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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Die Universitaetsbibliothek Heidelberg laedt ein zur Lektuere: Rembrandt – Leben und Werk

Rembrandts Werk hat noch heute nichts von seiner Faszination auf die Betrachter eingebüßt. Seine Malerei besticht durch den virtuosen Einsatz von Erd-, Tiefrot- und Goldtönen, bei der sich Szenen und Figuren zunächst theatralisch wie durch ein Scheinwerferlicht inszeniert, im Spätwerk dann beruhigter aus dem dunklen Hintergrund herausschälen. Als einer der ersten Künstler bediente er sich der Druckgraphik - insbesondere der Radierung - als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel und schöpfte die ästhetischen Möglichkeiten des Mediums konsequent aus. So etwa kombinierte er den traditionellen Ätzprozess mit der Kaltnadel und erreichte damit den charakteristisch malerischen Effekt der unscharfen Verschattungen im Kontrast zu den klaren geätzten Linien.

Rembrandt Selbstportaet
Rembrandt, Selbstporträt mit erstauntem Blick, Radierung, 1630

Das Leben des bedeutenden niederländischen Künstlers liefert genug Stoff für Legendenbildung: Rembrandt Harmensz van Rijn wurde am 15. Juli 1606 als Sohn eines Müllers in Leiden geboren. Nach seiner Ausbildung bei Swanenburg und Lastmann war er zunächst als Maler in Leiden und ab 1631 in Amsterdam tätig. Dort heiratete er 1634 Saskia van Uylenburgh. Sie starb 1641 nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Titus. Dies stürzte den Künstler in eine tiefe Krise. Als Kindermädchen kam Geertje Dircx ins Haus, mit der Rembrandt zunächst ein Liebesverhältnis hatte, bevor er sie ungnädig verstieß. Als Geliebte und Partnerin an seiner Seite folgte 1647/48 Hendrickje Stoffels. Die beiden lebten bis zu Hendrickjes frühem Tod 1663 zusammen. Sie hatten eine gemeinsame Tocher, Cornelia. Trotz großer Erfolge starb Rembrandt verarmt und einsam am 4. Oktober 1669 in Amsterdam.

Es gab keine Epoche, in der Rembrandt nicht berühmt war. Schon zu Lebzeiten wurden seine Radierungen gesammelt und seine Kunst gelobt. So schrieb der italienische Barockmaler Guercino 1660 über den Maler-Radierer: Ich habe verschiedene seiner Druckgraphiken gesehen, die zu uns gelangt sind; sie sind sehr schön ausgeführt, mit großem Feingefühl und Sachverstand gestochen[...] Und ich halte ihn schlichtweg für einen großen Könner. Der Höhepunkt der Rembrandt-Verehrung ist jedoch für das ausgehende 19. und frühe 20. Jahrhundert zu konstatieren. Dabei stilisierten Kunsthistoriker wie der Berliner Museumsdirektor Wilhelm von Bode den Künstler zum Inbegriff des verkannten und eigenwilligen Genies. Dieser Blick auf Rembrandt hält noch heute vor - trotz der beginnenden 'Entmystifizierung' des Künstlers und seines Oeuvres durch das Rembrandt Research Project.

Die Universitätsbibliothek Heidelberg mit ihrem DFG-geförderten Sondersammelgebiet Kunstgeschichte hält über 800 Titel zum Thema Rembrandt. Zum 400. Geburtstag des Künstlers präsentiert sie eine Auswahl an Rembrandt-Büchern aus ihrem reichen Bestand in zwei Vitrinen vor dem Eingang zur Alten Aula im Gebäude der Alten Universität. Die Ausstellung ist zu den allgemeinen Öffnungszeiten der Alten Universität zu besichtigen.

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