Navigation überspringen
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitätsbibliothek

Priester Johannes - ein Nachfahre Ogiers



Cod. Pal. germ. 65, Bl. 118r: Man meynet der priester Johans sint von ogiers geslehte und sint von ym komen und sint sin rehte erben als die kunig von Frankrich von kunig karlous lynien sollent sin und do man zahlt von gotes geburt ahthundert jare und sehtzehen da zoch ogier von dennenmargk in die lant und gewan cathai und Indien und die lant miteinander und waz er gewan daz gab er sinen frunden

Priester Johannes - ein Nachfahre Ogiers

Der fiktive Reisebericht des Jean de Mandeville zählt zu den am meisten verbreiteten Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Darin schildert Mandeville, wie er im Jahr 1322 übers Meer aufgebrochen und zunächst nach Jerusalem und in den Orient gelangt ist und anschließend auch nach Indien, China und sogar in das Reich des Priesters Johannes.

Der Autor Jean Mandeville kompilierte diesen fingierten Reisebericht aus verschiedenen Quellen wie dem „Brief des Priesters Johannes“. Otto von Diemeringen, Domherr zu Metz (gest. 1398), besorgte dann eine Übertragung in die deutsche Sprache. Allem Anschein nach lag ihm dafür ein französischsprachiger Text vor, wie er in einer Lütticher Handschrift überliefert ist. Denn in beiden Versionen finden sich, von der übrigen Überlieferung abweichend, Episoden, die aus den Erzählungen um Ogier stammen. So ist Priester Johannes bei Otto von Diemeringen nicht mehr ein Nachfahr der Heiligen Drei Könige, sondern von Ogier von Dänemark, der seiner Zeit im Orient gegen die Heiden gekämpft hat (siehe Exponat Nr. 21).

Online-Faksimile


zum Seitenanfang