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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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Rihm, Thomas

Der Modus 'Verständigung' als ergänzender Aspekt für inklusive Lern-Lehr-Prozesse


Kurzfassung:
Als Teilsegment eines gesamtgesellschaftliches Projektes steht inklusive Schulentwicklung nicht außerhalb einer konflikthaften Moderne. Vielmehr verlaufen in Zeiten, in denen Modellversuche hin zu Inklusionsangeboten 'in der Fläche' transforniert werden, die dabei auftretenden Widersprüche und die damit verbundenen Widerstände mitten durch die Institution hindurch. So müssen sich schulische Einrichtungen sowohl mit Ansprüchen aus den Systemen (Geschäftsfähigkeit) als auch mit Ansprüchen aus den Lebenswelten (Lebensführung) auseinanderzusetzen, wobei die Logik beider Anspruchsvarianten gegensätzlicher nicht sein kann: die ersteren erfordern, das Lernen und Lehren auf einen klar extern definierten Zweck hin auszurichten, die anderen erfordern, das Lernen und Lehren so zu gestalten, dass eine Verständigung über die eigene Integrität bzw. den eigenen Standpunkt und die Frage sozialer Vernetzung, Verantwortung bzw. solidarisches Handeln möglich wird.Eine Didaktik, die die Beteiligten (Lehrende und Lernende) darin unterstützen soll, inklusives Lernen und Lehren zu konzeptionalisieren, kann aus subjektwissenschaftlicher Sicht deshalb nicht (weiter) einseitig einer zweckrationalen Optimierungsstrategie folgen, sofern sie auch Menschen mit spezifischen Lebenslagen und Handlungsmöglichkeiten einschließen will. Über die Frage, was denn dann das 'Elementare' bzw. das 'Fundamentale' (Klafki) aus der Sicht dieses Personenkreises ausmacht, wird das schulische Angebot selbst zum Thema, wird selbstreflexiv. Die Passung des schulischen Angebots mit den Lebenswirklichkeiten von Lernenden rückt in den Mittelpunkt der Begründungen von Unterricht. Über diesen Umstand kann es zu einem qualitativen Schwenk hin zur Frage kommen, welche Bedeutung dem Zuler-nenden im Horizont je eigener Lebensführung zukommt. Diesem ergänzenden Gedanken soll aus der Sicht inklusiver Didaktik Rechnung getragen werden.
Hochschule:Pädagogische Hochschule Heidelberg
Einrichtung:Schulpädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft, Fakultät I
Dokumentart:Wissenschaftlicher Aufsatz
Publikationsform:gedruckt
Quelle:In: Blömer u.a. (2015): Perspektiven auf inklusive Bildung. Wiesbaden: SpringerVS, S. 196-203.
Erscheinungsjahr:2015
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