dass die URLs der Unterseiten stabil sind. Diese tiefgehende Form der Erschließung ermöglicht eine detaillierte Beschreibung und Erfassung der Quellen und bietet damit bessere Rechercheoptionen.
Inhaltliche Qualitätskriterien
Die Internetquellen werden nur dann in die Sammlung aufgenommen, wenn sie folgenden inhaltlichen Qualitätskriterien entsprechen:
- Der Inhalt der Quelle entspricht dem thematischen Sammelschwerpunkt.
- Der Anbieter der Quelle (Autor/Herausgeber) ist identifizierbar – über Kontakt, Impressum etc. Zu prüfen ist dabei auch, ob die Angaben, die der Anbieter über sich selbst macht, verifizierbar sind (u.a. über URL, z.B. Endungen mit gov, edu). Internetquellen, bei denen der Anbieter lediglich über eine nicht weiter bestimmbare E-Mail-Adresse kontaktiert werden kann, werden nicht aufgenommen.
- Die Seriosität des Anbieters ist nachgewiesen bzw. glaubhaft. Im Idealfall handelt sich um Angebote öffentlicher Institutionen, oder aber der Anbieter ist im Fachbereich anerkannt bzw. bekannt, und kann dies z.B. durch Lebenslauf, Publikationsliste o.ä. darstellen. Sind keine weiterführenden Angaben über den Anbieter zu finden, ist dies kein Ausschlusskriterium, aber die Quelle muss genau geprüft werden.
- Der Anbieter der Quelle hat diese tatsächlich verfasst. Liegen offensichtliche Verletzungen des Urheberrechts vor, wird die Quelle nicht aufgenommen.
- Die Informationen der Quelle sind sachlich korrekt, fundiert und gut recherchiert. Wissenschaftliche Belege und Verweise sollten angegeben sein. Abbildungen, z.B. in Bilddatenbanken, sollten identifiziert und mit Angaben zur Provenienz versehen sein. Wenn Zweifel an der wissenschaftlichen Korrektheit des Angebots bestehen, wird die Quelle nicht aufgenommen.
- Das Angebot enthält fachlich relevante Primärquellen. Hierunter sind neben wissenschaftlichen Publikationen auch digitalisierte Volltexte und vor allem Bildquellen zu rechnen. Macht eine Website z.B. den Zugang zu unpubliziertem oder nur schwer zugänglichem Bildmaterial möglich, wird sie in die Sammlung aufgenommen, ohne dass die weiteren Auswahlkriterien zu berücksichtigen sind.
- Die inhaltliche Zielsetzung der Quelle wird deutlich. Die angebotenen Informationen sind vollständig. So sollte es sich z.B. nicht nur um eine willkürliche Zusammenstellung von externen Links handeln. Der Umfang der Quelle ist kein Ausschlusskriterium, Quellen mit besonders knappem Umfang werden jedoch eingehend auf ihre fachliche Relevanz geprüft.
- Die Darstellung der Quelle entspricht grundlegenden wissenschaftlichen Standards. Rechtschreibung und Grammatik sind korrekt, die Quellenangaben sind präzise, der Schreibstil ist weitgehend neutral.
- Die Quelle enthält nach Möglichkeit keine oder wenig Werbung. Die Werbung sollte klar als solche erkennbar und von den Inhalten der Website deutlich getrennt sein. Quellen, die zur Hälfte aus Werbung bestehen, werden nicht aufgenommen.
- Die in der Quelle enthaltenen Informationen sind aktuell (Nachrichten, Kalender etc.). Die Links sind aktualisiert. Sind viele Links veraltet, ist dies kein Ausschlusskriterium, aber die Quelle muss intensiv geprüft werden.
Formale Qualitätskriterien
Für die Aufnahme der Internetquellen in die Sammlung sind neben den inhaltlichen auch die folgenden formalen Qualitätskriterien relevant:
- Die Quelle ist kostenfrei oder zumindest in wesentlichen Teilen kostenfrei zugänglich. Kostenpflichtige Quellen oder solche, die eine Registrierung voraussetzen, werden nur in Ausnahmefällen aufgenommen.
- Die Quelle ist langfristig bzw. mittelfristig verfügbar. Es handelt sich nicht nur um ein momentanes Angebot.
- Die Quelle ist übersichtlich gegliedert. Die Navigation ist klar benannt und sinnvoll strukturiert. Unübersichtlichkeit ist kein Ausschlusskriterium, die Quelle muss dann jedoch genau geprüft werden.
- Die Inhalte sind benutzerorientiert gestaltet: Die Struktur der Einzelseiten ist übersichtlich gestaltet. Die Schrift ist gut lesbar. Der Benutzer muss wenig scrollen. Der Inhalt lässt sich bequem und korrekt ausdrucken.
- Dem Benutzer werden Hilfestellungen angeboten (Hilfetexte, Hilfefunktion, FAQ – frequently asked questions).
- Die Quelle ermöglicht dem Benutzer die Kontaktaufnahme mit dem Anbieter – über E-Mail oder Diskussionsforum. Enthält die Quelle keine E-Mail-Adresse, über die der Urheber kontaktiert werden kann, ist sie intensiv zu prüfen, und wird u.U. nicht in die Sammlung aufgenommen.
- Zur Benutzung der Site wird keine unübliche Hard- oder Software vorausgesetzt. Technische Aspekte sollten nicht zur Ausgrenzung einzelner Benutzer führen: keine Festlegung auf bestimmte Browser, keine oder nur Standard-Plug-Ins, keine HTML-Erweiterungen. Die technischen Aspekte sind kein Ausschlusskriterium, sollte für die Benutzung einer Quelle aber die Installation von unüblichen Plug-Ins oder von HTML-Erweiterungen vorausgesetzt sein, ist diese besonders kritisch zu prüfen.
- Der Zugriff auf die Quelle ist stabil. Die Ladezeit ist gering (möglichst nicht mehr als 100 kb pro Seite).
- Die Quelle wird regelmäßig aktualisiert. Das Datum des letzten Updates wird angezeigt. Die Aktualisierung der Quelle ist kein Ausschlusskriterium, liegt das letzte Update länger zurück, sollte diese jedoch genau geprüft werden.
Einen ausführlicher Kriterienkatalog für die Aufnahme von Internetquellen in die Sammlung von Fachinformationsführern hat die Arbeitsgruppe der Virtuellen Fachbibliothek Politikwissenschaft und Friedensforschung und der Virtuellen Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften im
„Handbuch Verbunddatenbank Internetquellen“
erstellt. Die vorliegenden Qualitätskriterien orientieren sich an den Vorgaben des Handbuchs, sie wurden jedoch besonders im Hinblick auf spezifisch kunsthistorische Belange, wie z.B. die Aufnahme von Bildquellen oder Bilddatenbanken, erweitert und verändert.
(UB Heidelberg, 01.03.2010)






