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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Wie ein heidenischer ritter fuor den kunig kam vnd Im sagte was Im der Jung Soldan enbotten hette



Cod. Pal. germ. 142, Bl. 17v: Der heidnische Ritter übergibt König Haguel einen Brief. Mit Turban über einem Spitzhut, einem Krummschwert am Gürtel und orientalisch anmutenden Schriftzeichen am Saum seines langen bodenlangen Gewandes wird seine Herkunft im Bild kenntlich gemacht.

Wie ein heidenischer ritter fuor den kunig kam vnd Im sagte was Im der Jung Soldan enbotten hett

Der Königsohn Pontus muss schon als Kind vor der Bedrohung der Babylonier aus seiner Heimat Galicien fliehen. Schiffbrüchig gelangt er nach Britannien, wird am dortigen Königshof aufgenommen und gewinnt die Gunst der Königstocher Sidonia. Aber einer der Sultanssöhne ruft den Krieg gegen Britannien aus. Ein heidnischer Ritter überbringt die Nachricht.

Der deutschsprachige Prosaroman „Pontus und Sidonia“ geht auf die französische Vorlage „Ponthus et la belle Sidoyne“ zurück. Die Version A, die allem Anschein nach auf einer Übersetzung Eleonores von Österreich basiert, liegt in zwei Handschriften vor und wurde 1483 bei Schönsperger in Augsburg gedruckt. Der Bearbeiter der Version B, zu der auch die Heidelberger Handschrift Cod. Pal. germ. 142 gehört und die insgesamt fünf Handschriften überliefern, ist hingegen unbekannt. Entstanden ist die Heidelberger Handschrift in der Werkstatt Ludwig Henfflins im Auftrag der Margarete von Savoyen. Ganz offensichtlich wurde hier der Text nicht nur abgeschrieben, sondern auch gezielt nach den Erwartungen Margaretes an einen höfischen Roman überarbeitet und auf sprachlicher Ebene modernisiert. Hinzu treten schließlich die zahlreichen Illustrationen, die die Funktion der Textstrukturierung übernehmen.

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